Die tragische Geschichte zweier Liebenden. Wird Tama es schaffen Koko mit der Macht des Nekromanten wieder zum Leben zu erwecken? Welche Hürden werden ihr in den Weg gestellt und was verbindet die zwei Seelen so untrennbar miteinander?

Konsole: Nintendo Switch

Autor: Phil-kun

Inhaltsverzeichnis

Gameplay: Liebe über den Tod!

Sword of the Necromancer ist ein weiteres Spiel eines Indie-Entwicklers, welches durch die Unterstützung über Kickstarter verwirklicht werden konnte. Das Spiel selbst ist den Genres Rogue-Like, Dungeon Crawler und gewissermaßen auch Souls-Like zuzuordnen, wobei es sehr viele Aspekte eines Rogue-Like besitzt. Vergleichbar wäre das Spiel in Sachen Präsentation und Leveldesign mit Wizard of Legend, auch wenn die Level bei Sword of the Necromancer weniger detailliert und komplex sind.

Motivation: Rette deine Freundin!

Der Nekromant… Koko hat mir auf unserer Reise vom ihm erzählt. Er soll tief in diesem Wald in einer Höhle eingesperrt sein, umgeben von zahlreichen Monstern. Untote vermutlich, aber sicherlich auch die ein oder anderen Ungeziefer, die sich zusätzlich eingenistet haben. Der Legende nach soll der Nekromant Tote beschwören können und sogar selbst so mächtig geworden sein, dass er den Tod selbst bezwang und nun unsterblich sei. Seine Macht könnte sie retten…

Mit diesen Gedanken rannte ich durch den regnerischen Wald mit Koko in meinen Armen. Ihre weiße Robe war blutverschmiert und sie atmete nicht mehr. Diese Scheißkerle! Warum mussten sie nur dort sein? Verfluchter Mist! Hätte ich den Auftrag nicht angenommen, dann wäre Koko jetzt nicht….

Ich rannte weiter und schüttelte meinen Kopf, um die Gedanken zu vertreiben. Der Regen strömte unaufhörlich weiter. Vor mir inmitten des ganzen Waldes erhob sich ein felsiger Hügel am Horizont. Als ich näher kam wurden die Details klarer und ich erkannte eine Ruine mit magischen Runen an der Eingangstür. Die wenigen Erfahrungen, die ich in den letzten Wochen bezüglich Magie gesammelt hatte sagten mir, dass dies einst Schutzrunen waren, doch über die Jahre waren sie verwittert und die Tür, die sie eigentlich verschlossen halten sollen war bereits zerstört. Ich trat in die brüchigen Gemäuer ein. Ein paar alte verwitterte hölzerne Möbel standen herum. Scheinbar war ich nicht der erste Abenteurer, der sich daran versuchte, die Geheimnisse des Nekromanten zu ergründen oder seine Schätze zu rauben. Etwas weiter zentraler im Raum war eine erhobene Plattform, auf der ein Altar stand. Ich ging die Stufen hinauf und legte Koko vorsichtig darauf.

Ich werde dich retten Koko! Deine Tama wird dich ins Leben zurückholen, koste es was es wolle! Voller Tatendrang lief ich weiter hinein in die Gemäuer des Nekromanten. Egal wie viele versuche es benötigt, ich werde stark genug werden, um den Nekromanten dazu zu bringen meine Koko zu retten!

Steuerung: Mit der Macht der Toten!

Das Kernelement von Sword of the Necromancer ist die Möglichkeit besiegte Monster mit dem Schwert des Nekromanten wieder zum Leben zu erwecken und zu beherrschen. Dabei werden die Monster fortan als Items bzw. Ausrüstungsgegenstände gewertet und können über das gleiche Menü abgerufen werden, wie alle anderen Aktionen im Kampf. Als Spieler verfügt man über vier Aktionen, die man je mit Items, Ausrüstungsgegenstände oder eben wiedererweckten Monstern befüllen kann. Manche dieser Items können passiv sein, sprich, sie können nicht aktiv im Kampf verwendet werden, aber verbessern die Statuswerte deines Charakters (mehr Leben, mehr Ausdauer, mehr Stärke, bessere elementare Widerstände etc.). Die anderen Items sind aktiv und lassen sich in drei Kategorien einteilen: Waffen+Schilde, Tränke und Monster. Waffen wie auch Schilde können aktiv im Kampf eingesetzt werden. Es gibt unterschiedliche Waffentypen von Lanzen bis hin zu Pfeil und Bogen oder sogar Zauberbücher. Eine jede Waffe hat andere natürliche Vorteile, aber eben auch Nachteile. Für mich persönlich eigneten sich Kurzschwerter wie das Schwert des Nekromanten oder Tamas Schwert.

