Es wird düster in Hyrule. Mächtige Kräfte wirken auf die Welt und Schatten scheinen sich von allein zu bewegen. Wird hier das Licht siegen und die Dunkelheit verbannen können? Oder ist es sogar notwendig, dass das Licht Seite an Seite mit ihr kämpft?

Konsole: Nintendo GameCube, Nintendo Wii

Autor: Phil-kun

Inhaltsverzeichnis:

Thema: Zwielichte Fantasie!

The Legend of Zelda ist durchaus in der Lage düstere Themen zu präsentieren. In der Regel sind auch die meisten Zelda-Spiele in gewisser Hinsicht ein Drama, in dem ein Funke Hoffnung steckt, der es immer wieder schafft, das Licht hell scheinen zu lassen und die Dunkelheit zu vertreiben. Vielleicht nicht ganz, aber zumindest wird das Land gerettet und die Völker können aufatmen.

Ebenso wie auch in Ocarina of Time ist auch hier die Welt bereits kurz davor völlig unterzugehen. Hyrule wird von Schatten belagert und die Bewohner der Welt versuchen krampfhaft alles noch positiv zu sehen und die Realität auszublenden.

Ein Mix aus Ocarina of Time und Majora’s Mask, wenn man so will. Man kann auf jeden Fall beide Werke deutlich in Twilight Princess spüren, ebenso Wind Waker.

Eine Neuerung für Twilight Princess und auch sein „Nachfolger“ ist es, dass die Steuerung zu Pferd eine tragende Rolle spielen soll. Bereits zu Beginn hat Link seine Epona und kann mit ihr relativ früh die Welt bereisen. Dabei ist die Steuerung tatsächlich bemerkenswert flüssig. Etwas, was wir erst wieder in Breath of the Wild sehen werden.

Ursprünglich sollte direkt ein Wind Waker 2 entwickelt werden, doch mit Nachdruck von Aonuma wurde ein neues Spiel entwickelt und die Fortsetzung von Wind Waker  verschoben.

Ein weiteres beeindruckendes Element von Twilight Princess ist es das Link nicht nur als Hylianer auftritt, sondern auch als Wolf. Er erhält in diesem Spiel eine Schattenwolf-Gestalt, die ebenso beeindruckende Gameplay-Erlebnisse liefert wie das Reiten, wenn nicht sogar noch mehr, da es eine ungewöhnliche Spielfigur ist, die man so eher selten sieht als spielbaren Charakter in Videospielen.

The Legend of Zelda: Twilight Princess: Zwielichte Gestalten!

Erneut zog es das Entwicklerteam nach Mittelerde. Wo noch das erste Zelda von den Büchern von J. R. R. Tolkien inspiriert wurde, so inspirierte Peter Jacksons filmisches Werk rundum Herr der Ringe die Entwicklung von Twilight Princess; und ich würde mal meinen bei letzterem sind die Ähnlichkeiten stärker zu beobachten.

2006 war es dann so weit; Das Ende der Nintendo Gamecube und der Anfang für die Nintendo Wii. Twilight Princess läutete beide Events ein, indem es simultan sowohl für die vergangene Konsole erschien sowie auch für die kommende. Dabei unterschieden sich die beiden Versionen nicht nur um die hinzugefügten Bewegungssteuerungen, sondern wiesen zudem auch eine komplett spiegelverkehrte Welt auf. Der Grund? Link ist Linkshänder.

Seit Anbeginn der Zelda-Spiele ist Link schon immer Linkshänder gewesen, zumindest führte er immer das Schwert in der linken Hand und den Schild in der rechten Hand.

Doch mit dem Erscheinen der Nintendo Wii-Version von Twilight Princess änderte sich dies. Denn die Wii-Fernbedienung hält man in der rechten Hand. So musste also auch Link auf die rechte Hand umsteigen und damit wurde auch kurzerhand das gesamte Spiel gespiegelt.

Motiv: Bezwinge das Böse!

Ordon, ein idyllisches Dorf reich an Feldern und Vieh, ist die Heimat von einem jungen Schwertkämpfer dessen Schicksal baldig zwiegespalten sein wird.

Vor vielen Jahren wurde ein machthungriger Tyrann aus dem Stamm der Geruden namens Ganondorf von den sechs Weisen des Königreichs Hyrule aus der irdischen Welt in das Reich der Schatten verbannt.

Ziegen hüten, Fische angeln, die Kinder des Dorfes bei Laune halten und zusammen mit seiner Kindheitsfreundin sein Pferd pflegen; Der Alltag des jungen Schwertkämpfers könnte friedlicher nicht sein.

