Bethesda Game Studios sind bekannt für ihre offenen Spielwelten wie „The Elder Scrolls“ oder „Fallout“. Jetzt haben sie sich nach 25 Jahren erstmals einer komplett neuen Umgebung und Thematik gewidmet. Mit „Starfield“ soll es in die unendlichen Weiten des Weltraums gehen und man soll nicht nur einen Planeten bespielen können, sondern ganze Sonnensysteme. Ich habe mich mit der Frage befasst, ob man bei einem solchen gewichtigen Titel für das Studio automatisch über eine Kandidatur als „Spiel des Jahres“ nachdenken muss, oder ob die lange Entwicklungszeit nicht vielleicht auch ein störendes Element am Ende sein kann. Welche Antwort ich zu welcher Frage gefunden habe, könnt ihr in meiner Review zum vielleicht umfangreichsten Spiel des Jahres 2023 nachlesen.

Autor: Alex

Plattform: Xbox Series X

Inhaltsverzeichnis:

Handlung: Willkommen im weiten Universum mit seinen unendlichen Möglichkeiten!

Durch einen unbekannten Grund landet eure Spielfigur als Minenarbeiter auf einem kleinen Mond. Dort soll er oder sie gemeinsam mit anderen Mineralien abbauen. Im Laufe dieses Prozesses stößt der Trupp auf ein seltsam wirkendes Gesteinsgebilde. Beim Versuch es vom umliegenden Gestein zu befreien und an euch zu nehmen, fallt ihr plötzlich in Ohnmacht. Doch man kann eine kleine und kurze Vision sehen – viele schnelle Bilder von mythischen Gebilden und Sternenbildern. Als ihr wach werdet, werdet ihr aufgefordert die Mine zu verlassen, denn die Reaktion von euch hat die Crew an jemanden erinnert: Barrett, hatte vor einiger Zeit eine ähnliche Vision. Er ist Teil einer Organisation, die sich mit dem Mysterium dieser Gebilde befasst. Die „Constellation“ – so heißt jene Organisation – nimmt euch auf und führt euch ein in deren bestehendes Wissen.

Es liegt nun an euch, ob ihr der Constellation helft dieses Mysterium zu lösen und somit vielleicht eine Antwort auf das tiefsitzendste Geheimnis des Universums zu erhalten: Gibt es mehr als eines? Oder wollt ihr euch lieber für einen anderen Job entscheiden? Ranger, Bürohengst, Polizist, Händler, Schmuggler? Vielleicht, aber sagt ihr all dem ab und zieht euch in die Forschung zurück? Bereist zig Dutzende Planeten verschiedener Sonnensysteme und erforscht deren Beschaffenheit, Flora und Fauna? Oder verschreibt ihr euch der Raumfahrt und entwerft das einmaligste und beste Raumschiff, welches das Universum jemals gesehen hat?

Die Möglichkeiten sind vielfach und die Constellation wird immer ein sicherer Hafen für euch und eure Aktivitäten sein und wer weiß: Vielleicht hält sie ja auch noch die große Liebe bereit?

Folgt ihr der Mission der Constellation wird euch diese an einige Planeten bringen, mit noch mehr Menschen vertraut machen und auch euer Gewissen nicht nur einmal auf die Probe stellen. Im Laufe der Geschichte entdeckt ihr verschiedene Hintergründe und Beweggründe, die sich rund um diese seltsamen Artefakte bilden. Am Ende müsst ihr euch sogar die Frage stellen, auf welcher Seite ihr mit der Constellation eigentlich steht und welche Gefahren eure Recherchen und Suchereien auch mit sich bringen können – für euch und das gesamte Universum.

Seid ihr bereit für dieses Abenteuer?

Einschätzung zur Handlung:

Für mich war „Starfield“ die erste Begegnung mit Bethesdas Art und Weise ein Videospiel zu inszenieren. Ich kenne die Marken „The Elder Scrolls“ und „Fallout“ natürlich, habe aber noch nie ein Spiel dieser Reihen (komplett durch-)gespielt. Ich war daher sehr gespannt und auch interessiert, was mich in diesem Mega-Open-World-Spiel erwarten wird. Vor wollte ich unbedingt wissen, wie man es schafft in einer so scheinbar schier endlosen Welt eine sinnvolle Handlung zu integrieren. Die Antwort auf diese Frage war dann tatsächlich schneller gefunden, als ich es für möglich gehalten habe. Denn das Verfolgen der Hauptstory-Linie ist überraschend einfach und gut einzuhalten.

All diese kleinen und großen Nebenschauplätze, die „Starfield“ mit sich bringt sind am Ende genau das: Nebenschauplätze. Man muss mit ihnen nicht interagieren, es kann aber natürlich das Spielerlebnis wahlweise erweitern oder auch die Hauptstory unglaublich vereinfachen. Dass es keine Überschneidung zwischen den kleineren und größeren Nebenquestlinien, mit der von der Hauptstory gibt ist für mich kein Nachteil des Spiels, sondern sogar ein großer Qualitätsnachweis. Denn auch dadurch wird die spielerische Freiheit von uns Spielenden nochmals unterstrichen. Wir können komplett frei entscheiden, wie wir an dieses Spiel herangehen wollen.

Entscheiden wir uns für einen Weg, dann liefern die Verantwortlichen auch immer die nötigen Unterstützungen und Hilfen. Wir werden aber niemals gezwungen uns mit etwas zu beschäftigen. Entscheiden wir uns eine große Questlinie, die aus Dutzenden Missionen besteht, einfach mal zu unterbrechen, um uns beispielsweise dem Erkunden von Planeten zu widmen, dann erlaubt dies das Spiel komplett reibungslos.

