Jetzt wird es niedlich und kindlich, oder ist das einfach nur der gleiche Stil in 3D?

Nun, die Spieler von The Legend of Zelda werden sich hier kaum einig, aber eines kann man sehr wohl behaupten: Darüber gesprochen wurde allemal!

Konsole: Nintendo Classics Game Boy Advance (Nintendo Switch), Nintendo GameCube

Autor: Phil-kun

Inhaltsverzeichnis:

Thema: Toon Link’s Auftritt!

Bereits in dem ersten Spiel des heutigen Artikels bekommen wir zum ersten Mal Toon-Link zu sehen, obwohl er eigentlich erst etwas später mit dem zweiten Spiel im Gepäck erst so richtig in See gestochen ist und sich die Spielerherzen angelte.

Ja, mir persönlich gefällt der knuffige Held im Chibi- beziehungsweise Cartoon-Stil sehr. Insbesondere steht ihm der Cel-Shading 3D-Look, aber auch 2D gezeichnet hat er eine markante und unverwechselbare Optik.

Und was war es auch für ein Aufreger, als in der 2000 Space World-Messe die Massen von Nintendo-Fans von der Grafik und Leistung der neuen Konsolengeneration von Nintendo beeindruckt wurden, um obgleich ein Jahr später derbe enttäuscht zu werden?

Wobei ich schon sagen muss, dass der daraus entstandene Toon-Link-Look wirklich ein Alleinstellungsmerkmal zu dieser Zeit war. Cel-Shading wurde zwar auf dem Nintendo GameCube zur Genüge genutzt, jedoch gab es nur wenige Spiele, die es geschafft haben, mit einem Comicbuch-Stil aufzuwarten.

Und wenn schon das nächste große Abenteuer einen neuen markanten Stil hat, dann soll dieser besser auch schon in einem kurz davor veröffentlichten Remaster eines älteren Abenteuers genutzt werden, oder?

The Legend of Zelda: A Link to the Past & Four Swords: Jetzt zu viert!

Hier haben wir jetzt den ersten Remake-Titel in der Artikelserie, wobei es dieser Titel, ebenso wie die noch kommenden schafft, signifikante neue Spielinhalte zu liefern. Keine Sorge: Die einfachen HD-Remakes werden nicht einzeln beleuchtet.

2002, ganze elf Jahre nach dem Erscheinen des Originals, erschien die Handheld-Version nun endlich auf dem Nintendo Game Boy Advance.

Schon damals nach dem Release des Originals im Jahr 1991 wurde schon darüber nachgedacht A Link to The Past auf dem Nintendo Game Boy zu veröffentlichen, was wohl aufgrund der Hardwarelimitationen eine echte Herausforderung gewesen wäre.

Stattdessen profitiert dieses Remake nun von den technologischen Entwicklungen des letzten Jahrzehnts, was es den Entwicklern ermöglichte nicht nur die Grafik und den Sound zu verbessern – Link wurde sogar mit den Soundclips aus Ocarina of Time ausgestattet – sondern auch noch mehr Spielinhalte in die kleine Spielkassette des Game Boy Advance in Form eines eigenen Spiels zu pressen.

Four Swords Adventure bietet ein kleines, aber feines Co-Op-Abenteuer. Erstmalig können so nun die Rätsel und Puzzle eines 2D-Zeldaspiels gemeinsam mit bis zu vier Spielern gelöst werden. Allein konnte man diesen Vertreter nicht spielen.

Motiv: Sei der Held!

A Link to the Past

Wir finden uns (erneut) im Haus eines jungen Schwertkämpfers. Es ist Nacht und das Wetter scheint mit dem Gewitter die triste Stimmung des Landes zu unterstreichen. Kaum wachte er aus seinem seltsamen Traum auf, in welchem er gebeten wurde, jemandem im Schloss von Hyrule zu retten, bricht sein Onkel bereits auf, um draußen nach dem Rechten zu sehen.