Verwundet und voller Rachlust entriss Ganondorf der Welt einen Weisen und verfluchte das Königreich abermals bevor er in die Schatten gezogen wurde, alsbald verblasste der Spiegel, welcher die Magie innehatte, das Schattenreich zu rufen. Die Gefahr schien gebannt.

Wird sein Leben ewig so ruhig sein? Sind ausgebüxte Katzen und Ziegen seine einzige Sorge?

Verflucht und vertrieben aus dem Reich der Schatten flüchtete sie in das lichte Land auf der Suche nach einem mächtigen Artefakt. Ihr ist jedes Mittel recht, um das zu bekommen, was sie benötigt. Ob die Prinzessin dieses Königreichs wohl…

Kurz vor seinem größten Abenteuer verletzte der Junge sein treues Pferd am Bein bei seinem letzten eiligen Ausritt. Seine Kindheitsfreundin wollte ihm dazu gerade eine Standpauke geben, als das Dorf angegriffen wurde…

Monster…Schatten…Zerstörung…Licht…Dunkelheit…

Eine mysteriöse Gestalt erschien vor dem Jungen, nein der Wolfsbestie. Sie zögerte nicht lange und befahl der Bestie ihr zu gehorchen und zu helfen. Midna, ein Schattenwesen, hat nun die Wolfsbestie unter Kontrolle. Ob sie nun ihre Welt retten kann?

Look and Feel: Zwei Welten und zwei Gestalten!

Das Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkelheit ist in Zelda-Spielen ein immer gegenwärtiges Thema, mal mehr und mal weniger relevant. Bei Twilight Princess steht dies im Mittelpunkt der gesamten Geschichte, da hier buchstäblich beide Seiten auf dem Spiel stehen.

Die Lichtwelt, Hyrule, wird von einer bösartigen Macht aus der Schattenwelt, Schattenkönigreich, bedroht, obwohl jene nicht von Grund auf Böse ist, so wie Hyrule nicht von Grund auf Gut ist.

Die Taten von Hyrule beeinflussten die Schattenwelt und nun tut diese dasselbe mit Hyrule. Link, der Protagonist und Junge aus Ordon, bekommt das am eigenen Körper zu spüren. Denn er wird zu einer Schattenwolfbestie verwandelt und Midna kommandiert ihn herum.

Mit der neuen Mechanik des Wolfes ergeben sich auch neue Gameplay-Elemente. Damit einher gehen auch wieder eine meist fixe Kamera und das Wechseln zwischen beider Formen von Link. Die Spielführung ist wieder deutlich linearer, wenn auch deutlich stärker durch Cutscenes und Dialoge geführt.

Neue Items sorgen ebenso für neue Erlebnisse, wenn auch hier keine großen Bahnbrecher existieren. Die Wolf-Form ermöglicht noch den Gespür-Modus, welcher das Spielbild abdunkelt und wichtiges am Boden durch glitzernde Effekte hervorhebt, ebenso können hierbei bestimmte Gerüche gewittert werden und deren Spur verfolgt werden. Dieses asynchrone Gameplay-Element ermöglicht es dem Spiel den Spieler ohne große Wegweisern bei ungenauem Ziel zu lenken.

In Summe ist das Ziel des Spiels traditionell: Meistere Dungeons, erhalte das Masterschwert, meistere weitere Dungeons, erhalte mysteriöse Artefakte, bezwinge Ganondorf (mal wieder).

Die gewaltige Szenerie mit weitläufigen Hintergründen und einer breiten, wenn auch kleinen Spielwelt suggeriert dem Spieler erstmalig eine wirklich lebendig wirkende Welt. Gerade die überrannte Hauptstadt von Hyrule unterstreicht die Lebhaftigkeit trotz des drohenden Untergangs von Hyrule.

Die Atmosphäre und Immersion des Spiels wird durch die komplexe Soundgestaltung des Spiels imposant unterstrichen. Auch spezielle Lichteffekte geben dem Spiel im Vergleich zu Ocarina of Time wesentlich mehr Tiefe und Mysterien.

Fazit: Eine düstere Faszination!

Seit dem ersten Mal, als ich das Spiel gespielt habe, hatte es mich schon in seinen Bann gerissen. Seither ist Twilight Princess für mich mein absoluter Lieblings-Zelda-Titel, daran konnten bisher auch kein neuer Zelda-Titel etwas ändern.