Tränke können Statusveränderungen wie Verbrennungen oder Gift heilen oder grundsätzlich deine Lebens- oder Ausdauerpunkte wiederherstellen. Es gibt auch einen besonderen Trank, mit dem man den Koop-Modus des Spiels aktivieren kann und sich sozusagen klonen kann. Das Hauptaugenmerk bei den Items will das Spiel aber auf den Monstern haben. Jedes Monster, das du befehligtest, findet sich in einen der vier Aktionsslots wieder (wie bei allen ausgerüsteten Items). Nicht benötigte Monster können im Inventar und Beutel ebenfalls verstaut werden, bis sie benötigt werden. So ist es möglich während eines Durchgangs drei aktive Monster ausgerüstet zu haben und bis zu vier im Beutel zu reservieren. Monster sind vergänglich, sprich, wenn ihre Lebenspunkte erneut unter deiner Führung auf null gehen, dann bleiben sie tot. Außerdem greifen Monster autark an. Als Spieler muss man daher ein wenig aufpassen, wo man die Monster beschwört, sodass sie auch effektiv angreifen können. Ein Golem inmitten von schnell angreifenden Kobolden zu setzen ist weniger effektiv als mit Feuerbällen werfende Zauberer auf ein Pflanzenmonster loszulassen. Monster können, wenn sie lange genug für dich kämpfen, wie du, auch im Level aufsteigen und stärker werden. Dennoch wirst du auch ein trainiertes Monster verlieren, wenn es im Kampf zu Boden geht, also immer schön auf deine Lieblinge aufpassen (oder du holst dir einfach gleich ein Neues).

Neben den vier Aktionen, die sich passenderweise mit den vier Aktionstasten eines Standardcontrollers ausführen lassen, verfügt dein Spielcharakter auch noch über die Möglichkeit gegnerischen Attacken mit einem Satz nach hinten auszuweichen oder auch durch die engen Dungeongänge mittels Sprints zu flitzen. Diese beiden Aktionen benötigen jedoch Ausdauer, also setze sie weise ein! Neben diesen Aktionen verfügt dein Spielcharakter selbstverständlich auch noch über die Fähigkeit von dir umher bewegt zu werden, selbst die Kamera lässt sich ein klein wenig bewegen.

Inhalt: Beherrsche die Monster!

Das Spiel wäre kein Rogue-Like, wenn das Wiederholen der gleichen Level nicht Teil des Spiels wäre. Es gibt mehrere Level, die jedes Mal neu generiert werden und durchlaufen werden müssen; die Endbosse am Ende dieser Level sind jedoch immer die gleichen. Bei meinen etwas zurückliegenden Durchgängen gab es vier Level mit je einem Endboss am Ende. Auch wenn es ein wenig gegen das Rogue-Like-Genre gehen mag, kann man sich das Leben leichter, aber selbstverständlich auch schwerer machen, wenn man die Spieloptionen in den Optionen anpasst. So kann man die allgemeine Schwierigkeit ändern und sogar die Strafen für ein Game Over anpassen. Ich habe zum Beispiel das Spiel auf leicht durchgespielt, verlor keine Items nach einem Tod und verlor keine Levels meines Spielcharakter nach einem Tod. Neben diesen gibt es noch weitere Parameter, die man hier anpassen kann, es lohnt sich also in meinen Augen die Spielparameter in den Optionen einmal genau zu beäugen.

Etwas was man neben den Items aus den Dungeondurchläufen mitnimmt sind die Level, die man sich erarbeitet. Pro besiegtes Monster gibt es Erfahrungspunkte und wenn man genug von diesen sammelt, dann steigt man ein Level auf. Pro Levelaufstieg steigen bestimmte Statuswerte mit dir auf. Mehr Leben, mehr Ausdauer, mehr Stärke etc. es werden also die üblichen Werte verbessert. Darüber hinaus behält man auch sämtliche Sammelitems, die man für das Verbessern von Waffen und Ausrüstungen verwenden kann. Besiegte Endbosse müssen bei einem neuen Durchlauf erneut besiegt werden, wobei man auch dieses Verhalten des Spiels konfigurieren kann.

Sobald man das Spiel einmal durchgespielt hat, schaltet sich ein alternativer Durchgang des Spiels frei. In diesem Durchgang besitzt man nicht die Macht des Schwertes des Nekromanten und man muss sich allein durch die Monster kämpfen. Wird auch dieser Durchgang erfolgreich gemeistert, dann, je nach eigenen Aktionen im letzten Bosskampf, schaltet man unterschiedliche Endings frei. Wenn das wahre Ende erreicht ist, dann kann man folglich frei zwischen den beiden Möglichkeiten das Spiel zu spielen wählen bzw. kann man auch mit beiden Möglichkeiten gleichzeitig einen Dungeondurchgang wagen, wenn man einen Freund zur Seite hat.

In den nächsten Monaten soll es auch noch ein kostenloses DLC geben, welches das Spiel um einige Extras erweitert möchte. Welche Extras dabei sind könnt ihr hier nachlesen. Das folgende GIF visualisiert dies ein wenig:



Präsentation: Simpel jedoch herzergreifend!

Neben dem sehr actionreichen und atmosphärischen Soundtrack bietet auch die 2D-Pixelgrafik eine ähnliche emotionale Darstellung. Die Grafiken sind simpel gehalten und bieten recht wenig Detail, aber schaffen es aufgrund der simpleren Optik leichter erkannt zu werden, sodass man schnell Monster vom Hintergrund unterscheiden kann und den eigenen Spielcharakter nie aus den Augen verlieren kann.

Aufgrund der recht großen Darstellung der Charaktere, ist der Überblick über das Level zwar ein wenig eingeschränkt, aber man erkennt dadurch auch sofort, wo man lang gehen kann und wo nicht. Selbst die typischen engen Rogue-Like-Gänge zwischen den einzelnen Dungeonräumen sind geräumig genug, dass sich der Charakter frei darin bewegen kann. Das Spiel erinnert ein wenig an ein herangezoomtes Titan Souls mit ähnlich düsteren Szenerien und mächtig wirkenden Bossen.

Fazit: Souls-Like im Pixelgewand?

Genau diesen Gedanken hatte ich wie ich zum ersten Mal Sword of the Necromancer im Nintendo eShop erblickte. Für gewöhnlich durchforste ich mindestens einmal in der Woche die hiesigen Spielelisten, um herauszufinden, welche Spiele gerade erschienen sind und welche noch erscheinen werden. Dabei sammeln sich dann meist ein paar Spiele in meiner Wunschliste und in regelmäßigen Abständen wird diese Wunschliste nach neuen Spielen durchforstet und auch gelegentlich ausgemistet. Schließlich ist die Vorstellung utopisch, dass ich hunderte Spiele in einem absehbaren Zeitraum spielen kann. Von ungefähr 50 Titeln bleiben schlussendlich meist nur 10-20 Titel übrig pro Jahr. Gelegentlich ergeben sich aber natürlich auch spontane Käufe, wenn manche Titel in einem günstigen Angebot erhältlich sind.

Sword of the Necromancer hat mich damals wegen der Aufmachung interessiert und dem ersten Eindruck, den das Spiel bei mir weckte. Es erinnerte mich nämlich stark an Wizard of Legend und Titan Souls, weswegen ich es rein von den Screenshots und dem kleinen Trailer sofort als eine Art Mix zwischen den beiden Spielen verstanden hätte. Auch erschien mir die Handlung sehr ähnlich im Hinblick auf Shadow of the Colossus, auch grafisch hält sich Sword of the Necromancer ähnlich düster und mysteriös wie die bereits genannten Titel. Das Spiel war aber bereits eigentlich nicht mehr auf meiner Wunschliste, doch aufgrund eines kleinen Sales auf der Nintendo Switch kam es erneut in meinen Fokus und dann dachte ich mir „Warum nicht?“.

Und genau dieser Gedanke begleitet mich ein wenig durch das gesamte Spiel. Warum hat das Spiel keine bessere KI? Warum kann das Spiel nicht interessanter sein? Warum kann das Spiel nicht so sein wie Titan Souls? Warum ist das Spiel nicht so spaßig wie Wizard of Legend?