Einzig bei der Hauptstory gibt es gewisse Entwicklungen und auch Entscheidung, die nicht nur zu treffen sind, sondern mit denen man am Ende auch leben muss. Vor allem gen Spielabschluss kommt es dann auch mal vor, dass manche Charaktere nicht mehr verfügbar sind und mögliche Kooperationen oder Einsätze nicht mehr möglich sind. Und je weiter man sich in die Story hineinfuchst, desto mehr will man von ihr entdecken. Gerade das letzte Drittel der Handlung bietet einen unfassbaren Umfang an Interpretationen, moralischen Botschaften und großen philosophischen Fragen, dass man sich regelmäßig die Augen reiben muss. Ich hatte hier eine großartige Unterhaltung und war beim Abschluss des Spiels auch wirklich bewegt.

Doch ein weiteres Highlight hat „Starfield“ selbst dann noch parat. Das „New Game Plus“ ist vielleicht eines der besten, das ich jemals gesehen und auch gespielt habe. Ja ich bin nicht der ganz große Fan dieses Spielmodus, aber die Art und Weise, wie Bethesda das hier inszeniert ist großartig! Aus Spoilergründen kann bzw. will ich an dieser Stelle auch nicht zu detailliert werden, nur so viel: Ihr habt keine große Entscheidung, ob ihr das New Game Plus startet oder nicht. Es aktiviert sich mehr oder weniger von selbst. In ihm könnt, ihr dann aber entscheiden, ob ihr die komplette Handlung noch einmal erleben wollt, oder ob ihr eine Art „Kurzversion“ von ihr spielt. So schafft ihr es dann nämlich ab dem zweiten Durchlauf wesentlich schneller zum erneuten Abschluss. Und ja: Wer das Spiel wirklich als „durchgespielt“ bezeichnen will, benötigt mehrere Durchläufe – so an die zehn Stück wohl.

Ihr könnt euch aber auch komplett lossagen und das Spiel in dem Status „Der letzte Bosskampf ist noch offen“ einfach weiterspielen. Dieser Umstand, der mich in vielen Spielen oft vom Weiterspielen abhält, fällt bei „Starfield“ nicht auf, da hier eben wieder diese große Freiheit greift, die sich in diesem Spiel befindet. Es fällt (bis auf dem Eintrag im Missionslog) eben gar nicht auf, dass hier eine unerledigte Mission vorhanden ist.

Gameplay: Alle macht der Forschung – und was ihr sonst noch so erleben könnt!

Ja „Starfield“ ist groß – sehr groß sogar, aber man sollte sich davon auch nicht abschrecken lassen. Denn im Grunde folgt das Spiel den üblichen Open-World-Regeln, nur eben in einer etwas anderen Skalierung. Ich möchte versuchen in diesem Abschnitt ein wenig die Angst vor der Größe zu nehmen, euch aber auch nicht zu illusionieren, was die Tiefe des Gameplay angeht. Denn auch das gehört zur Wahrheit dazu: Anfängerfreundlich sieht anders aus. Bethesda kann sich bei diesem Spiel auf eine Community verlassen, die das Unternehmen seit Jahrzehnten durch die verschiedensten Spiele begleitet hat und für genau diese Community ist der Titel in erster Linie auch entstanden. Das merkt man vor allem dann, wenn man sich eben die Gameplayvarianz ansieht und die Möglichkeiten, die uns mit diesem Spiel gegeben werden.

Ich habe versucht eine Art Struktur in das Gameplay zu bringen, damit ihr nicht so erschlagen davon seid, wie ich es in den ersten gefühlt 30 Spielstunden war. Dabei habe ich mich auf drei Schlüsselaspekte des Gameplay konzentriert: Die Map, die Missionen und euer Spielcharakter. Wir bleiben auch möglichst in dieser Reihenfolge, da ich der Hoffnung bin mit der Map am meisten von der Angst der Größe abzunehmen. Ganz klar wird dieser Bereich hier nicht auf ALLE Möglichkeiten des Gameplay und des Erlebens von „Starfield“ eingehen können, aber das soll in diesem Artikel auch gar nicht der Anspruch sein. Vielmehr will ich erreichen, dass ihr einen Einblick in diese Spielwelt erhaltet und orientiert an meinen Erlebnissen einen Eindruck seiner Qualitäten, aber auch der Makel erhaltet.

Die Weltenkarten bzw. die Universumskarte:

Das Prinzip von mehreren bereisbaren Planeten kennen manche von euch ja bereits aus „No Man´s Sky“, deshalb ist die ganz große Überraschung bei „Starfield“ jetzt auch eher ausgeblieben, als man mit genau diesem Feature um die Ecke gekommen ist. Was aber dennoch bleibt ist eine Universumskarte mit hunderten möglichen Reisezielen. Orientiert man sich im Verlaufe der Haupthandlung bekommt man recht schnell ein Gefühl für die Karte, aber auch die Erkenntnis, dass nur eine Handvoll Planeten wirklich relevant sein wird. Auch diese Überraschung ist jetzt keine wirkliche. Denn man kann keine Handlung auf hunderten Planeten, Monden oder sonstigen „kosmischen Klumpen“ abspielen. Eine gewisse Ballung ist allein aus dramaturgischen Gründen erforderlich, um einen Spannungsbogen aufrechterhalten zu können.

Das Reisesystem in „Starfield“ richtet sich vor allem nach der Reiseleistung eures flugtauglichen Untersatzes. Denn je stärker der sogenannte „Gravitationssprung“ ausgestattet ist, desto schneller kommt ihr weiter voran. Insgesamt gibt es Raumschiffe in drei verschiedenen Klassen. Je höher die Klasse, desto größer eure theoretische Reisemöglichkeit. Keine Sorge: Ihr könnt die Haupthandlung auch mit den im Rahmen der Handlung zur Verfügung gestellten Schiffe abschließen – schön ist aber vielleicht anders. Der Ausbau der Klassen erfolgt wie so vieles was Gameplay-Feinheiten angeht über die Fähigkeiten eures Charakters. Öffnet ihr die Sternenkarte, so blickt ihr zunächst immer auf den Ort, an dem ihr euch gerade befindet. Über drei Zoomstufen kommt ihr schlussendlich in die Übersicht der Galaxien. Sucht euch jetzt eine Galaxie eurer Wahl aus und prüft, ob euer Gravitationssprung hier mithalten kann. Gelingt das, könnt ihr auch innerhalb der Galaxie direkt einen Planeten anvisieren und direkt dorthin fliegen.

Was leider nicht funktioniert – oder nur verbunden mit einem massiven Zeitaufwand – ist das direkte Anfliegen von Planeten innerhalb einer Galaxie oder das Landen auf einem Planeten. Hierfür sind immer „Shortcuts“ zu verwenden. Denn die Abstände der Planeten sind durchaus realitätsnah – auch wenn eine Reise von der Erde zum Mars keine Monate dauert. Die Entfernungen können nicht spielerisch zurückgelegt werden. Dabei spielt es auch keine Rolle welches Raumschiff ihr habt. Das Nutzen und Einsetzen des Gravitationssprungs ist unabdingbar. Bei der Landung ein ähnliches Phänomen. Ihr könnt nicht einfach auf den Planeten zufliegen und diesen ansteuern. Ihr müsst euch über die Karte einen Landepunkt aussuchen und über die „Landen“-Funktion die Landung einleiten. Das manuelle Landen würde einige Stunden in Anspruch nehmen – technisch aber im Ansatz machbar.

Bereits hier offenbart „Starfield“ übrigens einen Kritikpunkt, der sich durchaus durch das ganze Spiel zieht. Denn auch wenn der Titel mit einem hohen Grad an Freiheiten daherkommt, so wirklich frei ist man aber dann doch nicht. Dieses Buttonsmashen, um zu einem Ort zu reisen ist eine Herausforderung für die Geduld und ich wollte mich bis zum Ende nicht so wirklich damit anfreunden – was auch daran liegt, dass ich generell nicht der allergrößte Fan von Schnellreisen bin. Bei „Starfield“ kommt man aber nicht drumherum. Die Steigerung dessen findet ihr dann, wenn ihr eine aktive Mission auswählt, denn unmittelbar nach dem Aktivschalten im Missions-Log könnt ihr mit einem Tastendruck direkt zum Zielplaneten umschwenken und die Schnellreise starten. Wirkliche Immersion und „Gefühl“ sind bei dieser Option absolut nicht enthalten, aber ihr könnt dadurch zumindest Mission um Mission abreißen, ohne euch die Finger wund zu drücken. Ob einem das jetzt gefällt oder nicht ist, dann Geschmacksache.

Habt ihr es dann doch einmal zu eurem Wunschplaneten geschafft, kann euch im Orbit aber auch noch einiges begegnen. Denn dort warten unter anderem zwei piratenähnliche Fraktionen, die euch liebend gerne in Stücke schießen. Oder ihr feuert aus Versehen auf ein Patrouillenschiff der zahlreichen Gesetzeshüter und habt dadurch mächtig Ärger ausgelöst – also ich habe gehört, dass das passieren kann… Es gibt aber auch zufällige Begegnung mit mal bekannten und mal unbekannten NPCs und die können durchaus urkomisch oder tieftraurig ausfallen. Von einer möchte ich euch erzählen. Ihr erhaltet einen „Notruf“ von einer älteren Dame, die einsam im Weltall umhergeistert. Ihr Mann ist gestorben und die beiden wollten eigentlich ihren Ruhestand mit Weltraumreisen verbringen. Jetzt reist die alte Frau allein durch das Universum ohne menschlichen Kontakt. Sie lädt euch auf ihr Schiff ein und ihr könnt neben einem großartigen Abendessen auch ein bisschen was von ihrer Ausrüstung haben. Dieser großartig emotionale und zwischenmenschliche Moment mitten in der Tiefe des endlosen Weltalls – Bethesda at its best!

Die Fülle an Missionen…

… ist auch nur auf den ersten Blick viel. Gut streng genommen auch auf den zweiten, aber wie auch schon bei den Reisemöglichkeiten muss man nur ein Gefühl für sie bekommen und dann ergibt sich ganz vieles von selbst. Dennoch sind allein die fünf verschiedenen Questtypen erst einmal viel. Doch hier kommt wieder dieser „Fühl dich frei“-Gedanke von Bethesda zum Tragen. Man ist zu keiner Mission wirklich gezwungen. Verbringt man die ersten Stunden im Spiel, dann wird man als regulärer Open-World-Spieler aber dennoch zunächst von ihnen erschlagen. Alle paar Sekunden prasseln neue Quests und Möglichkeiten auf uns nieder und man sieht sich gar nicht mehr raus.