Obgleich meiner Meinung zu dem Spiel, sehe ich das Spiel aber auch objektiv als ein Meisterwerk, dass seines gleichen sucht. Klar, wir haben schon einige Meisterwerke in den vorangestellten Artikeln der Zelda-Reihe betrachten können, aber das Pacing sowie die Charakterentwicklung ist nach wie vor nebst der voll ausgereiften und komfortablen Steuerung sowie der guten Balance des Schwierigkeitsgrades wie auch dem intuitiven Gameplay weiterhin ein Grund, wieso Twilight Princess immer noch an der erster Stelle bei mir steht, auch wenn es tatsächlich keine echten Innovationen lieferte, welche die Videospielindustrie beeinflussten. (wohlmöglich könnte das Gespür von Wolf-Link Assassin‘s Creeds und Witchers ähnliche Mechanik beeinflusst haben, sofern es vor Twilight Princess kein Spiel mit vergleichbaren Mechaniken gab)

Spezial-Score:

KategoriePunkte
Motiv10
Steuerung10
Präsentation10
GESAMT100 %

Link’s Crossbow Training: Mitten ins Schwarze!

Die 2006 erschienene Nintendo Wii ist bekannt für ihre Vielzahl an Gimmicks, Accessoires und komischen Bewegungsspiele wie auch eine Vielzahl an „Ramschspiele“. Klar eine breite Masse wird auf eine Videospielkonsole losgelassen. Wie bei der PlayStation 2 sowie dem Nintendo DS ist eben das passiert was hierbei normalerweise passiert: Viele verrückte Spielideen treffen auf den Wunsch schnell Profit zu machen, was meist die Qualität senkt.

Nintendo hat sich hier aber mal gedacht wir steuern ein wenig dagegen und beliefern explizit diesen auf billig und schnell ausgelegten Markt mit einer Idee von uns. Wii Sports und Wii Party sind Perlen in diesem Markt und auch das spätere erschienen Wii Sports Resort eroberte den Casual Markt im Sturm. Eben jene Spiele haben auch viele dieser schnellen Geldbringer-Spiele inspiriert.

Link’s Crossbow Training ist zwar jetzt nicht wirklich Teil des Marktes der schlechten Qualität, aber es zielt auch eher auf eben jenen Markt, bei dem der Anspruch nicht allzu hoch ist. Das Spiel ist simpel und die Aufgabe klar: Schieße und bekomme Punkte!

Dabei gibt’s auch noch ein eigenes Accessoire, den Wii Zapper, direkt dazu! Natürlich ist dieser Wii Zapper auch bei anderen Spielen verwenden worden, und zwar ganze 27 weitere Spiele!

Darunter

  • GoldenEye 007
  • Call of Duty-Reihe
  • Resident Evil Chronicles-Reihe
  • The House of the Dead
  • Sin & Punishment: Star Successor
  • Dead Space: Extraction

Immer etwas befremdlich, wenn man herausfindet, dass es tatsächlich USK 18-Spiele auf der Familienkonsole Nintendo Wii gab. Aber man muss eingestehen, dass hier doch auch Spiele dabei sind, die durchaus mehr Inhalt bieten als der Release-Titel, Link’s Crossbow Training, des Wii Zappers.

Motiv: Gut zielen!

Ein Target Shooter sowie On-The-Rail-Shooter? Ich muss zugeben, dass ich nicht wirklich vertraut bin mit den Genres aus dem Shooter-Bereich, insbesondere bei First Person-Varianten und bei Arcade-Varianten.

Hier haben wir letzteres ähnlich zu The House of the Dead, wobei es auch stationäre Level gibt sowie auch Level, in denen man Link selbst herumbewegen kann, ähnlich zur Bogensteuerung in Twilight Princess.

Neben dem Einzelspielermodus „Punktejagd“ kann man auch gemeinsam spielen, wie auch die einzelnen Level üben.

Ziel des Spiels ist es einen hohen Highscore in den einzelnen Leveln zu erzielen. Bei der Punktejagd wird man dabei mit Medaillen (Bronze, Silber, Gold, Platin) belohnt, ähnlich zu Wii Party oder Wii Sports, für hohe Highscores!

Also…rette Hyrule mit einem hohen Highscore?

Look and Feel: Wer nicht schießt verliert!

Die per Punktejagd, Mehrspieler und Übung spielbaren acht Level, mit je drei Stages, haben je Stage unterschiedliche Spielarten. Manche Level besitzen alle Arten manche nur eine Variation. Bei Zielscheibenschießen geht es darum möglichst alle und genau die einzelnen Zielscheiben auf dem Bildschirm, oder auch Gegner, zu treffen.

