Wart ihr schon einmal auf einer Mannschaftsvorstellung zum Beginn einer neuen Saison bei einem Sportverein? Ich habe das schon ein paar Mal miterlebt und es ist eigentlich immer dasselbe: Man weiß natürlich, was man sehen wird und natürlich ist man froh, dass noch alles und jeder da ist. Aber die größte Vorfreude gilt doch den Neuzugängen! Und ja ganz genauso verhält es sich bei der FIFA-Reihe. Hier gibt es nun den „Medizincheck“ für die Neuzugänge.

easfifa17goldlogosecondaryhorizontalflatrgb FIFA 17 Cover - Xbox One
 

Inhaltsverzeichnis:

Spielinhalt
Gameplay
Grafik
Sound
Fazit
Wertung
Infos

 

Xbox One Review von Alex

 

Spielinhalt: Mit Hunter auf Torjagd und über FUT in die ESL?

Wenn ich hier jetzt schreibe, dass sich in der FIFA-Reihe alles um den Fußball dreht, liefere ich euch damit keine neue Erkenntnis. Allerdings ist das „Wie“ hier ganz interessant. Wie befasst sich die Reihe mit Fußball? Und da gibt es bestimmte Modi, die seit Jahren beliebt und bekannt sind, aber seit diesem Jahr auch diesen einen neuen Modus, von dem irgendwie jeder schon mal gehört hat:

 

The Journey:

 

Zitate-Sammlung:

„(…) das hat ihn ruiniert.“

„Ich will nur Fußball spielen.“

„Das ist der nächste Schritt.“

„Es ist Zeit.“

„Glaubt an euch und eure Mitspieler.“

„(…) werdet zu Legenden.“

„Er ist nicht abgehauen, weil er dich nicht liebt.“

„Die wollen das du zurückkommst.“

 

Alex Hunter - der Mann mit dem sympathischen Vornamen :)

In „The Journey“ wird man den jungen Nachwuchskicker Alex Hunter (sehr sympathischer Name an der Stelle) auf seinen ersten Schritten in Richtung Profi-Fußball begleiten. Doch ihr spielt dabei nicht nur stupide ein Spiel nach dem anderen. Ihr begleitet Alex quasi durch sein Leben. Bekommt einiges von seinem Privatleben mit, wirkt aber auch bei wichtigen Entscheidungen mit, wie die Auswahl des ersten Clubs oder absolviert mit Alex Trainingseinheiten und verbessert so seine Skills.

Alex steht noch ganz am Anfang. Den ganz großen Durchbruch wollte oder konnte er nicht packen. Also muss er nun zu einem Auswahltest des englischen Fußballs. Gemeinsam mit seinem Kumpel Walker tritt er an. Doch Alex hat nicht nur die drohende Scheidung seiner Eltern auf der Schulter, sondern auch noch ein ganz anderes Problem.

Sein Großvater war eine Spielerlegende und hat den Namen „Hunter“ im englischen Fußball salonfähig gemacht, kein Wunder also, dass jeder, der den Namen hört ins Staunen gerät und genau diese großen Fußstapfen sind es, die Alex immer wieder vor Probleme stellen sollen.

So auch bei diesem Auswahltest, bei dem er mit einem Profispieler aneinandergerät. Doch allen Ärger zum Trotz schaffen es sowohl Alex wie auch dessen Kumpel Walker sich einen Profivertrag zu sichern. Ein Berater, der sich mehr oder weniger selbst einlädt, wird die beiden Jungspieler aufnehmen.

 

Nachdem man sich für einen Club der Premiere League entschieden hat, geht die Reise dann auch schon los. Trainingseinheit, Trainingseinheit, Spiel und wieder Training. Das ist das Leben eines Profifußballers und wir begleiten dieses Leben. Abseits vom Platz können wir mit Hilfe eines Moralsystems in den von Alex getroffene Aussagen unser Ansehen bei Fans und Manager stärken oder schwächen.

Mit der Zeit wird sich aber das Verhältnis zwischen Hunter und Walker zusehends verschlechtern. Dies gipfelt dann in dem Moment, an dem Alex verliehen wird, weil er der aktuellen Mannschaft nicht helfen kann. Bei seinem neuen Club, den wir uns auch wieder aussuchen können, trifft Alex dann auf jenen Spieler, der ihm beim Auswahltest so viel Ärger gemacht hat. Doch die beiden werden mit der Zeit gute Freunde.

Kann es Alex also schaffen und sich durch die Leihe zurück zu seinem alten Team zu spielen und sich dann vor allem dort wieder durchsetzen und seinen Traum vom Liga-Titel erfüllen?

Der Weg ist das Ziel!