Schuld daran ist vor allem das aus z.B. „The Elder Scrolls V: Skyrim“ bekannte „Radiant-System“. Durch dieses erhaltet ihr Quests beispielsweise einfach durch das Vorbeilaufen an bestimmten NSCs oder Szenarien. Ihr schnappt einen Satz auf wie z.B. „Hast du das von Paul schon gehört“ und durch diesen Satz triggert sich eine Mission in euren Mission-Log. Diese Radiant-Quests füllen gerade zu Beginn mehrheitlich euer Log. Hinter ihnen verbergen sich aber in der Regel nur kleinere „Fetch-Quests“ ohne wirklich großen Mehrwert. Dennoch lockern sie den allgemeinen Missionstrubel auf und verleiten zu einigen Stunden Ablenkung.

Fast ähnlich geht es bei den Sidequests zu. Diese klassischen Nebenmissionen werden euch immer von bekannten und vertrauten Charakteren gegeben. Manche im Verlaufe der Haupthandlung, manche auch schon zu Beginn. Ziel dieser Missionen ist es meist den auftraggebenden Charakter besser kennenzulernen, oder Hintergrundinfos von ihm/ihr zu erhalten. Spielentscheidend sind diese nicht, dennoch gerade inhaltlich oftmals umfangreicher und auch interessanter als die Radiant-Quests. Die Steigerung zur den klassischen Sidequests sind dann die „Companion-Missionen“. Diese Missionen werden von euren Begleitern gegeben und dienen in erster Linie zum tiefen Kennenlernen des Charakters und schlussendlich auch zum möglichen Aufbau einer Beziehung mit ihr oder ihm. Diese Missionen sind für gewöhnlich sehr dialoglastig und bieten auch mit Blick auf das mögliche Gameplay Abwechslung.

Die ultimative Version von „Nebenquests“ sind dann die sogenannten Fraktionsquests. In diesen schließt ihr euch zeitweilig einer bestimmten Fraktion an und lebt dann als ein Teil dieser. Das kann sich auch auf das Spielprinzip auswirken, denn schließt ihr euch einem Piratenkartell an, dann seid ihr bei Gesetzeshüter nicht unbedingt erwünscht. Diese Missionsketten strecken sich teils über dutzende Einzelmissionen und bieten das diverseste Gameplay innerhalb der Nebenquests. Die Abschlüsse dieser Missionsketten sind meist extrem fordernd, liefern aber auch die interessantesten Belohnungen. Wer sich die Zeit nehmen will, sollte sich mit den Fraktionen beschäftigen, denn sie liefern oftmals den besten Mehrwert für euer weiteres Spiel.

Und zu guter Letzt gibt es natürlich noch die Hauptmission bzw. die Hauptstory. Aufgeteilt in knapp 20 Missionen werdet ihr hier nicht nur die Grundzüge verschiedener Gameplay-Mechaniken kennenlernen, sondern natürlich auch die Handlung selbst vorantreiben. Wer also einen recht entspannten Einstieg in das Spiel will und vor allem entdecken will, was sich hier alles an Optionen versteckt, sollte zumindest die Hälfte der Hauptmissionen spielen, denn dann solltet ihr einen recht guten Überblick bekommen haben. Die Hauptmissionen sind inhaltlich tatsächlich manchmal monotoner als so mancher Nebenmissions-Typ, muss allerdings natürlich auch jederzeit so gestaltet sein, dass alle Spielertypen mit ihm klarkommen. Sprich auch ein eher unerfahrener Forscher, muss sich mit dem Schusswechsel in der letzten Mission arrangieren können. Wer „stur“ der Hauptmission folgt, wird diese ohne ganz große Probleme abschließen können. Je mehr man sich von „Nebengeräuschen“ ablenken lässt, desto einfacher werden spätere Hauptmissionen. Teilweise sogar zu einfach, wenn ich ehrlich bin.

Auch bei der Missionsgestaltung kann „Starfield“ nämlich eines nicht so ganz abschütteln: Sein Alter. Der Titel ist in einem Zeitraum von über zwei Jahrzehnten entwickelt worden. In dieser Zeit hat sich nicht nur die eigene Firma und die eigenen Spielereihen entwickelt, sondern die Branche als solches. Und so erscheinen so manche Missionen oder auch die Herangehensweise an sie heute durchaus etwas „altbacken“ – liest sich in Verbindung mit einem Science-Fiction-Spiel seltsam… Ich weiß. Aber ich kam nicht umhin diese Feststellung immer und immer wieder zu machen. Vor allem das Installieren von so vielen „Fetch-Quests“ ist schlicht und ergreifend ermüdend. War das vor zehn Jahren vielleicht noch eine brauchbare Art und Weise der Missionsgestaltung, ist es heute schon fast ein No-Go. Wirklich herausstechende Missionen gibt es vielleicht eine Handvoll. Das sind dann die ganz großen Momente in „Starfield“. Das man diese aber genauso gut auch übersehen und niemals zu Gesicht bekommen kann, ist auf der einen Seite der gewisse Charme dieser gigantischen offenen Spielwelt, auf der anderen Seite aber auch ein ausgesprochener Nachteil für das Spiel.