Je genauer, oder je weiter weg, desto mehr Punkte erhält man in der Regel für das Treffen. Ebenso gibt es hier wie auch in den anderen Spielarten zusätzliche Ziele in der Umgebung zu finden, welche aber nicht direkt den Fortschritt der Stage abzeichnen. Beim Erreichen einer gewissen Trefferzahl, meist alle Ziele, erhält man zusätzliche Abschlusspunkte.

Beim Kampf mit fester Position ist Link stationär an einem Punkt verankert. Wo noch beim Zielscheibenschießen die Spielwelt „On-The-Rail“ besucht wird, so ist hier alles an einem Punkt und erinnert an Duck Hunt oder Moorhuhn. Ein Bewegen der Kamera, um sich umzusehen ist hierbei teilweise möglich. Meist werden in dieser Spielart Horden von Gegnern auf dich losgelassen und du musst versuchen sie so schnell wie möglich und so viele wie möglich zu besiegen.

Die Kämpfe mit freier Bewegung hingegen bieten dem Spieler die Möglichkeit Link frei in der Spielwelt zu bewegen, um sich so den beweglichen Zielen in Form von Gegnern/Monstern zu nähern und sie so besser treffen zu können.

In allen Spielarten zielt man mit der Wii-Fernbedienung auf den Bildschirm und schießt Pfeile mit einer Armbrust ab. Das Gedrückthalten der Schusstaste hat zur Folge, dass sich der Pfeil zu einem Bombenpfeil verwandelt und so mehr Wumms hat.

Fazit: Ein spaßiger Zeitvertreib!

Für mich klar ein Spiel oberhalb des Meeresspiegels der Casual Games auf der Nintendo Wii. Es ist herausfordernd genug um nicht langweilig zu werden, aber leider auch kurz genug, um keinen Langzeitspaß hervorzubringen.

Ideal also, wenn man mal 1-2 Stunden totschlagen möchte und das Gefühl eines Arcade-Schieß-Automaten im Wohnzimmer haben möchte.

Der Wii Zapper ist dabei völlig optional. Ich habe das Spiel komplett ohne das Accessoire durchgespielt.

Spezial-Score:

KategoriePunkte
Motiv5
Steuerung8
Präsentation7
GESAMT67 %

Schlusswort: Wo Licht ist, ist auch Schatten!

Ja mir hätte tatsächlich auch eine echte Fortsetzung von Twilight Princess gefallen. Die Handlung gibt viele potenzielle Wege für eine Fortsetzung. Zum Beispiel gibt es noch ein paar offene Geschichten in Kakariko oder auch in Hyrule selbst, die man noch weiterverfolgen hätte können.

Für mich persönlich ist aber wie schon betont Twilight Princess in sich ein absolutes Meisterwerk, da kommt kein anderes Zelda-Spiel wirklich gut ran, wobei die neuesten Ableger hier schon sehr nahe dran sind.

Insbesondere der Konflikt zwischen Schatten und Licht war in diesem Spiel unglaublich gut inszeniert. Es zeigte das Gutes auch böse sein kann und Böses auch gut. Das nicht alles Schwarz und Weiß zu betrachten ist. Und dass es sich manchmal wirklich lohnt Mut zu beweisen. Gut, das Letzte ist wohl auch eine allgemeine Lehre von The Legend of Zelda.

Und hatte das Spiel einen Einfluss auf die kommenden Spiele? Naja, es kommen ja jetzt keine Geschichten mehr, indem eine große Dunkelheit hereinbricht und das zaghafte Licht durch einen Helden gerettet wird, um stärker leuchten zu können, oder? Verderbnis, Verheerung, das Nichts / die Stille, Miasma, Todbringer…Nein, ich sehe kaum Einfluss auf die kommenden Titel.

Vorschau: Witzige Winde!

So nach der ganzen düsteren Dunkelheit geht es endlich wieder in die Sonne und aufs Meer hinaus!

Wir werden zwar nicht den einen Piratenschatz finden und König der Piraten werden, aber wir segeln erstmal gemeinsam mit Piraten durch die Weltmeere und entdecken dabei eine merkwürdige Welt. Und dann gibt es noch Züge?

Eines ist sicher: Viel gehen braucht Link in den nächsten Spielen nicht: Er hat Fahrzeuge für sich entdeckt!

Viel Spaß beim Zocken!