 

Einschätzung zu „The Journey“:

Aus meiner Sicht war „The Journey“ ein richtig guter Modus, der aufgrund seines Aufbaus nicht nur einzigartig in der Fifa-Reihe ist, sondern auch definitiv Zukunft hat. Allerdings sind mir auch einige kleinere oder größere Baustellen aufgefallen, die einem den Spielspaß ein bisschen eingeschränkt haben.

Man bekommt zwar das Gefühl vermittelt, dass man bei Alex´ Leben tatsächlich mitbestimmen kann und ihn zum Ruhm führen kann, in Wirklichkeit ist der Modus aber stark geskriptet, so dass die tatsächlichen Auswirkungen der eigenen Entscheidungen eigentlich nur ganz minimal sichtbar werden.

Das betrifft sowohl das Moralsystem, wie auch die Wahl der Mannschaften, denn der Verlauf scheint vorherbestimmt zu sein und das ist etwas, das mich so ein bisschen enttäuscht hat. Der nächste Negativpunkt, ist die Tatsache, dass nach genau einer Saison Schluss ist. Die Geschichte wird abgeschlossen und danach kann man nicht mehr weitermachen. Man kann sich nicht selbst den Weg in die Nationalmannschaft erspielen und sich als Spieler auch nicht wirklich weiterentwickeln. Eine Saison und das war es dann auch. Schade, sehr schade.

Auch die Tatsache, dass man für Wechsel ausschließlich auf die Premiere League und die „Champion“-League (beide England) beschränkt ist, war etwas störend, aber eben aufgrund des final linearen Verlaufs der Handlung unabdingbar.

Für mich ist und war „The Journey“ definitiv ein Schritt in eine neue Richtung, der mir auch von seinem Ansatz her gefallen und sehr viel Spaß gemacht hat. Er hat allerdings aufgrund seiner Linearität und der Kürze, sowie dem fehlendem „After-Game“ einiges an Punkte verloren. Da geht noch mehr und ich hoffe, dass dieser Modus zum einen beibehalten und vor allem auch ausgebaut wird.

 

 

Was gab es sonst noch Neues?

Insgesamt verlaufen die restlichen Neuerungen eigentlich im kleinen Rahmen. Insgesamt freut sich das Spiel über

 

  • zwei neue Nationalligen (Campeonato Brasileiro Série A, J1 League),
  • einen neuen Nationalpokal (J-Cup) und
  • fünf Teams der zweiten brasilianischen Liga im Bereich „Rest der Welt“.

 

Bei der brasilianischen Liga „Campeonato Brasileiro Série A“ muss man vielleicht noch erwähnen, dass hier die Mannschaften Flamengo und Corinthians fehlen. Diese beiden haben einen Exklusivdeal mit der konkurrierenden Serie „PES“ abgeschlossen und wurden daher in FIFA nicht berücksichtigt.

Im wahrscheinlich beliebtesten Modus „Fifa Ultimate Team“ (FUT) haben sich dann auch noch zwei Änderungen eingeschlichen. Und zwar wurden diese fair auf Singleplayer und Multiplayer aufgeteilt. Für die Singleplayer gibt es den neuen Modus „Squad Building Challenge“. Hier muss man aus den Spielern des eigenen Vereins eine Mannschaft zusammenstellen. Doch diese haben teilweise extrem anspruchsvolle Vorgaben. Solche Vorgaben können beispielsweise sein:

 

  • Maximal 5 Spieler einer Liga im Team
  • Anzahl der Nationalität mindestens 4, usw.

 

Zudem natürlich die unterschiedlichen Positionen. Hat man es dennoch geschafft, kann man diese Mannschaft dann einsenden. Aber ACHTUNG: Die gewählten Spieler verschwinden dadurch aus eurem Verein und sind nicht wieder zu bekommen. Dafür erhält man im Austausch einzigartige Belohnungen.

Und im Mulitplayer-Bereich wurde ein Bereich etwas renoviert. Die Online-Turniere in FUT wurden in den Modus „FUT Champions“ umgewandelt. Hierbei handelt es sich um wöchentlich stattfindende Turniere, durch deren erfolgreiches Bestreiten man sich für sogenannte „Weekend-Challenges“ am jeweiligen Wochenende qualifiziert. Als Preise warten herausragende Ingame-Belohnungen und vielleicht sogar die Chance auf den Sprung in den „ESport“.

Alle anderen Modi sind unverändert, oder ggfs. mit geringfügigen Änderungen wieder dabei.

 

 

 

Gameplay: Frostige Bytes und realistischere Virtualität

Steuerungstechnisch hat sich hier zum Glück nicht allzu viel getan. Insgesamt kann man aber tatsächlich (wieder) sagen, dass sich das Spielverhalten verändert hat. Dies mag wohl auch durch die neue Engine von Frostbyte liegen, die die 2014 eingeführte Eigenkreation „Ignite“ ersetzt.

Gerade bei den Schüssen fällt mir das besonders auf, denn waren gerade im letzten Teil – zumindest in meinem Spiel – Weitschüsse immer eine Option, so sind diese aktuell keine große Gefahr mehr. Ganz anders sieht es jetzt mit Ecken und sonstigen Standards aus, denn diese haben vielleicht die größten Änderungen abbekommen.

 

Bei Ecken oder weit entfernten Freistößen, die man eigentlich nur als Flanke spielen kann, erscheint nun ein kleines gelbes Fadenkreuz im Strafraum. Dieses kann man mit Hilfe des L-Sticks bewegen und so den Landepunkt des Balles im Ansatz kontrollieren. Natürlich hängt die Präzision dann auch noch von der Stärke der Flanke ab.

Bei Freistößen kann man nun flexibel entscheiden wie viel Anlauf der Spieler nimmt und von welcher Seite des Balles er anläuft. Ähnliches gilt für Elfmeter, die aus meiner Sicht dadurch unglaublich individuell und noch schwerer zu berechnen werden.

Mehr gibt es eigentlich auch schon nicht mehr zu sagen im Bereich „Gameplay“…

 

 

 

Grafik: Neue Engine, neues Glück

Das ist vielleicht der wesentliche Faktor, der einem eigentlich schon beim ersten Spiel ins Auge stechen sollte, denn die Grafik hat eine Generalüberholung erhalten und das liegt natürlich vor allem an der neue installierten Engine von Frostbyte.

Aus meiner Sicht war dies auf jeden Fall ein Gewinn für die Serie. Das Spiel wirkt realer denn je (nur auf die Grafik bezogen). Die Spieler sind hoch detaillierter und auch Stadien und Zuschauer wirken lebendiger (bei den Zuschauern etwas verhaltener). Zu den Fans komme ich nochmal beim „Sound“.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch auf zwei weitere grafische Änderungen eingehen, die diese neue Version mit sich bringt: Es wurden 20 Manager der englischen Premiere League mit exklusiven Star-Avataren versehen. Das heißt, dass wir nun zumindest im Falle dieser 20 nicht mehr einen x-beliebigen Avatar an der Seite stehen haben, der so ähnlich aussieht wie, sondern tatsächlich – wie schon bei den Spielern – ein Ebenbild des realen Trainers ist. Unter diesen Managern finden sich unter anderem Jose Mourinho, Pep Guardiola oder auch Jürgen Klopp wieder.

Jose Mourinho

Neben der kompletten Premiere League hat man sich nun auch das erste Mal entschlossen einzelne Teams zu sogenannten „Official Video Game Partner“ zu ernennen. Hierfür hat man sich für drei europäische Spitzenklubs aus Deutschland, Italien und England entschieden. Im Detail sind das der FC Bayern München, Juventus Turin und Manchester United. Hier wurden die Spieler, die Stadien und die (Fan-)Atmosphäre besonders detailreich dargestellt und ich finde auch, dass man dies im Spiel merkt und auch spürt.

Ach und wer sich von den Meldungen hinsichtlich möglicher Pyrotechnik in FIFA 17 hat blenden lassen, der sollte einmal einen Pokal gewinnen ;)

Allianz-Arena

 

 

Sound: Roboter-Zuschauer und Top-Kommentatoren

Zugegeben, so richtig viel verändert hat sich hier auch nicht und das ist gut so – finde ich zumindest. Die Kommentatoren sind mit Frank Buschmann und Wolff-Christoph Fuss immer noch die gleichen auf deutscher Seite und auch an sich gibt es ja schon gar nicht mehr Sound im Spiel.

Die Lieder in den Menüs sind neu, gut, aber das ist jetzt auch nicht die Sensationsmeldung.

Die beiden gibt es immer noch - und jetzt auch im realen Leben auf Sky vereint!

Noch eine Anmerkung zu „The Journey“. Aus meiner Sicht war es ein toller und auch richtiger Schritt, die gesprochenen Sequenzen nicht ins Deutsche zu übersetzen, sondern im englischen Original zu belassen. Dadurch behält sich dieser Modus viel Authentizität und liefert eine angemessene Atmosphäre. Für alle, die des Englischen nicht so mächtig sind, gibt es aber natürlich deutsche Untertitel – aus diesen habe ich die oben aufgelisteten Zitate bezogen.

Und die Zuschauer? Sind die aktiver? Was durch die ersten (Presse)mitteilungen irgendwie so den Anschein erweckte, hat sich aus meiner Sicht aber leider nicht bewahrheitet. Die Zuschauer sind nach wie vor da, grummeln und brummeln vor sich hin, flippen in der 30. Minute hysterisch aus, wenn ein Spieler gefoult wird und klatschen andächtig, wenn in der 88. Minute der Ausgleich fällt.

Böse Zungen behaupten ja, dass die Allianz-Arena und ihre Fans für die Stimmung als Vorbild herhielten ;) (und ja ich bin selbst Fan des FC Bayern).

 

 

 

Fazit: Das Schicksal von Serien-Titel

Das Problem einer Serie? Sie muss sich weiterentwickeln. Sie muss Neuerungen bringen und die Fans bei der Stange halten. Doch was ist, wenn man mal ein Level erreicht hat, ab dem man sich einfach nicht mehr verbessern kann? Dann wird es richtig schwer. Die FIFA-Reihe ist aus meiner Sicht bereits seit einigen Jahren an genau diesem Punkt.

Mittlerweile gehört sie irgendwie nur noch dazu. Neuerungen sorgen höchstens innerhalb der Fankreise für Begeisterung (so wie das dieses Jahr mit „The Journey“ eindrucksvoll gelungen ist), aber ansonsten wird die Reihe eigentlich mit keiner großen Aufmerksamkeit bedacht. Sie ist halt da und gehört ja irgendwie dazu…

 

Aus meiner Sicht, ist dies aber vielleicht das größte Lob, das man einer Spieleserie machen kann. Eine Serie, die nicht mehr abhängig von Trends oder neuen Fans ist, sondern von dem leben kann, das sie hat.

FIFA eben…

 

Die Punkte in meiner Pro&Contra-Liste zusammengefasst:

Pro

Contra

„The Journey“

Fehlende Freiräume in „The Journey“

Teams als Partnermannschaften

„Passivität“ der Zuschauer

Frostbyte-Engine

 

„FUT-Champion“

 

Verbesserte Mechaniken bei Standards

 

 

 

Wertung:

Kategorie

Punkte

Begründung

Inhalt inkl. „The Journey“

9

Gerade mit „The Journey“ ist den Machern hier vielleicht ein Schritt in eine neue Richtung gelungen. Der erste ist immer wackelig und ängstlich, ich bin allerdings davon überzeugt, dass sich dieser Modus etablieren kann, sofern man ihn entsprechend ausbaut.

Gameplay

7

Wenn sich (fast) nichts ändert, kann auch (fast) nichts schlechter oder besser werden… Meine Tendenz geht aber zu besser.

Grafik

10

Hier merkt man den Wechsel von Ignite zu Frostbyte an jeder Ecke und an jedem Grashalm. Ein toller Schritt!

Sound

8

Gewohnt hoher Standard, wenn man mal die Fans ausblendet. „The Journey“ im Original ist ein Genuss!

Online

7

Immer noch irgendwie der größte Part, auch wenn die Singleplayer-Möglichkeiten meist in der Überhand sind. Spaß macht es immer noch!

Gesamtwertung

82

Getreu des Torwart-Titan Oliver Kahn: „Weiter! Immer weiter!“

 

 

 

Infos:

Publisher

EA Sports

Entwickler

EA Canada

Plattform(en)

Android
Microsoft Windows

Windows Phone

iOS
PlayStation 3
PlayStation 4
Xbox 360
Xbox One

Genre

Sport

Release (Deutschland)

29. September 2016

Website

https://www.easports.com/de/fifa

Preis lt. Amazon (Standardedition)

Microsoft Windows: ca. 46 €

PlayStation 3: ca. 52 €
PlayStation 4: ca. 52 €
Xbox 360: ca. 52 €
Xbox One: ca. 52 €

Alterseinstufung (USK)

Keine Einschränkung (0 Jahre)

Spielzeit für Test

Gesamt: ca. 35 Stunden

Davon für „The Journey“: ca. 16 Stunden

Systemanforderungen (bei Windows-PC) – Empfohlen

(Quelle: Origin)

Betriebssystem Windows 7/8.1/10 – 64-Bit
Prozessor: Intel i5-3550K @ 3,40 GHz oder AMD FX 8150 @ 3,6 GHz
RAM: 8 GB
Verfügbarer Festplattenplatz: 30,0 GB
Unterstützte Mindest-Grafikkarten: NVIDIA GTX 660 oder AMD Radeon R9 270
DirectX: 11.0

Systemanforderungen (bei Android) – Empfohlen

Android 4.1 oder höher

Systemanforderungen (bei iOS) – Empfohlen

iOS 8.0 oder höher

Systemanforderungen (bei Windows Phone)

Windows 10 mobile