Obwohl der Schwertkämpfer Angst verspürte, machte er sich mutig auf den Weg seinen Onkel zu folgen und ebenso Richtung Schloss aufzubrechen. Im Geheimgang angelangt muss er eine erschreckende Beobachtung machen: Sein Onkel liegt entkräftet vor ihm auf dem Boden. Mit letzter Kraft überreicht er dem Schwertkämpfer seine Ausrüstung und bittet den Jungen die besondere Person aus seinem Traum zu retten.

So beginnt das mutige Abenteuer des jungen Helden.

Four Swords

Vaati, ein Zauberer mit der Gabe den Wind zu beherrschen, überfiel einst Hyrule. Ein mutiger Junge schlug Vaati nieder und verbannte ihn in sein Schwert. Der Legende zu Folge war dieses Schwert in der Lage den Jungen in vier Kämpfer zu verwandeln, welche es in gemeinsamer Teamarbeit vollbrachten Vaati zu stürzen.

Die heilige Klinge wurde alsbald als das Schwert der Vier bekannt und eine heilige Stätte wurde um dessen Ruheplatz erbaut. Der tapfere Junge von damals schien nach seinem Triumph spurlos verschwunden zu sein und hinterließ die mächtige Klinge, indem Vaati gebannt wurde.

Etliche Jahre verstrichen ins Land und der Bann wurde schwächer. Schließlich gelang es Vaati aus dem Schwert der Vier auszubrechen und erneut Schabernack zu treiben in Hyrule. Ein junger Schwertkämpfer, ausgewählt von Prinzessin Zelda, machte es sich zur Aufgabe mit diesem Schwert Hyrule zu retten. Und wie es die Legende bereits erzählte, wurden aus einem Schwertkämpfer vier. Zu viert machte sich der neue Held des Schwertes auf, um Hyrule zu retten!

Look and Feel: Heimischer und neu!

Zu A Link to the Past gibt es hier wenig neues zu schreiben. Spielerisch ist es identisch zu der Version des SNES. Zum Ende des Spiels jedoch gibt es eine einzelne Neuerung: Ein Herausforderungsdungeon

Diesen Dungeon kann man aber nur betreten, wenn man bereits den Spielmodi Four Swords durchgespielt hat. Der Dungeon selbst besteht aus insgesamt fünf Bosskämpfen, wobei diese mit kleinen kniffligen Levelabschnitten von der Eingangshalle des Dungeons getrennt sind. Sobald man die ersten vier Bosse besiegt hat, erhält man Zugriff auf den letzten Kampf, um schließlich den Dungeon abzuschließen. Außer einem neuen Credit-Screen mit ein paar interessanten Spielstatistiken erhält man keine besondere Belohnung.

Das Spiel startet direkt in ein Auswahlmenü, wo man sich zwischen den beiden Spielmodi oder besser gesagt Spiele entscheiden muss: A Link to the Past oder Four Swords

Wählt man das zweitere so landet man in einem brandneuen Zelda-Abenteuer, was abermals von Capcom mitentwickelt wurde und so den dritten von Capcom für Nintendo entwickelten Zelda-Titel darstellt. Man kann eindeutig die Verspieltheit aus den Oracle-Spielen in Four Swords wiedererkennen. Auch grafisch wird das Spiel deutlich bunter und verrückter als die von Nintendo entwickelten – ein Trend, der so auch beibehalten wird, da es nicht das letzte Spiel von Capcom sein wird.

Four Swords besitzt vier Level und ein Tutorial. Je Level gibt es immer zwei Abschnitte mit Rätsel und einer Levelstruktur wie aus einem Zelda-Dungeon. Das Ende eines jeden dieser Abschnitte wird durch ein verschlossenes Tor gekennzeichnet. Wieder einmal müssen also die Links hier Schlüssel finden, um voranzukommen.

Nach Abschluss des zweiten Abschnitts muss ein Bossmonster im dritten Abschnitt besiegt werden. Dieser Abschnitt ist pro Level immer gleich. Die beiden anderen Abschnitte werden zufällig aus festen möglichen Levelteilen generiert.

Das Spiel ist beendet, sobald man die ersten drei Level gemeistert hat und im vierten und letzten Level Vaati besiegt.

Fazit: Die beste Version?

Nicht nur bietet dieses Spiel die beste Version von A Link to the Past, sondern bietet auch noch einen Mehrspielerspaß für zwischendurch. Four Swords in ein recht kurzes Spiel; Das Co-Op-Team unserer Redaktion, also Alex und ich, konnten das Spiel in weniger als zwei Stunden vollständig durchspielen.

Four Swords macht zwar Spaß, ist aber für mich definitiv kein Abenteuer was ich länger als die benötigte Zeit zum Durchspielen an einem Stück spielen würde, da es mir dafür dann noch etwas zu klobig zum Spielen ist.

Im Vergleich dazu ist aber wie schon geschrieben die überarbeitete Version von A Link to the Past für mich hier ein echter Genuss, den ich gerne auch noch im Original besitzen möchte.

Für alle Nintendo Switch Online + Erweiterungspaket-Mitglieder: Spielt unbedingt diese Version von A Link to the Past; Four Swords lässt sich ebenso über den Link-Modus spielen!

Spezial-Score:

KategoriePunkte
Motiv9
Steuerung10
Präsentation10
GESAMT97 %

The Legend of Zelda: The Wind Waker: Segel setzen!

Bereits nur zwei Jahre nach dem Erscheinen von Majora’s Mask kam der erste Zelda-Titel für die neue Nintendo-Konsole 2002 auf den Markt. Eine Tech-Demo auf der E3 2000 bewies welche Power der Nintendo GameCube haben wird. Damals rechnete noch jeder damit, dass das nächste Zelda auf der Konsole wohl ebenfalls wieder einen düsteren und unheilvollen Look haben wird, so wie es bereits bei Majora’s Mask und Ocarina of Time der Fall war. (Wie auch mit der gezeigten Tech-Demo bewiesen)

Doch die Entwickler hatten sich da bereits in einen neuen Look verliebt, was alsbald auch einen Spitznamen für das Spiel hervorbrachte: Celda (Zelda + Cel Shading)

Das neue 3D-Zelda-Spiel auf der Konsole verniedlichte das Zelda-Universum; was zu starkem Unmut führte. Die meisten Spieler schienen damals wohl schon vergessen zu haben, wie verspielt Link’s Awakening und die beiden Oracle-Spiele waren.

Wo anfangs noch hohe Kritik herrschte, kam später ein viel größeres Lob. Aus den Augen von Spielekritikern ist hier laut Metacritic nämlich der aktuell drittbeste Zelda-Titel entstanden.

Motiv: Rette deine Schwester (und die Welt)!

Einst befreite ein grün gewandter Held mit der Macht der Zeit das Land der goldenen Macht von einer schrecklichen Bosheit. Als die Gefahr gebannt schien, tauchte sie erneut auf und peinigte das Land von neu. Doch diesmal schien der Held der Zeit nicht das Böse zu verbannen. Mit der goldenen Macht versiegelte der damalige König des Landes eben jenes Tief unter einem ewigen Meer; eingeschlossen, um jene grausame Gewalt nie wieder an die Oberfläche treiben zu lassen.

Jahrhunderte vergingen und das neue Land auf dem großen Meer blühte auf. Doch eines Tages bekommt ein schläfriger Junge auf einer fernen Insel den Schreck seines Lebens. Piraten tauchen auf und seine Schwester wird entführt!?

Gemeinsam mit mutigen Mitstreitern sticht er in die See, um seine Schwester zu retten. Und dabei muss er großen Mut beweisen, ein weises Wesen formen und die Kraft für den Sieg erlangen.

Look and Feel: Vom Winde verweht!

The Wind Waker bringt viel Neues auf den Plan. Eine frei bewegbare Kamera ist hierbei aber wohl die größte Neuerung, nebst neuen Items sowie Mechaniken rundum die Schiffsfahrt. Man könnte dem Spiel auch noch das Genre Open-World oder Metroidvania verleihen, da man grundsätzlich bereits nach dem Prolog des Spiels relativ frei durch das komplette Meer schippern kann, freilich aber mit bekannten Einschränkungen: Ein fehlender Bogen, um Zielscheiben zu treffen oder ein fehlender Greifhaken, um Schätze zu bergen, schränken dabei unter anderem die Erkundungsmöglichkeiten ein.

Nebst dem freien Bewegen auf dem Meer findet sich trotzdem die typische Zelda-Formel in dem Spiel wieder. Ziel ist es demnach nach und nach Dungeons in einer meist vorgeschriebenen Reihenfolge zu meistern, um schließlich mit aufgebessertem Master-Schwert das große Böse, Ganondorf mal wieder, aufhalten zu können.

Präsentiert wird das gesamte Erlebnis mit einem orchestralen Soundtrack sowie dem neuen Cel Shading-Look, was zu einem deutlich humorvollerem Zelda-Erlebnis führt. Gerade in Sachen Mimik und Gestik punktet der Look; beides konnte bis dato in keinem anderen Zelda-Spiel, außer den beiden DS-Spielen welche die Geschichte von dem Helden des Windes fortsetzen, im gleichen Maße wieder erreicht werden.

Fazit: Toon-Link ist geboren!

Nun hatte der Cartoon-Link, welcher in meinen Augen bereits mit Link’s Awakening zum ersten Mal aufgewacht ist, eine Persönlichkeit und Identität. Seit The Wind Waker sind noch ein paar mehr Spiele erschienen, die sich eben jenem Look bedient haben. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass alle neuen Zelda-Spiele heute immer noch von der damaligen Kreativität der Entwickler punkten, auch wenn The Wind Waker ein unvollkommenes Spiel (durch Kürzung der Entwicklungszeit wegen dem Erscheinungsdatum) ist und Shigeru Miyamoto’s weltbekanntes Zitat* hervorbrachte:

„A delayed game is eventually good, but a rushed game is forever bad.“

Die Aussage trifft retrospektiv betrachtet auf jeden Fall nicht bei The Wind Waker zu; das Spiel war bereits perfekt.

*Der genaue Ursprung des Zitats ist unbekannt, jedoch wird diese Aussage meist immer mit der Nennung von Shigeru Miyamoto zitiert, da es seine Einstellung zu Game Design sehr gut widerspiegelt.

Spezial-Score:

KategoriePunkte
Motiv10
Steuerung9
Präsentation10
GESAMT97 %

Schlusswort: Der Spaß ist in See gestochen!

Der Nintendo GameCube war für meine Kindheit ein wichtiger Bestandteil. Insbesondere deswegen, weil ich auf dieser Konsole erstmalig wirklich ernsthaft Videospiele gespielt hatte, oder eben auch alt genug war, um Spiele besser zu begreifen; Der Spaß fing somit hier erst so richtig an.

Wind Waker wie auch A Link to the Past sind beides Meilensteine meiner Kindheit. Mit den beiden Spielen konnte ich mich so richtig in das Franchise verlieben und in dieses abtauchen. Der Super Nintendo war mein Einstieg in die Videospielwelt und mit dem Nintendo GameCube habe ich gelernt mich in dieser wirklich zurecht zu finden.

Beide Spielgiganten eröffneten große Welten für ihre Spieler. Gerade der Fokus auf eine sehr offen wirkende Welt war für beide Spiele essenziell. Bei Wind Waker war zudem auch das freier wirkende Erkunden mit dem Boot ein echt einmaliges Erlebnis; Einfach ins Boot steigen und schauen, wo man landet!

Vorschau: Mehr Links!

Und es geht weiter mit dem kindlichen Link. Wobei wir uns hier nicht direkt die weiterführenden Abenteuer des Helden des Windes anschauen werden, sondern erst nochmal in andere Abenteuer mit einer echten Vielfalt aufbrechen werden.

Ja, das Quartett kommt in einem eigenen Spiel zum Einsatz und Capcom beehrt uns wieder mit einem heißdiskutierten Titel.

Sei gespannt auf das erste Mehrspieler-Abenteuer des grünen, roten, blauen und violetten Helden, ich hoffe du hast deine GBAs parat und genügen Link-Kabel für den Nintendo GameCube?

Viel Spaß beim Zocken!