Sword of the Necromancer ist ein eher langsamerer Rogue-Like mit einem sehr simplen Konzept für die gegnerische KI. Ein Konzept, welches leider auch die eigenen beschworenen Monster übernehmen, weswegen das Kämpfen mit Monster meist sinnlos ist, außer man hat genau die zwei oder drei Monsterarten, die so gut wie nie von gegnerischen Monstern attackiert werden können, da sie entweder zu schnell sind oder über eine zu aktive Verteidigung verfügen (jene Verteidigung führt aber meist auch dazu, dass diese selbst kaum angreifen). Es macht schlichtweg nicht viel Spaß mit den beschworenen Monstern zu kämpfen, obwohl es doch genau das Kernelement des Spiels hätte sein wollen!

Der Rest vom Gameplay ist in Ordnung; Die Handlung und Motivation sind gut gelungen; Die erzählte tragische Liebesgeschichte ist gut inszeniert, auch wenn sie gerade nur so von Klischees trieft. Die Präsentation gibt schon einiges her, aber irgendwie will mich dann auch das Gameplay leider nicht wirklich abholen. Auch wenn mich das DLC noch reizen würde, dass bereits erschienen ist, werde ich dieses nicht mehr spielen, da mein Spiel nach dem Durchspielen (zum Glück) einen spielverhindernden Bug bekam, mit welchem ich keinen Zugriff mehr auf mein Inventar habe (das Spiel stürzt dabei sofort ab).

Viel Spaß beim Zocken!

Wertung

Pro und Contra

ProContra
Schöne Steigerung der Schwierigkeit pro LevelDas Leveldesign ist sehr wiederholend und langatmig.
Gute HandlungLangsame Kämpfe
Anpassbare SpielparameterWenig Abwechslung

Score

KategoriePunkteBegründung
Motivation6Du möchtest deine Freundin um jeden Preis retten! Dieser Grundgedanke wird jedoch nicht weiter ausgearbeitet und verliert die Wichtigkeit nach einer gewissen Zeit.
Steuerung5Für mich ist das Gameplay ein wenig zu langsam, zudem gibt es Momente, indem man durch die gegnerischen Attacken in ein Softlock gerät, sodass man diesen nicht mehr ausweichen kann und dabei zusehen muss, wie man gnadenlos besiegt wird. Außerdem ist das Gimmick des Spiels, die Macht des Nekromanten, nicht gut umgesetzt.
Inhalt6Durch die notwendigen Durchläufe des Spiels bietet dieses ein wenig Abwechslung, doch die einzelnen Versuche werden schnell langweilig und zu wiederholend.
Präsentation7Schöne Pixelgrafik trifft auf einen angenehmen Soundtrack.
Gesamt60 %Sword of the Necromancer ist ein interessantes Erlebnis und besitzt gute Ideen, welche aber leider nicht befriedigend umgesetzt wurden. Dennoch kann ich das Spiel an Rogue-Like-Fans empfehlen, wenn sie einmal ein entspanntes Rogue-Like mit wenig Herausforderung spielen möchten.

Infos

PublisherGrimorio of Games
Entwickler Grimorio of Games
PlattformPlayStation 4, Nintendo Switch, Xbox One, Microsoft Windows, Linux, PlayStation 5, Xbox Series
GenresRogue-like, Adventure, Hack and Slay
Release10. Dezember 2020
Websitehttps://grimorioofgames.com/projects/sword-of-the-necromancer/
Preis14,99 €
AltersfreigabeUSK ab 12 Jahren
Spielzeit5 Stunden
PC-Systemvoraussetzungen (Minimal)Windows Betriebssystem: Windows 8/8.1/10 Prozessor: 2.50 GHz Arbeitsspeicher: 4 GB RAM Grafik: 128 MB DirectX: Version 9.0c Speicherplatz: 800 MB verfügbarer Speicherplatz   Linux Betriebssystem: Ubuntu 20.04.1 Prozessor: 2.50 GHz Arbeitsspeicher: 4 GB RAM Grafik: 128 MB Speicherplatz: 800 MB verfügbarer Speicherplatz

Trailer zu Sword of the Necromancer