Der Spielcharakter – Grundlage deiner Spielweise

Auf den ersten Blick erscheint dieser Satz logisch, doch in „Starfield“ muss man das doch nochmal ein bisschen genauer unter die Lupe nehmen. Während man zunächst mit einem überraschend übersichtlichem und gar nicht mal so umfangreichen (ich habe es mir zumindest weitaus detaillierter vorgestellt) Charakter-Editor begrüßt wird, wartet am Ende die erste große Entscheidung. Oder besser gesagt: Die ersten großen Entscheidungen! Denn neben dem äußerlichen bestimmt ihr auch die „Klasse“ und bestimmte Charaktereigenschaften eures soeben erstellen Charakters. Bereits bei den Klassen habt ihr eine große Auswahl an über 20 verschiedenen Klassen. Die Auswahl der Klassen bestimmt auch die Art und Weise wie euer Charakter ins Spiel geht. Ein „Diplomat“ hat beispielsweise ein größeres Verhandlungsgeschick und kann manche Konflikte mit Worten lösen. Ein „Bestienjäger“ hat dafür eine erhöhte Körperfitness und kann gut mit Jagdwaffen umgehen. Teilweise spielen eure Rollen auch einen aktive Part bei Dialogen oder Spielszenen. Ihr erhaltet beispielsweise „klassengeschneiderte“ Antwortmöglichkeiten.

Wie in allen Spielen üblich könnt ihr euch nur für eine Charakterklasse und somit auch nur für drei Start-Skills entscheiden. Allerdings ist an dieser Stelle die Charaktererstellung noch nicht vorbei. Denn ihr könnt jetzt noch Charaktereigenschaften wählen und das war für mich bereits ein erstes Highlight. Ich hatte bisher noch kein Spiel, in dem ich mich beispielsweise bewusst dafür entscheiden darf, ob mein Charakter jetzt eine introvertierte oder extrovertierte Seite an sich hat. Insgesamt kann man sich aus über 15 solcher Eigenschaften gleich drei aussuchen. Die Eigenschaften variieren von Toleranzen gegenüber manchen externen Einflüssen bis hin zu Kampfvorteilen, wenn ihr mit einer Gruppe oder allein loszieht (intro- oder extrovertiert). Ihr könnt euch aber auch gleich zu Beginn ein eigenes Haus sichern, das ihr dann abzahlen müsst – aber immerhin habt ihr dann schon mal eine Bleibe sicher. Wer weiß was noch kommt.

Erst nach diesem Erstellmarathon werden wir ins Spiel entlassen und ist spätestens mit dem Erreichen der Constellation in der Stadt „New Atlantis“ mehr oder weniger frei in der Erkundung und Spielweise. Doch wie ich bereits erwähnt habe, bietet gerade die Haupthandlung viele Möglichkeiten sich mit den verschiedenen Spieleaspekten vertraut zu machen. Darunter gehört auch der Umgang mit Waffen, Raumschiffen und das generelle Leben innerhalb eines ganzen Universums.

Während das Waffenhandling und -gameplay nicht unbedingt aufregend oder speziell ist (ähnliches gilt für die Ausrüstung), fordern andere Aspekte schon mehr unsere Aufmerksamkeit. Im Speziellen: Forschung!

Es ist der vielleicht umfangreichste Bereich in diesem Spiel, da er die meisten Berührungspunkte mit anderen Gameplay-Elementen hat. Denn mit einem hohen Forschungsdrang könnt ihr weit bessere Waffen, Ausrüstungen, Anzüge oder Medikamente herstellen. Forschung in „Starfield“ ist aber ein Zusammenspiel verschiedener Gameplay-Bereiche und vielleicht gerade auch deshalb perfekt, um euch anhand der Forschung die Tiefe des Gameplays vor Augen zu führen.

Angenommen ihr wollt folgendes Ziel erreichen: Ein Schalldämpfer-Modul für euer High-End-Gewehr

Um dieses Ziel zu erreichen, braucht ihr zunächst eine passende Forschungsstation (diese findet ihr an ausgewählten Orten, oder könnt sie auch an Außenposten/Wohnungen installieren). In dieser müsst ihr die passende Forschungsgruppe ansteuern und zunächst überprüfen welche Rohstoffe und Skills für die Gruppe erforderlich sind. Die Skills findet ihr in eurem persönlichen Skill-Bereich. Dort könnt ihr innerhalb fünf Kategorien jeweils um die 15 Skills erlernen. Jeder einzelne Skill hat dann bis zu vier Verbesserungsstufen, so dass ihr beispielsweise den Skill „Waffenforschung“ von „Waffenforschung I“ zu „Waffenforschung IV“ hochpushen könnt. Jeder Aufstieg erfordert eine Art Challenge, die ihr absolvieren müsst, ehe ihr den nächsten Rang freischalten könnt. Somit haben wir es mit über 80 Skills und davon jeweils vier Verbesserungsstufen inkl. deren „Verbesserungschallenges“ zu tun. Und das Beste zum Schluss: Jeder Skill und jede Erweiterung benötigt zudem einen Skillpunkt und die wiederum bekommt ihr ausschließlich durch Levelaufstiege – andere Optionen gibt es nicht… Und nein, ihr werdet nicht beim ersten Durchlauf auf Level 300 kommen – so viel ist versprochen. Es gilt also gut hauszuhalten und sich früh im Spiel zu fokussieren, welche Skills man wieweit ausbauen möchte.

Zurück zum Projekt „Schalldämpfer“. Wenn ihr jetzt den passenden Skill habt, braucht ihr die Rohstoffe. Diese kann man zwar in ausgewählten Läden kaufen, doch es sagt euch keiner, wo ihr was kaufen könnt. Ihr könnt viele Rohstoffe aber auch finden, manche auf Planetenoberflächen, manche bei Gegnern oder truhenähnlichen Behältnissen. Die Auswahl ist groß und eure Hinweise minimal. Es ergibt sich so schnell die Prämisse: Was nicht festgenagelt ist, wird mitgenommen. Passend dazu habt ihr aber natürlich ein Gewichtslimit und nur beschränkten Lagerraum in eurem Raumschiff. Pro-Tipps: Achtet bei der Wahl des Raumschiffes auch auf den Frachtraum UND im Hauptquartier der Constellation habt ihr ein eigenes Zimmer inklusive Safe. Dieser hat KEIN Gewichtslimit und kann somit mit all eurem Plunder beladen werden – bei Forschungen wird automatisch auf alle Lagermöglichkeiten zugegriffen – ihr müsst keines speziell auswählen. Und ein letztes: Ihr könnt unabhängig eurer Klasse Schlösser knacken. Auch dafür gibt einen Skill – je höher, desto schwerere Schlösser mit besserem Loot dahinter lassen sich knacken. Für jeden Versuch dazu benötigt ihr einen sog. „Digidietrich“ – haltet die Augen nach ihnen auf euren Missionen, aber auch in Shops offen – die sind GOLD wert!!

So, die Forschung für den Schalldämpfer ist abgeschlossen. Jetzt muss dieser noch installiert werden. Ihr braucht jetzt eine Waffenbank und dann beginnt quasi das Spiel wieder von vorne: Skills und Rohstoffe prüfen, ob ihr die Mod überhaupt installieren könnt. Alles vorhanden? Prima, dann ist euer Projekt „Schalldämpfer“ jetzt abgeschlossen!

Und kompliziert? Umfangreich und phasenweise umständlich? Ja, ja und ja, dennoch ergibt sich gerade dadurch auch der Reiz, den ich an „Starfield“ hatte. Man hat sich in den Skills unglaublich schnell verrannt und die Forschung ist ein so biestiges, aber auch belohnendes System, so dass man ihm eigentlich direkt zu Beginn die volle Aufmerksamkeit schenken müsste!

Grafik: Von puppenähnlichen Charakteren über großes Detailkino zum „Cyberpunk 2077“-Vergleich

Lasst uns bei der Grafik nicht nur auf die tatsächlich grafische Darstellung von „Starfield“ blicken, sondern auch auf noch ein paar weitere Kritikpunkte, die sich während des Spielens aufgedrängt haben. Zunächst einmal kann man festhalten, dass die optische Kraft und Wucht nicht so immens ausfallen, wie das die ersten Trailer vermuten haben lassen. Da gibt es auf der aktuellen Hardware-Generation schlicht stärkere Vertreter. Dennoch liefert „Starfield“ hier eine gute bis sehr gute Performance ab. Die optisch größten Stärken liegen sicherlich im Detailreichtum. Denn wenn man sich gerade mit den Raumschiffen oder Umgebungen in Städten und Missionen befasst, dann sieht man wie viele kleine Details sich da verstecken. Das ist dann schon großes Kino.

Für das „ganz große Kino“ fehlt dem Spiel nicht nur eine höhere technische Stabilität innerhalb der Bildrate, sondern auch bei den Designs als solches. Gerade bei den menschlichen Charakteren fällt vor allem die Mimik immer wieder negativ auf. Man hat während der Dialoge nicht unbedingt das Gefühl, dass sich in diesen Charakteren so etwas wie „Leben“ befindet. Die Augen und der gesamte Ausdruck wirken wie „tot“. Fast so, als würde man sich mit Puppen unterhalten. Dass die Lippenbewegungen dazu auch ausschließlich auf die englische Vertonung zugeschnitten sind und bei anderen Sprachen die Bewegungen phasenweise viel zu kurz (z. B. bei der deutschen Sprachausgabe) sind, kommt noch dazu. Ich hätte mir hier gerade von einem Entwickler wie Bethesda, der Rollenspiele nun wirklich beherrscht wie kein anderer westlicher Produzent, tatsächlich weit mehr erwartet.

Ansonsten muss „Starfield“ aber auch in Sachen grafischer Inszenierung immer wieder mit diesem „leider zu spät dran“-Gefühl leben. Was ich beim Gameplay beim Planetenreisen schon in Richtung „No Man´s Sky“ angerissen habe, kann man in der Grafik mit einem anderen Spiel machen: „Cyberpunk 2077“. Es gibt in „Starfield“ einen Planeten – oder besser gesagt eine Stadt auf einem Planeten, die sich „Neon“ nennt. Die Stadt ist für viele Questarten ein wichtiger Fixpunkt innerhalb der zu bereisenden Planeten. Ungeschickt nur, dass die Stadt frappierend an „Night City“ aus „Cyberpunk 2077“ erinnert. So massiv sogar, dass selbst ich mich während des Spiels immer wieder daran erinnern musste, dass ich jetzt kein Add-On von „Cyberpunk 2077“ spiele. Ritterschlag für CD-Projekt Red aus meiner Sicht, aber auch ein großer Wehrmutstropfen für die Bemühungen von Bethesda. Denn durch die Konkurrenz aus Polen, muss „Starfield“ jetzt mit einem „ist ja wie in…“-Vergleich leben. Dadurch ist auch insgesamt ganz viel an Innovation und „Wow“-Effekt flöten gegangen. Soweit sogar, dass man enttäuscht war, warum man sich jetzt in „Starfield“ keine neumodischen Cyberware hat einpflanzen lassen können.

Dieses Gefühl alles schon einmal irgendwie und irgendwo gesehen zu haben und nichts wirklich Neues zu erleben, ist aus meiner Sicht der größte Knackpunkt in der kompletten Erfahrung rund um „Starfield“. Sicherlich hat man dadurch auch das falsche Gefühl der Vertrautheit und ist dann schlimmstenfalls vielleicht sogar enttäuscht. Doch das ist denke ich ein Preis, den man aufgrund der massiven Entwicklungszeit und des hohen Detailgrads innerhalb von „Starfield“ zahlen muss. Man musste sich irgendwann entscheiden, ob man sich jetzt der Innovation verschreibt, oder dem qualitativ hochwertigen Abschluss. Und erlaubt mir an dieser Stelle noch einmal den Vergleich zu „Cyberpunk 2077“: Es ist gut, dass man sich für letzteres entschieden hat!

Sound: DAS Highlight des Spiels

Wenn wir zur musikalischen und akustischen Inszenierung von „Starfield“ kommen, werden ein paar Superlative nötig sein, denn in diesem Bereich liefert das Spiel ab. Vollständig, umfangreich und großartig, um ganz genau zu sein. Ich habe mich bereits bei den ersten Tönen in den Soundtrack verliebt. Ich hatte auf der gamescom 2023 Gänsehaut während der Vorstellung und das war Wochen später beim Spielen auch noch so. Die Komposition von Inon Zur (der u.a. auch für die jüngsten „Fallout“-Episoden verantwortlich war), sind großartig. Dies Mystik und das eher Verhaltene in den Stücken ist herrlich umgesetzt und funktioniert vor allem in Kombination mit der Handlung hervorragend. Allein das Intro auf dem Startbildschirm, möchte man schon minutenlang laufen lassen. Doch bei der Komposition hört das hier nicht auf.

Auch die Synchronisation der Charaktere ist großartig gelungen. Ich hatte ja meine Kritik bereits im Bereich der grafischen Umsetzung der Dialoge geäußert. Diese gilt aber auch ausdrücklich für die Grafik. Denn die textuelle und sprachliche Umsetzung der Dialogsequenzen sind großartig. Das Frotzeln unter den Crewmitgliedern ist herrlich und man kann tatsächlich nicht genug davon bekommen. Nicht nur die zentralen und „wichtigen“ NSCs haben markante und wiedererkennbare Stimmen. Auch Random-NSCs auf der Straße lassen einen anhalten, weil sie so eine großartige Stimme haben. Hinzukommt dann auch noch die Qualität der Dialoge. Egal ob in der deutschen oder englischen Vertonung. Das macht einfach Spaß und man folgt dem Spiel und seiner Hauptmission allein schon wegen der dramaturgischen Inszenierung.

Zu guter Letzt möchte ich auch noch auf die Sounds zu sprechen kommen, denn natürlich ist ein solches Spiel wie „Starfield“ voll von verschiedenen Soundeffekten: Raumschiffe, Forschungsequipment, Waffen, Fauna, etc. Alles erzeugt Geräusche und soll sich bestenfalls so authentisch wie möglich anhören. Aus meiner Sicht haben die Verantwortlichen hier genau die richtige Mischung gefunden. Ich erwarte kein wissenschaftlich akkurates Schweigen oder tonloses Reisen durch den Weltraum. Man darf das ruhig hören, wenn man eine Rakete abfeuert. Man darf auch hören, wenn ich wieder zu dumm zum Fliegen bin und meine gesamte Flanke des Raumschiffes an einem Stück Meteorit wegschubbere. Gerade in Kombination mit einem Headset (oder vergleichbarem Gerät), wirken natürlich auch die Soundeffekte noch stärker.

Fazit: Groß ja, aber dadurch auch großartig? Nein, nicht ausnahmslos!

Ich habe mir vor und während des Spiels immer wieder die Frage gestellt, wie offensiv man hier über ein mögliches „Spiel des Jahres“ reden muss. Ist „Starfield“ alleine aufgrund seiner langen Entwicklungszeit, seines Entwicklers und der dazugehörigen Community sowie des Umfangs automatisch ein Kandidat das beste Spiel 2023 zu werden? Nein, war meine Antwort etwa zur Mitte des Spiels. Die Entscheidung ein Spiel in den Kreis dieser Top-Spiele zu nehmen wäre schlichtweg falsch. Warum habe ich versucht über den Verlauf der Review oben zu erklären. Hier will ich es in einer Zusammenfassung versuchen. „Starfield“ macht sehr viele Dinge richtig. Technisch läuft das Spiel meistens stabil und gerade, was die Soundabteilung angeht, kann man sich definitiv nicht beschweren.

Spätestens aber wenn es dann in Richtung Gameplay und Grafik geht, wird die Sache ein bisschen dünner. Dünner vor allem deswegen, weil manche Entscheidung im Jahr 2023 schlichtweg nicht mehr aktuell erscheinen, oder zwischenzeitlich von anderen Firmen vorweggegriffen wurden und somit der Innovationsaspekt in „Starfield“ nahezu komplett fehlt. Am Ende bleibt im Gameplay eine großartige Zusammenfassung von Genregrößen wie „Eve Online“, „No Man´s Sky“, „Cyberpunk 2077 Vers. 2.0“ oder auch dem jüngsten „Fallout“-Ableger „Fallout 76“. Gameplay-Elemente aus all diesen Spielen treffen auf die immer etwas verschrobene aber stets unterhaltsame Art und Weise von Bethesda. Der Gameplayfokus auf „Forschung“ lässt sich leider nicht so ganz von der Hand weisen und kann egal welchen Charakter-Build man ins Spiel wirft nicht wirklich umgangen, sondern maximal erleichtert werden.

Unabhängig davon bietet das Spiel eine größtmögliche Freiheit sich mit der Welt und den Inhalten von „Starfield“ auseinanderzusetzen. Es gibt zahlreiche Missionstypen und Missionen. Aber auch sonst lädt der Titel mit seinen hunderten erforschbaren Planeten einfach zum Erkunden ein. Wie man sich selbst diesem Spiel hingeben will, bleibt einem selbst überlassen. Das ist ein überraschend entspannter wie liberaler Gedanke der Entwickler, den man absolut gutheißen muss.

Wer sich dennoch in die Handlung des Spiels vertiefen will und dieser bis zum Ende folgen will, erlebt hier im Grundsatz den größten Innovationsansatz, den man vielleicht bereithalten konnte. Ein Spiel, das seit über 20 Jahren in der Entwicklung war, befasst sich jetzt mit der Multiversumstheorie. Sicherlich ist auch das durch die „Marvel“-Filme vorweggegriffen worden, aber der Grundsatzgedanke wird hier dennoch so wunderbar nahbar und nachvollziehbar interpretiert, dass sich selbst „Marvel“ hier noch ein bisschen was in Sachen Logik abschneiden kann.

Keep on Gaming!

Wertung

Pro und Contra

ProContra
Freies Spielgefühl„Forschung“ hat zu viel Gewicht auf Gameplay
Verschiedene MissionstypenAusbaufähige Diversität bei Missionen
HandlungWenig Innovationskraft im Spiel
Soundtrack- und -design (inkl. Synchronisation)Puppenähnliche Charakteranimation

Score:

KategoriePunkteBegründung
Story8Die Prämisse der Handlung zeigt sich erst sehr spät im Verlauf und droht bis dahin schon Spieler zu verlieren. Erreicht man diese, öffnet sich aber ein zwar nicht mehr ganz neuer Aspekt mit der Multiversumstheorie, jedoch ist dessen Umsetzung und Inszenierung großartig gelungen!
Gameplay7So wirklich neu fühlt sich nichts an. Vielmehr hat man während des Gameplays das Gefühl eine Art „Best Of“-Mechaniken aus anderen Spielen hier kombiniert zu erleben. Zudem ist die Verbesserung von Waffen und Ausrüstungen sehr stark an die „Forschung“ gebunden und zwingt quasi den gezielten Einsatz von Skills und Ressourcen auf. Technische Macken wie Abbrüche oder ähnliches sind im sehr kleinen Umfang auch dabei.
Grafik7Gerade die Stadt „Neon“ erinnert frappierend an „Night City“ aus „Cyberpunk 2077“ und setzt somit ganz oft dieses Gefühl von „Habe ich schon mal gesehen“ aus dem Gameplay fort. Zudem ist bei der ohnehin eher minderwertigen Animation der Mimik die Mundbewegung ausschließlich auf die englische Sprachausgabe zugeschnitten. Bei anderen Sprachen wird diese dann wahlweise zu lang oder kurz ablaufen. Wo man dem Spiel nichts vorwerfen kann, ist hingegen die Verliebtheit ins Detail!
Sound10Wenn man sich bei „Starfield“ in einem Bereich über nichts beschweren kann, dann für mich beim Sound. Hier passt alles. Vom wirklich gut anhörbaren Soundtrack bis hin zu den großartigen Dialogen und Soundeffekten. So macht ein Ausflug in eine Science-Fiction-Welt Spaß!!
Gesamtwertung80 %„Starfield“ hatte diese „angehypten“ Ambitionen DAS Spiel des Jahres 2023 zu werden. Ob man bei Bethesda selbst diesen Ansatz verfolgt hat, wage ich sogar zu bezweifeln. Alles in allem hat der Titel aber mit seiner sehr langen Entwicklungszeit zu kämpfen, vor allem in Verbindung mit der nicht erfolgten Anpassung der Innovationen. Man hat regelmäßig das Gefühl: „Oh das habe ich schon mal wo gesehen“, „Ach das sieht jetzt aus wie in XY“, usw. Das ist schade, weil sich das Spiel somit ganz viel Charme und Magie verspielt, ohne wirklich etwas dafür zu können. Bestes Spiel des Jahres 2023? Nein! Großartiger neuer Spielplatz aus dem Hause Bethesda? JA!!!

Infos:

PublisherBethesda Game Studios
EntwicklerBethesda Softworks
Plattform(en)Xbox Series
Windows PC
GenreAction Role-Playing, Science-Fiction, Open World
Release (Deutschland)06. September 2023
Websitehttps://bethesda.net/de/game/starfield
Alterseinstufung (USK)16 Jahre
SpielzeitCa. 73 Stunden (Hauptstory, ca. 4 Fraktionen-, 1 Companionmissionskette)
Systemanforderungen (bei Windows-PC) – Empfohlen (Quelle: Steam)Betriebssystem: Windows 10/11 with updates
Prozessor: AMD Ryzen 5 3600X, Intel i5-10600K
Arbeitsspeicher: 16 GB RAM
Grafik: AMD Radeon RX 6800 XT, NVIDIA GeForce RTX 2080
DirectX: Version 12
Netzwerk: Breitband-Internetverbindung
Speicherplatz: 125 GB verfügbarer Speicherplatz
Zusätzliche Anmerkungen: SSD Required

Trailer zu „Starfield“: