Bevor wir mit der eigentlichen Review loslegen, schauen wir was „Diablo IV“ auszeichnet, warum es einige Elemente aus Vorgängertiteln in sich vereint und andere aber auch ausschließt. Was der Unterschied zwischen endlosen und saisonalen Realms ist und warum ihr am Ende sicherlich mehr als einen Charakter in eurer Übersicht haben werdet.

Hier noch ein paar persönliche Worte, die aus meiner Sicht wichtig für die Gesamteinschätzung sind:

Ich hatte mit „Diablo IV“ meinen ersten Kontakt zur Serie, ich konnte die Vorgänger wahlweise aus Zeit- oder Hardwaregründen bisher nicht nachholen. Ich kann daher zwar Fakten in Bezüge auf die vergangenen Titel herstellen (z. B. Funktion X war im zweiten Teil und ist jetzt nicht mehr dabei), aber ich kann keine Bewertung der Entscheidung vornehmen. Wäre „Diablo IV“ mit Funktion X jetzt ein besseres oder schlechteres Spiel gewesen? Ich hoffe ihr versteht, was ich damit ausdrücken will. Mehr will ich euch aber jetzt nicht mehr auf die Folter spannen – es ist Zeit uns nach Sanctuario zu begeben… Lilith wartet schon auf ihre Kinder!

Autor: Alex

Konsole: Xbox Series X

Inhaltsverzeichnis:

***DISCLAIMER**

Diese Review ist im März 2024 entstanden, es wird nicht auf die bisher veröffentlichten Seasons und/oder Erweiterungen eingegangen.

Handlung: Eine höllische Familienfehde und ihr mittendrin

Als „Wanderer“ findet ihr euch wieder in einer Welt, die von den Menschen dort „Sanctuario“ genannt wird. Quasi mit euren letzten Kräften, rettet ihr euch in ein nahes Dorf, um einem Schneesturm zu entkommen. Im Dorf stoßt ihr schnell auf seltsame Geschehnisse und bietet hilfsbereit an, ein nahegelegenes „Monsterversteck“ zu untersuchen, da dort womöglich die Lösung für einen Fluch gefunden werden kann. Nach eurer erfolgreichen ersten Mission feiert ihr mit den Dorfbewohnern, unwissend dass euch eben diese mit einem Schlafmittel außer Gefecht setzen. Noch bevor ihr Opfer eines blutigen Rituals werdet, sollt ihr von einem anderen Reisenden gerettet werden. Doch ganz rechtzeitig kam er nicht, denn euch wurden Blüten aus Blut eingeflößt. Der Fremde hilft euch hier weiter: Bei den Blüten handelt es sich um „Liliths Blüten“ – oder besser: Ihr Blut. Lilith ist die Tochter des Mephisto und hört auch auf den Namen „Tochter des Hasses“. Ihr Ziel ist es Sanctuario zu zerstören und das einzige Reich zwischen Himmel und Hölle auszulöschen – nicht nur aber auch aus Rache an ihren Vater!

Der Fremde stellt sich als Lorath vor und bietet euch an euch zu unterstützen, sofern ihr gewillt seit Lilith auf ihrem Todesfeldzug aufzuhalten. Natürlich willigt ihr ein, schließlich müsst ihr den Fluch loswerden, den ihr seit dem gewaltsamen Einflößen der Lilith Blüten in euch habt. Gemeinsam mit Lorath schmiedet ihr einen überraschend komplizierten Plan und müsst schon schnell zwei Dinge feststellen: Ohne weitere Unterstützung werdet ihr erstens in diesem Unterfangen keine Chance haben und zweitens müsst ihr ganz Sanctuario erkunden und hinter euch bringen, um diese Mission zu einem Erfolg werden zu lassen.

Lorath selbst ist eine große Unterstützung und auch sein Wirken als Horadrim – einer der ältesten Klassen, die sich dem Kampf gegen Lilith verschrieben haben – ist von Unterstützung. Vielleicht gibt es noch mehr der Horadrim, die sich anschließen wollen? Macht es vielleicht Sinn Liliths Spuren direkt zu verfolgen? Vielleicht kann man so ihren Plan erkennen und gezielt stören? Was muss alles getan werden, um ein so mächtiges Wesen wie Lilith „unschädlich“ zu machen? Und vor allem: Kann Sanctuario überhaupt noch fortbestehen – selbst, wenn Liliths Pläne vereitelt werden? Ist das Land nicht eines, das dem Untergang geweiht ist?

Einschätzung zur Handlung:

Ich hatte ehrlich nicht die allergrößten Erwartungen an die Handlung von „Diablo 4“, allein schon, weil ich nicht wusste, was Blizzard alles auffahren will im ersten Aufschlag der Handlung. Wie umfangreich soll es werden? Verraten sie gleich alles? Wird es teilweise in die folgenden Seasons aufgeteilt? Dass ich am Ende einen kompletten Story-Arc rund um Lilith und ihren Versuch der Zerstörung Sanctuarios erhalten würde, war nicht in meinem Konzept. Umso überraschter war ich von der doch recht dicht erzählten und gleichzeitig auch immer wieder recht emotionalen Handlung, die wir hier als „Wanderer“ begleiten werden. Die Geschichte ist grundsätzlich in drei Story-Akte aufgeteilt, die sich danach zusammenfinden. Ob man diese anfängliche Dreiteilung gebraucht hätte, weiß ich jetzt nicht um ehrlich zu sein. Vor allem aus einem Grund: Das Spiel schreibt dir prinzipiell nicht vor in welcher Reihenfolge diese Akte bespielt werden müssen. Sicherlich kann man sich an den Titeln „Akt 1…“ usw. orientieren, aber man ist eben nicht gezwungen.

Das wäre an sich auch gar nicht so schlimm, wäre da nicht der persönliche Eindruck von mir, dass man die Reihenfolge doch einhalten sollte, um alles jederzeit zu verstehen. Ein Tauschen der Akte kann tatsächlich phasenweise verwirrend sein. Denn natürlich wird Akt 3 im Spiel dazu genutzt dann langsam auf die finale Konfrontation vorzubereiten. Absolviert man diesen jetzt zuerst und muss dann noch die anderen beiden nachholen, dann muss man beim Start des finalen Arks schon ein bisschen überlegen, was man jetzt eigentlich in Akt 3 alles gleich nochmal gemacht hat.

Unabhängig dieser eher kleinen Unsauberkeit beim Storytelling, ist der Rest wirklich groß und gut zusammengesetzt. „Diablo 4“ greift hier vor allem auf zwei großartige Tugenden der eigenen Geschichte zurück: Brachial gut inszenierte Dungeons und noch bessere Zwischensequenzen. Die Animationen dort sind filmreif. Diese beiden Dinge kombiniert mit einem stimmigen Storytelling mündet schlussendlich in eine unterhaltsame, dann und wann auch emotionale, Story rund um Sanctuario und führt somit perfekt in diese Welt ein. Gleichzeitig schafft es die Story aber auch, dass man danach nicht genug von Sanctuario hat. Im Gegenteil will man noch weiterreisen, entdecken und ja etwas von seinem Erfolg nach der Rettung dieses Fleckchens Zwischenwelt haben.

Und die wichtigste Frage noch zum Schluss: Nein, man muss keinen der Vorgängertitel gespielt haben, um mit der Kampagne bzw. Handlung klarzukommen. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt Verständnisschwierigkeiten und konnte der Entwicklung jederzeit folgen.

Gameplay: Clash of the Classes – Welche legt sich am besten mit den Gegnermassen an?

Wenn wir uns dem Gameplay von „Diablo IV“ widmen, können wir das entweder komplett eskalieren lassen, oder versuchen auf das Wesentliche zu beschränken, damit das Lesen dieses Abschnitts nicht länger dauert als die Entwicklungszeit des Spiels. Ich habe mich für den zweiten Weg entschieden, aber macht euch trotzdem auf ein bisschen Text gefasst, denn wie man das von Titeln aus den Genres „Hack and Slash“, „Dungeon Crawler“ oder schlicht „Action-RPG“ gewohnt ist, kommt eine gewisse Komplexität von ganz alleine mit. Wir konzentrieren uns in diesem Abschnitt auf die elementaren Funktionen und Inhalte des Gameplay. So werden wir den Unterschied zwischen „endlosen“ und „saisonalen“ Realms klären, welche Klassen ihr zur Auswahl habt und das Herz des Gameplays (die Steuerung und Charakterentwicklung) anhand einer dieser Klassen erklären und natürlich: Was gibt es in Sanctuario so zu erleben?

Gehen wir doch bei der Klärung dieser Fragen einfach mal so vor, wie es auch das Spiel selbst macht: Der Reihe nach. Beginnen wir also mit der Charaktererstellung und der Frage in welcher Art von Realm wir unser Abenteuer beginnen wollen.

Die Charakterauswahl und ihre schweren Entscheidungen:

Direkt zu Beginn des Spiels wird man aufgefordert einen neuen Charakter zu erstellen. Die Erstellung in optischer Hinsicht könnt ihr entweder einer Vorauswahl von sechs verschiedenen Modellen vornehmen, oder ihr geht in den detaillierteren Charakter-Editor – der allerdings im Vergleich zu Genrekollegen eher mäßig üppig ausfällt. Viel wichtiger ist zunächst aber die Frage nach der Klasse eures Charakters. Hier habt ihr die Auswahl zwischen insgesamt sechs verschiedenen Klassen (natürlich wahlweise eine männliche oder weibliche Variante; Aus Gründen der Übersichtlichkeit wird folglich nur die männliche Klasse verwendet):

  • Barbar
  • Jäger
  • Zauberer
  • Druide
  • Totenbeschwörer

Die Klasse des Barbaren gilt spätestens mit dem vierten Serienteil als ein Serienveteran, denn diese Klasse ist durchgehend seit Teil 2 mit von der Partie. Die Klasse zeichnet sich vor allem durch ihre starke körperliche Präsenz und ihre wichtigen Angriffe aus, mit der selbst die fürchterlichsten Monster keine guten Überlebenschancen haben. Die Angriffe setzen sich aus wuchtigen Waffenhieben und dem Einsatz der eigenen Wucht und Tradition der Barbaren zusammen. Die Unterstützung der gefallenen Ahnen und wenig meditative Schlachtenrufe verbessern die Kampffähigkeit eures Charakters oder schüchtern eure Gegner ein.

Der Jäger (im Englischen: Rouge) kehrt aus dem Serienerstling zurück und ist damit ein „Quasi-Neuzugang“. Die schnelle und wendige Art hilft dem Jäger sich aus brenzligen Kampfsituationen zu winden, seine Affinität für Distanzwaffen wiederum ermöglicht es ihm das Kampfgeschehen auch lange genug von sich fernzuhalten.

Der Zauberer kehrt nach einer Pause im dritten Serienteil ebenfalls wieder zur Startmannschaft zurück und setzt wenig überraschend auf magische Angriffe. Dabei kann er sich zwischen physische Varianten wie elektrische Peitschenhiebe oder auf Distanz angelegte Blizzard-Stürme entscheiden. Entgegen allen anderen Klassen gibt es beim Zauberer keine Mehrteilung der primären Fertigkeiten. Er setzt zu 100% auf Magie. Der einzige Unterschied in der Magie sind die verschiedenen Elementklassen (Feuer, Eis, Elektro) und die damit verbundenen Effektschäden auf seine Gegner. Richtig konzentriert und geskillt wird der Zauberer zur absoluten Geheimwaffe.

Nach seinem Auftritt in „Diablo II“ kehrt nun auch der Druide wieder zurück ins Geschäft und nein, er braut nicht nur Zaubertränke für Obelix & Co. Vielmehr setzt der Druide auf die Kraft der Natur oder des Übernatürlichen. So kann er die Elemente der Erde und der Luft zu mächtigen Waffen umfunktionieren oder er nutzt seine Verwandlungskünste, um sich in todbringende Wer-Bestien zu verwandeln, die teilweise auch noch das Element Gift als Unterstützung mitbringen.

Und auch die letzte Klasse ist ein Rückkehrer und erhält jetzt ebenfalls wie der Barbar seinen „Veteranenstatus“. Denn der Totenbeschwörer zerrt bereits seit dem zweiten Serienteil seine untoten Heerscharen aus dem Boden und lässt sie auf wenig unschuldige Monster los. Neben drei Klassen der Totenbeschwörung, setzt der Totenbeschwörer zusätzlich noch auf allerhand schwarzer Magie, die nicht selten großes Blutvergießen anrichtet und so den Effekt „Bluten“ voll auskostet. Mit seinem Gefolge ist der Totenbeschwörer aber auch bekannt dafür den Bildschirm mal schnell sehr unübersichtlich werden zu lassen und die Plattform eurer Wahl ganz schön ins Schwitzen zu bringen – vor allem wenn ohnehin schon viele Gegner am Scharmützel teilnehmen. 50+ bewegliche Charaktere können da schon mal zusammenkommen.

Nach der Auswahl eurer Klasse und dem Finalisieren eures Charakters, habt ihr noch zwei Auswahlen zu überstehen und eine Namensvergabe über euch zu ergehen lassen, ehe ihr ins Abenteuer startet. Die beiden Auswahlen entscheiden, ob ihr entweder die gesamte Handlung zur Verfügung habt und diese dann schlussendlich durchspielen müsst oder sie schlichtweg überspringt. Während sich die andere Auswahl mit der Fähigkeit eurer Wiedergeburt beschäftigt. Denn mit der „Hardcore“-Option ist der Bildschirmtod ein ewiger und ihr könnt den Charakter nicht weiterverwenden.

Die Frage nach dem Realm und was man in Sanctuario alles erleben kann

Wer sich durch die komplette Charaktererstellung gespielt hat, wird vom Spiel vor eine gar nicht so unwichtigen Frage gestellt: Wollt ihr im „ewigen“ oder „saisonalen“ Realm einsteigen? Was ist der Unterschied dieser beiden Realms? Lassen wir doch hier mal ein Bild mehr sagen als 1000 Worte:

In der Kurzfassung ist der „saisonale“ Realm ein erweiterter „ewiger“ Realm und das „empfohlen“ im Bild ist tatsächlich ernst zu nehmen. Denn mit den saisonalen Inhalten habt ihr (wahlweise im Endgame oder bei übersprungener Kampagne sofort) weitaus mehr und bessere Möglichkeiten euren Charakter zu leveln und schlicht und ergreifend „mehr vom Spiel“. Für diese Review hier habe ich mich tatsächlich mit beiden Realms beschäftigt. So habe ich zum Beispiel für die Kampagne rein auf den „ewigen“ Realm gesetzt und habe mich dort um Längen schwerer getan voranzukommen – gerade eben im „Endgame“. Das Leveln in den saisonalen Inhalten ist beinahe schon skandalös einfach und liefert z.B. mit der zum Zeitpunkt dieser Review aktiven „Saison des Konstrukts“ auch eine überraschend interessante Story.

Was wir im Bereich des saisonalen Realms aber zweifelsohne auch ansprechend und thematisieren müssen ist die Tatsache des „Battle Passes“. Denn dessen Inhalte sind ebenfalls ausschließlich im saisonalen Modus verfügbar und liefern euch dabei aber (zum Glück) beinahe nur kosmetischen Schnickschnack oder neue Emotes für die Online-Interaktion. „Play to win“-Mechaniken gibt es aus meiner Sicht extrem wenig bis gar nicht. Somit ist auch der Kauf des Battle-Passes rein optional – gleiches gilt für den Besuch des internen Shops, der ebenfalls rein kosmetische Ware anbietet.

Habt ihr euch für einen der Realms entschieden, landet ihr in Sanctuario und findet euch dort in einer von Ladebildschirmen beinahe komplett befreiten Welt wieder. Aufgeteilt in fünf große Gebiete, könnt ihr diese nach und nach erkunden. Je aktiver ihr die Bereiche auskundschaftet, Nebenmissionen erfüllt, Dungeons abschließt oder Stützpunkte von den Monstern befreit, erhaltet ihr „Regionsfortschritte“. Aufgeteilt in vier Stufen könnt ihr euch somit wertvolle Perks wie zusätzliche Trankkapazitäten oder Fertigkeitenpunkte für eure Charaktere erspielen.

Komplett frei vom Zwischenladen ist Sanctuario dann aber doch nicht, denn immer wenn ihr bestimmte Gebäude, Dungeons oder Höhlen betretet (erkennbar an einer Art orangefarbenem Portal) müsst ihr euch auf eine kurze Ladesequenz einstellen. Alle anderen Bereiche von Sanctuario könnt ihr ohne Unterbrechungen bereisen. Selbst die Schnellreisen sind in aller Regel von einer geringeren Unterbrechung begleitet als das Betreten von Dungeons. Apropos Schnellreisen: Die entsprechenden 35 Portale findet ihr in allen größeren Dörfern oder Städten, aber auch wichtigen Orten für die Kampagne.

Insgesamt wartet Sanctuario mit weit über 700 Aktivitäten auf euch (davon sind über 120 reine Kampagnen-Aktivitäten). Die Aktivitäten teilen sich in folgende auf:

  • Dungeons (115 – ohne „Kampagnen-Dungeons“)
  • Keller (150)
  • Stützpunkte (15)
  • Nebenquests (230+)
  • Altäre von Lilith (160) – beim Charakter mehr dazu unten
  • PVP-Events (140+)

Eine gut gelungene wie simple Übersicht aller Aktivitäten findet ihr beispielsweise auf https://d4planner.io/map.

Habt ihr keine Lust auf all das, könnt ihr euch aber auch in zahlreichen Online-Aktivitäten zusammentun (sh. PVP-Events in der Liste oben), um entweder großen Monsterlegionen oder Weltenbossen das Leben zur Hölle (😉) zu machen. Oder ihr sammelt in saisonalen Events Punkte, um wertvolle Schätze einzuheimsen. Die Auswahl an Aktivitäten ist (gerade in saisonalen Realms) auf den ersten Blick sehr erschlagend und es macht tatsächlich Sinn sich eine Art „Plan“ auszudenken, was man denn jetzt zuerst machen will, denn ansonsten kann das schon auch mal in Überforderung enden.

Wenig mit Überforderung, eher mit Zeit ist dagegen das primäre Ziel eurer Weltenaktivitäten verbunden. Denn wer in der Welt von „Diablo IV“ wirklich was erreichen will, der muss sich um die höchste Weltenstufe bemühen. Wer jetzt nämlich geglaubt hat, dass Sanctuario einfach nur eine Welt auf einer Ebene ist, der hat sich sehr getäuscht. Die sogenannten Weltenstufen fungieren zunächst einmal als Schwierigkeitsgrade, aber auch als Gradmesser was den Wert von Belohnungen und Möglichkeiten in der Interaktion mit Welt und Spielern angeht. Während die ersten beiden Weltenstufen direkt zu Spielbeginn verfügbar sind, muss man sich die Stufen drei und vier mittels Abschlusses eines bestimmten Dungeons „verdienen“. Ebenfalls sind diese an bestimme Levelvorgaben gebunden, die man ganz dringend einhalten sollte, oder man hat höher gelevelte Begleiter bei sich, ansonsten ist man nicht mehr als eine Eintagsfliege.

Hier mal ein Minivergleich der Weltenstufe von „Stufe 1“ auf „Stufe 3“:

Der Wanderer und seine Fähigkeiten:

Jetzt haben wir uns schon mit der Charaktererstellung und der Welt von Sanctuario befasst, da bleibt jetzt nur noch die Frage: Wie kann man den eben erstellten Charakter in dieser doch nicht ganz ungefährlichen Welt nicht nur so lange wie möglich am Leben halten, sondern sich auch noch ein wenig gegen die Monster dort erwehren? Ein jeder Charakter – ganz egal welche Klasse – ist vom Grundsatz her gleich aufgebaut und verfügt über ein Alleinstellungsmerkmal. Wir werden uns in diesem Abschnitt die Charakterentwicklung und Ausrüstung anhand der Klasse „Barbar“ ansehen, damit ihr auch dafür ein kleines Vorabgefühl bekommt!

Euer Charakter verfügt über insgesamt zehn Ausrüstungslots. Während acht dieser auf defensive Ausrüstungen ausgelegt sind, könnt ihr zwei für eure Waffen bestimmen. (Besonderheit Barbar: Hier gibt es zwei zusätzliche Waffenslots). Ein jeder angelegter Ausrüstungsgegenstand erhöht wahlweise euren Waffenschaden oder Rüstungswert. Je seltener die Ausrüstungsklasse ist, desto mehr passive Perks können noch enthalten sein. Diese Perks variieren teilweise extrem zwischen

  • Erhöhter Charakterstats,
  • Gratislevel für Fähigkeiten
  • Erhöhter Schaden gegen bestimmte Gegnertypen oder Effekte
  • Bessere Ausweichmanöver usw.

Ab dem Rang „Legendär“ verfügen die Gegenstände zusätzlich über den „legendären Effekt“ (oder auch „Aspekt“). Was auch ein weiterer passiver Perk wie oben beschrieben ist nur eben um ein Vielfaches mächtiger, so dass diese durchaus „Game-Changer“-Effekte auslösen können. Diese legendären Effekte kann man einmalig zwischen legendären Waffen transferieren, es lohnt sich also diese Ausrüstungsgegenstände mit Bedacht zu ersetzen. Einen etwas weniger kraftvollen dieser „Aspekte“ bekommt ihr auch nach dem Abschluss von Dungeons zugeteilt und könnt diese dann bei einem Besuch des Okkultisten (der auch die Aspekte aus legendären Waffen ziehen kann) einsetzen lassen. Natürlich nicht kostenlos!

Auch einsetzen kann man Edelsteine, und zwar, wenn euer Ausrüstungsgegenstand dafür mindestens einen Edelsteinsockel dafür bereithält. Edelsteine selbst findet man jetzt aber nicht einfach so in der Welt, sondern muss diese vom Juwelier herstellen lassen. Je mehr Fragmente eines Edelsteins ihr investiert, desto mächtiger und kraftvoller sind die Effekte. Jeder Edelstein bringt immer gleich drei verschiedene Effekte mit, je nachdem ob er in einem Rüstungs-, Waffen- oder Accessoire-Gegenstand platziert wird. Das aufmerksame Lesen der Effekte je nach Klasse lohnt sich also durchaus. Habt ihr zu wenig Sockel für eure Edelsteine, könnt ihr diese ebenfalls beim Juwelier erweitern. Jeder Ausrüstungsgegenstand kann dabei maximal zwei solcher Sockel tragen. Insgesamt also bis zu 20 Sockel. Und wenn ihr Juweliere in der echten Welt kennt, dann könnt ihr euch auch vorstellen, dass die Arbeiten der Juweliere in Sanctuario ebenfalls alles andere als kostengünstig sind.

Habt ihr euren perfekten Ausrüstungsgegenstand gefunden, oder wollt euch einfach einen zeitweisen Vorteil aus der Waffe ziehen, dann lohnt sich ein Besuch beim Schmied eures Vertrauens. Denn dieser kann nicht nur die überschüssigen Ausrüstungsgegenstände in eurem Inventar zu Materialien zerlegen, sondern eure Waffen auch reparieren oder verbessern. Repariert werden müssen Ausrüstungsgegenstände immer nach einem Ableben eures Charakters. Denn dann verlieren diese 10% ihrer Haltbarkeit. Je nach Seltenheitsstufe kann eure Waffe maximal vier Verbesserungsstufen erhalten. Mit jeder Stufe verbessern sich die aktiven und passiven Perks. Das Verbessern kostet neben Gold auch Materialien, die ihr entweder durch Kämpfe, Belohnungen, in Truhen oder auch das Zerlegen von Ausrüstungsgegenständen bekommt. Weniger empfehlenswert sind aus meiner Sicht die Waffen- und Rüstungshändler. Deren Angebote sind wahlweise schlicht unverschämt teuer und haben zudem auch nur ganz selten einen wirklich eminenten Vorteil gegenüber eurer aktuellen Ausrüstung. Verlasst euch hier lieber auf euer Lootglück!

Wollt ihr den Ausgang eines Kampfes nicht nur von eurer Ausrüstung und euren Fähigkeiten abhängig machen, solltet ihr euch auch mal mit der Kunst der Alchemie auseinandersetzen. Denn bei alchemistischen Läden könnt ihr nicht nur die Wirkung eurer Heiltränke verbessern (abhängig eures Charakterlevels), sondern auch Elixiere brauen lassen, die einen bestimmten Aspekt eures Charakters verbessern. (Pro-Tipp fürs Aufleveln: Jedes Elixier boostet zusätzlich den EP-Gewinn um 5%). Um sowohl die Trankwirkung zu verbessern wie auch ein Elixier zu brauen, braucht ihr: Natürlich entsprechende Zutaten und wiederum Geld.

Ihr habt vielleicht in den letzten Absätzen gemerkt: Sich um die Ausrüstung und das Wohl des Charakters zu kümmern ist vor allem eines: kostenintensiv! Um das alles zu bewerkstelligen, braucht ihr vor allem Gold. Das findet ihr bei so gut wie jeder Auseinandersetzung, in Truhen bei bestimmten Schreinen, durch bestimmte Perks, oder natürlich auch durch das Verkaufen von Ausrüstungsgegenständen. Ob ihr eure Ausrüstungsgegenstände lieber verkauft oder in Materialien zerlegen lasst ist eine kniffelige Entscheidung. Mein bescheidener Tipp als Newbie: Setzt am Anfang eher auf das Verkaufen und sammelt ein wenig Kapital, je weiter ihr im Handlungsverlauf seid, desto mächtiger werden die Ausrüstungsgegenstände von ganz alleine und das Verbessern von geringen Seltenheitsstufen ist nicht wirklich rentabel. Erst ab dem Rang „Legendär“ ist es für mich empfehlenswert sich mal um die Verbesserung der Ausrüstung zu kümmern. Was aber nicht heißen soll, dass ihr im Geld schwimmen werdet – ganz im Gegenteil. Vor allem im „ewigen“ Realm kann das Geld verdienen schon mal anspruchsvoll werden. Setzt hier auch auf Nebenquests und das Abschließen von Regionenfortschritten, denn mit ihnen kommt auch immer ein nicht unwesentlicher Geldbetrag in eure Taschen!

Last but not least hat euer Charakter aber noch drei Bereiche, die ihm im Kampf teilweise entscheidend weiterhelfen können: Das Klassen-Merkmal (so nenne ich es jetzt einfach mal) unterscheidet sich von Klasse zu Klasse in Art, Umfang und Unterstützung. Beim Barbaren nennt sich dieses Merkmal „Waffenexpertise“. Ihr habt hier die Möglichkeit die für den Barbar in Frage kommenden Waffentypen (insgesamt sieben) durch das Benutzen einer Waffe des Typs aufzuleveln. Jeder Typ liefert verschiedene passive Perks wie z.B.

  • Höherer Schaden (gegen bestimmte Gegnertypen / Effekte)
  • Bessere Chance auf kritische Treffer

Sucht euch einen dieser Effekte aus und wählt diesen an. Ihr könnt immer nur von einer Waffenexpertise profitieren. Das Maximallevel jeder Expertise liegt bei Level 10. Freigeschaltet wird die „Waffenexpertise“ nach dem Abschließen einer Nebenmission, die ihr ab Level 15 eures Charakters aktiviert. Das gilt auch für alle anderen Klassen: Level 15 erreichen, passende Nebenmission abschließen, „Klassen-Merkmal“ freischalten!

Ebenfalls bei allen gleich – nur mit unterschiedlichen Inhalten ist der Fähigkeitenbaum. Dieser enthält mannigfaltige Optionen, die euch im Kampf unterstützen. Insgesamt könnt ihr als Barbar sechs der insgesamt über 20 vorhandenen Fähigkeiten ausrüsten. Jede Fähigkeit lässt sich viermal verbessern und hat zudem noch zwei Erweiterungen. Also einfach gerechnet: Eine voll ausgebildete Fähigkeit kostet sieben Fähigkeitenpunkte – hochgerechnet auf sechs Fähigkeitenslots eures Charakteres sind das insgesamt 42 Fähigkeitenpunkte. Hinzu kommt aber noch eine mächtige passive Fähigkeit, die ihr euch nicht entgehen lassen sollt – also 43 Fähigkeitenpunkte für den vollständig ausgerüsteten Charakter. Jetzt liefert der Fähigkeitenbaum aber gefühlt mindestens genauso viele passive wie aktive Fähigkeiten. Ihr habt aber nur eine seeehr begrenzte Anzahl an Fähigkeitenpunkten. Denn ihr erhaltet diese nur bis Level 50 – ab Level 50 wechselt ihr den Fähigkeitenbaum (gleich mehr dazu).

Ihr könnt euch aber noch durch Regionenfortschritte weitere Fähigkeitenpunkte erwerben. Ein vollständiges Ausfüllen des Fähigkeitenbaums ist aber nicht möglich! Ihr müsst also definitiv an irgendeinem Punkt Abstriche machen.

Kurz angerissen habe ich es ja schon: Ab Level 50 wechselt eure Fähigkeitenverbesserung den Schauplatz. Dann dreht sich nämlich alles nur noch um das sogenannte „Paragorn“. Ähnlich aufgebaut wie ein klassischer Fähigkeitenbaum, verbessert dieser Bereich aber ausschließlich passive Perks wie

  • Besser Angriffsgeschwindigkeit
  • Mehr Willenskraft
  • Mehr Schaden

Investiert werden hier sog. „Paragornpunkte“, die ihr ab Level 50 immer beim Level-Up erhaltet, durch Regionenfortschritte freispielt oder durch das Auffinden von „Liliths Altären“ – das sind mal mehr mal weniger gut versteckte Punkte auf der Karte von Sanctuario, die euch bei Auffinden aller insgesamt 160 (!!!) Altäre folgende Gesamtperks bescheren:

  • Stärke: +68
  • Intelligenz: +68
  • Willenskraft: +68
  • Geschicklichkeit: +68
  • Maximale Raunende Obolusse: +100 (=Ersatzwährung)
  • Paragon Punkte: +4

Das Positive daran ist, dass diese Perks nicht charaktergebunden sind, sondern auch direkt für alle Charaktere des gleichen Realms gelten. Das Negative daran ist, dass man diese Altäre nicht auf der Karte angezeigt bekommt, hier heißt es also wirklich die Welt abklappern (oder ihr besucht gut aufgestellte Online-Foren wie z. B. die oben verlinkte Karte)

Grafik: Horror im Dungeon und filmreife Story-Szenen

Bereits die letzten Serientitel – oder generell die Produktionen aus dem Hause „Activision-Blizzard“ – sind in Sachen optischer Inszenierung immer sehr weit vorne mit dabei. Da macht jetzt auch „Diablo IV“ natürlich keine Ausreißer nach unten. Im Gegenteil. Gerade die allererste Film-Zwischensequenz zum Start des Spiels ist so großartig, das man danach direkt vergisst weiterzuspielen. Zu gern würde man jetzt einfach den Geschehnissen in genau dieser Aufmachung folgen. Die Darstellung von Lilith ist großartig gelungen und unterstreicht den aktuellen Trend von starken weiblichen Charakteren – auch mal als „Bösewichtin“ wie zuletzt ja im japanischen Actioner „Resident Evil Village“. Doch auch die Frage warum man mit „Diablo IV“ das erste Mal in der Geschichte der Hauptserie die Altersfreigabe „USK 18“ erhalten hat, wird direkt in dieser ersten Sequenz äußerst anschaulich beantwortet. Die Brutalität und vor allem der Einsatz von Blut ist ein wesentlicher Bestandteil nicht nur dieser Zwischensequenz, sondern des kompletten Spiels. Immer wieder werden Gegner durch bestimmte Klassen zweigeteilt, oder wir finden uns in höllenartigen Dungeons wieder, mit lebendigen Türen, die entzweigerissen werden müssen.

Die grafische und spielerische Brutalität kennt hier keine Grenzen und es ist mit einer der großen Auszeichnungen für das Spiel. Die Inszenierung der Dungeons reißt hier so unglaublich viel heraus, denn wenn man sich mal blind auf das Gameplay der Dungeons konzentriert, dann verfällt man hier sehr schnell in repetitives „Gecrawle“ ohne viel Esprit. Doch durch die optische Aufmachung ist es immer wieder aufs Neue schön, sich in solche Dungeons zu verirren. Auch wenn tatsächlich nicht alle der über 100 Dungeons komplett individuell sind, aber es ist doch genügend Abwechslung dabei, so dass man nicht behaupten kann es wäre langweilig.

Auch bei der Darstellung der Charaktere nimmt sich „Diablo IV“ unglaublich viel vor. Gerade eben in diesen animierten Zwischensequenzen kommen die Charaktermodelle grandios zur Geltung. Im Spiel selbst ist es aufgrund der eher entfernten Iso-ähnlichen Perspektive oftmals nicht wirklich notwendig die allergrößten Details in die Charaktere zu packen. Doch auch in dieser Perspektive weiß das Spiel mit einem Aspekt zu überzeugen: Die Monster und ihre Diversität. Ich hätte persönlich niemals damit gerechnet eine so diverse und groß angelegte Fauna in diesem Spiel zu finden. Von „normalen“ Wölfen bis hin zu den widerlichsten Höllenkreaturen findet sich beinahe alles. Vierbeiner, Achtbeiner (ja, das Spiel wäre nichts für Ronald Weasley…), Zweibeiner, Menschen, Monster, Tiere – die Auswahl an Gegnern ist gefühlt unermüdlich. Auch der diverse und abwechslungsreiche Einsatz von Elite-Gegnern, bei denen man sich ebenfalls nicht auf bestimmte Typen konzentriert (ein Elite-Mückenschwarm kann unfassbar lästig sein) und lässt der großen Spielwelt einfach ihren Lauf.

Insgesamt muss man festhalten ist die Welt Sanctuario ein großartiger Fleck Zwischenwelt geworden. Verschiedene Biome (Schnee, Berge, Sumpf, Wüste, …) treffen auf ihre diversen Vor- und Nachteile und somit auch auf die für sie passende Vegetation. Es ist ein sehr stimmiges Bild, das man in „Diablo IV“ vorfindet und vor allem ein Bild, in das man unglaublich gerne unglaublich viel Zeit investieren will – auch weil die optische Inszenierung auf seine grausame und blutige Art und Weise eben entsprechend einladend gelungen ist!

Sound: Für diesen „Tagesschau-reifen“ Sound braucht es keine Inquisition!

Hört man direkt zu Beginn des Spiels das erste Mal den Soundtrack, dann fühlt man sich schon so ein wenig, als würde man vor den Toren der Hölle stehen. Doch ist man dann erst einmal in Sanctuario angekommen, muss man zwangsläufig an ein anderes Genre denken. Denn die Musiken gerade auf der Oberwelt erinnern ganz oft an diese klassischen westlichen RPG-Titel und das kommt auch nicht so ganz von ungefähr. Denn mit Ted Reedy ist der Komponist des jüngsten Titels der „Dragon Age“-Reihe „Inquisition“ mit von der Partie. Doch dieser Mix aus düsteren Soundtracks und den eben eher leichteren bis mythischen Stücken ist ein großartiger Mix, der sich nicht nur immer perfekt mit der gezeigten Szenerie zusammentut, sondern so eben auch die Immersion gelungen verstärkt. Ein Soundtrack, den man nie zu viel hören kann – egal wie lange man schon in der Welt von „Diablo IV“ unterwegs ist.

Wo der Titel bereits bei der grafischen Inszenierung groß vorgelegt hat, lässt er bei der Synchronisation nicht nach. Die Stimmen der verschiedenen Klassen aber auch Charaktere, denen man während des Spiels doch in großer Zahl begegnet, sind immer gut gelungen. Ein kleiner Trend der Stimmen bzw. derer Tonlagen geht ins Düstere aber das wiederum passt perfekt ins Bild. Wer genau hinhört, der kann vielleicht auch die ein oder andere bekannte Stimme heraushören. Und ja, damit meine ich jetzt auch die eher medienwirksame Enthüllung, dass mit Claudia Urbschat-Mingues die Stimme des Satzes „Hier ist das erste deutsche Fernsehen mit der Tagesschau“ die deutsche Synchronstimme von Lilith ist.

Alles in allem muss sich die auditive Inszenierung in keinem Moment vor der visuellen verstecken – ganz im Gegenteil. Sie trägt mindestens genauso zu dem gut gelungenem Gesamtpaket der künstlerischen Inszenierung von „Diablo IV“ bei.

Fazit: Schöner kann ein Ausflug in die Hölle nicht sein

Ich habe ehrlicherweise sehr lange überlegt, wie ich dieses Fazit aufbauen oder auch nur beginnen soll. Denn durch die Tatsache, dass ich mit „Diablo IV“ meine erste Erfahrung mit der Reihe gemacht habe, macht es mir natürlich schwer den Titel innerhalb seiner doch langen Spielehistorie einzuordnen. Daher bleibt mir nur der Blick auf den Titel selbst und dort finde ich einen „Dungeon Crawler“, der sich versucht mit einer offenen Spielwelt zusammenzutun. Das Ergebnis hört jetzt auf den Namen „Diablo IV“ und konnte mich tatsächlich überzeugen bis begeistern. Ich habe in den letzten Jahren immer wieder mit Titeln aus dem Bereich „Dungeon Crawler“ zu tun gehabt. Daher wollte ich mich ehrlich gesagt dieser Serie stellen.

„Diablo IV“ überzeugt zwar nicht immer bedingungslos mit seiner gerade zu Beginn etwas zu fahrigen und unkoordinierten Handlung bzw. Dramaturgie. Doch gerade ab der Mitte nimmt diese auch wirklich Fahrt auf und liefert uns eine nicht nur emotionale, sondern auch motivierende Einführung in die Welt von Sanctuario ungefähr 50 Jahre nach den Ereignissen in „Diablo III“. Motivierend deshalb, weil es das Spiel mit Leichtigkeit geschafft hat mich auch nach der Kampagne nicht nur noch zu begeistern, sondern das Spiel mit insgesamt drei weiteren Charakteren in verschiedensten Modi noch einmal anzuspielen. Diese „Aftergame-Müdigkeit“, die sich sonst für gewöhnlich bei mir einstellt, konnte „Diablo IV“ einmal komplett beseitigen – das rechne ich dem Titel groß an.

Mindestens genauso groß – wenn nicht noch eine Nummer größer – muss man einem Werk aus dem Hause „Activision Blizzard“ natürlich auch die Tatsache anrechnen, dass sie bei der technischen Inszenierung immer ganz oben mitspielen. Die filmischen Zwischensequenzen in „Diablo IV“ sind großartig gelungen, gleiches gilt für die deutsche Synchronisierung oder aber auch den großartigen Soundtrack. Was mich überrascht hat war zu Spielbeginn die USK-Freigabe ab 18 Jahren, doch der hohe Grad an Brutalität erklärt diese gleich nach wenigen Spielminuten.

„Diablo IV“ mag es bei Serienfans vielleicht nicht immer und uneingeschränkt leicht haben, aber einen Neueinsteiger wie mich konnte der Titel komplett abholen – nicht nur weil ich keinerlei Hintergrundwissen benötigt habe. Sondern auch weil mich das Gameplay und dessen Inszenierung jederzeit überzeugen konnte und ich den Titel auch jetzt nach dieser Review immer mal wieder spiele.

Keep on Gaming!

Wertung

Pro und Contra

ProContra
Keine „Pay to Win“-Optionen –  (meist) nur KosmetischesBattle-Pass und teils horrende Mikrotransaktionen
Intuitives GameplaySeasons kollidieren mit Events (kann überfordern)
Für Serieneinsteiger geeignetGameplay manchmal etwas repetitiv
Großartige InszenierungHandlungsstruktur in Akte wenig sinnvoll
Überzeugendes „Aftergame“ 

Score:

KategoriePunkteBegründung
Story8Die Geschichte rund um Liliths Rückkehr und ihren Plan nicht nur Sanctuario zu zerstören, sondern auch die Familienfehde im Hintergrund, funktioniert überraschend gut. Wenn auch der Start in die Handlung etwas langatmig und holprig ausfällt, findet sie später ihre Geschwindigkeit und kann dann auch mit dem ein oder anderen emotionalen Ausreißer durchaus begeistern. Gleichzeitig lässt einen die Handlung nach dem Abschluss motiviert zurück, so dass man auch das „Endgame“ noch gerne angeht.
Gameplay9Die Steuerung von „Diablo IV“ ist sehr eingängig und erlaubt so nicht nur aus diesem Aspekt Neueinsteigern einen guten Start. Später im Spiel kommt zwar trotz einer leicht erhöhten Komplexität dann und wann das Gefühl der Repetition auf, aber kann sich zum Glück nie halten. Insgesamt deckt „Diablo IV“ alle seine Genretugenden sehr zufriedenstellend ab.
Grafik10Activision-Blizzard weiß um seine Stärken bei der optischen Inszenierung seiner Spiele. Unterstrichen wird das durch die filmischen Zwischensequenzen von „Diablo IV“, die jederzeit großartig sind. Aber auch die Ausgestaltung der an sich offen angelegten Spielwelt von Sancturio in verschiedene aber inhaltlich jederzeit stimmige Biome ist ein großes Markenzeichen für das Spiel und die Qualität seiner Grafikabteilung.
Sound9Wenn man einen knapp dreistündigen Soundtrack zur Verfügung hat, ist das schon einmal ein kleines Ausrufezeichen. Dass man diesen dann aber auch noch immer jederzeit stimmig zur Umgebung einsetzt und gleichzeitig auf großartige Synchronstimmen zurückgreift, rundet das großartige Sounddesign ab.
Gesamtwertung88 %„Diablo IV“ liefert vielleicht keinen Meilenstein in der Geschichte von Activision-Blizzard ab, aber immer noch einen der besseren „Dungeon-Crawler“- bzw. „Hack and Slash“-Ableger der letzten Zeit. Die Rückkehr von Lilith begeistert vor allem mit ihrer offenen und stimmigen Oberwelt, aber auch (zumindest gen Ende) mit ihrer Handlung. Kernstück ist das Aftergame und dort laden Seasons zum Verweilen ein, kombiniert mit kürzer befristeten Events kann das zwar manchmal etwas Überhand nehmen, aber man kehrt immer wieder gerne für ein paar Dungeons nach Sanctuario zurück.

Infos:

PublisherBlizzard Entertainment / Activision Blizzard
EntwicklerBlizzard Team 3 / Blizzard Albany
Plattform(en)Playstation 4 + 5
Xbox One + Series
PC (Windows)
GenreAction-RPG, Hack and Slash, Dungeon Crawler, Horror
Release (Deutschland)05. Juni 2023
Websitehttps://diablo4.blizzard.com/de-de/
Alterseinstufung (USK)18 Jahre
Spielzeit62 Stunden gesamt (davon ca. 30 Stunden Kampagne)
Systemanforderungen (bei Windows-PC) – Empfohlen (Quelle: Steam Store)Setzt 64-Bit-Prozessor und -Betriebssystem voraus
Betriebssystem: Windows® 10 (64-bit) Version 1909 oder neuer
Prozessor: Intel® Core™ i5-4670K oder AMD Ryzen™ 1300X
Arbeitsspeicher: 16 GB RAM
Grafik: NVIDIA® GeForce® GTX 970 oder Intel® Arc™ A750 oder AMD Radeon™ RX 470
DirectX: Version 12
Netzwerk: Breitband-Internetverbindung Speicherplatz: 90 GB verfügbarer Speicherplatz Zusätzliche Anmerkungen: *1080p Auflösung, mittlere Grafikeinstellungen, 60 FPS, SSD erforderlich  

Trailer zu „Diablo IV“: