Ein Träumchen! Mit diesen beiden Spielen werden Träume wahr! Ein riesiges Zelda-Spiel für die neue Heimkonsole und auch noch ein umfangreiches Zelda-Spiel für unterwegs!? Das kann doch nur ein Traum sein, oder?
Konsole: Super NES; Nintendo Classics Gameboy (Nintendo Switch)
Autor: Phil-kun
Inhaltsverzeichnis:
- Thema
- The Legend of Zelda: A Link to the Past
- The Legend of Zelda: Link’s Awakening
- Schlusswort
- Vorschau

Thema: 2D Träume!
„I believe that ideas are limitless. These days, the world is overflowing with them. It is a game designer’s job to figure out how to compile and program them into a video game. I think that the ability to collect and organize things is even more important to making games than the power of imagination and creativity.“
– Shigeru Miyamoto (Quelle: https://shmuplations.com/zeldalttp/)
Wir befinden uns am Anfang der 1990er. Die Famicom und das NES sind bereits in die Jahre gekommen und die nächste Konsolengeneration steht bereits vor der Tür. Im November 1990 erschien die Super Famicom. Damit betrat Nintendo nun nach der PC Engine (auch bekannt als TurboGrafix-16) auch den 16-bit Markt der Heimkonsolen.
Doch das erste und einzige Zelda-Spiel für diese Konsole ließ noch ein ganzes Jahr auf sich warten. Pünktlich zum ersten Geburtstag der Super Famicom erschien am 21. November 1990 The Legend of Zelda A Link to the Past in Japan.
Sowohl dieses dritte Spiel der Reihe wie auch das vierte Spiel der Reihe begaben sich wieder zurück zu den Wurzeln des ersten Zelda-Spiels. Die seitliche Spielsteuerung sowie die Möglichkeit zu springen, wurde jedoch vom viertel Teil der Reihe, Link’s Awakening, in besonderen Segmenten bzw. durch Nutzung eines Items wieder aufgegriffen, dennoch gab es folglich kein einziges „Castlevania-Like“-Zelda mehr.
Die 1990er waren besonders prägend für The Legend of Zelda. Zum einen wurden mit den beiden Spielen dieses Spezials die ikonische 2D-Zeldaformel finalisiert und zum anderen wurde auch am Ende des Jahrzehnts die Reise in die 3D-Welt begonnen, aber dazu im nächsten Spezial mehr.
Lasst uns erstmal ein wenig von 2D-Dungeons, Schlüssel, Masterschlüssel, Items und Risse in den Wänden träumen!

The Legend of Zelda: A Link to the Past: Die entführten Weisen!
Das Triforce der Götter; So hätte der Beititel des Spiels lauten können, wenn er nicht bei der englischen Übersetzung zu A Link to the Past geändert worden wäre. Damals wurden gerne religiöse Andeutungen aus japanischen Spielen zensiert, in Wort und manchmal sogar auch in den Grafiken selbst, wie man gut an Final Fantasy VI und Castlevania IV sehen kann.
Der Originaltitel ist auch griffiger für die eigentliche Geschichte und Signifikanz des Spiels: Hier wird zum ersten Mal das vollständige Triforce gezeigt!
Ebenso dass die drei Werte des Triforces, Mut, Weisheit und Kraft, in Verbindung mit den Farben Grün, Blau und Rot stehen, wird erstmalig in diesem Spiel zur Schau gestellt. Die Verbindung der einzelnen Triforces zu den einzelnen Charakteren, Link, Zelda und Ganondorf, ist hier jedoch noch nicht gänzlich ausgereift, auch wenn dies bereits im Vorgängertitel angedeutet wurde, dass es diese Verteilung geben wird.
Auch die Weisen wurden hier erstmalig als Element der Handlung eingeführt, ebenso das legendäre Masterschwert, welches wohl von der Legende von König Arthur und dem Schwert im Stein inspiriert wurde.

Motiv: Finde das Triforce!
Die goldene Macht im goldenen Land; Einst erschufen drei Göttinnen dieses Land. Mut, Weisheit und Kraft formten sich zu einem goldenen Wunsch inmitten des Landes.
Hyrule ist seit jeher mit jenem goldenen Land über eine Weltenpforte verbunden. Eines Tages fiel eine finstere Macht, jene welche bereits Hyrule bedrohte, in das goldene Land ein, um die goldene Macht zu stehlen. Das Wesen, das von finsterer Macht durchströmt war, nannte sich Ganondorf, doch alsbald war es auch als das Monster Ganon bekannt. Sein Machthunger kannte nur ein Ziel: Die goldene Macht Triforce
Jenes Artefakt verkörpert die Mächte der drei Göttinnen und soll jeden Wunsch erfüllen, wenn es berührt wird.
Sieben Weise aus dem Königreich von Hyrule nutzten die Gelegenheit und verbannten Ganon in das goldene Land und versiegelten dessen Eingang.
Doch die Verbannung soll nicht ewig halten. In seiner Verbannung gewann Ganon an Stärke und verwüstete das einst so strahlende goldene Land. Die Verwüstungen machten aus dem goldenen Land ein Reich der Schatten. Mit dem Anstieg seiner Macht wurde die Versiegelung immer schwächer und die Verbindung zu Hyrule stärker.
Ein bösartiger Priester namens Agahnim wurde von der bösen Macht auserkoren dieses Siegel zu brechen und Ganon zu befreien. Für diese schreckliche Tat benötigt Agahnim die Nachfahren der sieben Weisen. Wird ein Held aufstehen und die Welt vor ihrem Untergang bewahren?

Look and Feel: Zwei Welten; Doppelter Spaß!
Der doppelte Speicher in der Kassette führte dazu, dass wir Hyrule und die Schattenwelt so kennenlernen durften, wie wir es heute kennen. Nicht nur ist der Aufbau von Hyrule seither in den meisten Spielen identisch wie hier in ALTTP, sondern wir haben hier auch den Startschuss oder Gründer des Genres Zelda-Like. Jedes zukünftig erscheinende Spiel, welches ein Action-Adventure mit Dungeons, Sammelgegenstände, Items und Puzzles verkörpert, verwendet Gameplay-Elemente, welche sich hier in diesem Spiel in Perfektion wiederfinden.
Erstmalig werden in diesem Spiel auch filmische/erzählerische Elemente verwendet, um die Handlung und Geschehnisse des Spiels interessanter zu erzählen. Nebst Prolog gibt es mindestens drei Akte inklusive Epilog zu erleben: Die Flucht von Zelda, Der neue Held, Befreiung der Nachfahren der Weisen, Der Kampf gegen das Unheil, Der Wunsch
Grafisch bewegen wir uns im 16-Bit-Bereich und können detailreiche Pixeldarstellungen erkunden, seien es jetzt die zahlreichen Dungeons oder Hyrule wie die Schattenwelt. Durch den Wechsel zwischen beide Welten erlebt und erkundet man diese abwechselnd, sobald man genug vorangeschritten ist im Spiel.
Ebenso bietet auch der Soundtrack einen hohen Wiedererkennungswert und hebt das Spielerlebnis nochmal um ein paar Stufen nach oben.

Fazit: Gespiegelte Perfektion!
Das Spiel ist nach wie vor für mich das beste 2D-Zelda-Spiel. Ob die kommenden Titel diesen Rang erreichen oder sogar übertreffen können? Ich bin gespannt und wohlwollend skeptisch. A Link to the Past ist ein Meisterwerk in sich und wird mich sicherlich noch dutzende Male dazu einladen es wieder durchzuspielen. Allein in diesem Spezial zum 40-jährigen Jubiläum von The Legend of Zelda werde ich noch zwei weitere Varianten des Spiels für euch zocken.
Spezial-Score:
| Kategorie | Punkte |
| Motiv | 9 |
| Steuerung | 10 |
| Präsentation | 9 |
| GESAMT | 93 % |

The Legend of Zelda: Link’s Awakening: Ein musikalischer Traum!
Die Originalversion erschien 1993 auf dem Nintendo Game Boy und bot damit den ersten Spatenstich in die Handheld-Welt für die Spielereihe.
Was als Hobbyprojekt unter den Nintendo-Entwicklern begann, entwickelte sich langsam zu einem Zelda-Ableger für die Handheld-Konsole. Mit dem Erscheinen des Gameboy Color im Jahr 1998 wurde die DX-Variante des Spiels auf den Markt gebracht. Nebst einem neuen Farbdungeon und Farbe in der Spielwelt wurde auch der im gleichen Jahr veröffentlichte Game Boy Printer unterstützt, sodass man an verschiedene Orte im Spiel Fotos machen kann und diese per Printer auf Papier, ähnlich zu einem Kassenbon, drucken konnte.
Link’s Awakening ist auch das erste Zelda-Spiel, welches Super Mario Bros.- und Kirby-Referenzen in Form von Gegnern/Charakteren beinhaltet. So kann man zum Beispiel deutlich einen Mario, Gumba, Kettenhund, Bomb-Omb, Kirby, Stachi, Pokey Pokey und Cheep Cheep erkennen.

Motiv: Wach auf!
Die letzte Heldentat von Link liegt nur knapp hinter ihm. Auf einer Schiffsreise, um die Welt zu erkunden wurde Link durch einen heftigen Sturm schiffsbrüchig und fand sich selbst anschließend an einem verlassenen Strand wieder.
Dort wurde er von Marin aufgelesen. In ihrem Haus wachte Link anschließend auf und stellte fest, dass er wohl auf einer einsamen Insel gestrandet sein muss.
Wobei so einsam scheint die Insel nicht zu sein. Zahlreiche Bewohner leben dort, auch sprechende Tiere und für Link gar ganz seltsam aussehende Monster; War er wirklich aufgewacht?
Eine sprechende Eule – das wäre jetzt für manche Links tatsächlich keine Besonderheit – schickte in alsbaldig los in ein Abenteuer: Er solle den Windfisch wecken, welcher in einem riesigen Ei auf dem Gipfel des hiesigen Berges ruht.
Um dies zu bewerkstelligen, soll Link Instrumente finden, um ein Erweckungslied spielen zu können. Ist der Windfisch derjenige der schläft?

Look and Feel: Menüchaos und Puzzlespaß!
Ich denke, ein Merkmal des Spiels ist für viele Spieler dessen ein Dorn im Auge oder zumindest eindrücklich in den Erinnerungen geblieben bei mir. Um in diesem 2D-Action-Adventure zwischen einzelne Items wechseln zu können, muss das Start-Menü des Spiels jedes Mal geöffnet werden. (Das war grundsätzlich auch so in den Vorgängern, aber komfortabler) Nur bis zu zwei Items kann Link gleichzeitig ausrüsten, darunter fällt leider auch das Schwert und das Schild.
Sprich, man kann grundsätzlich nebst Schwert also nur noch ein anderes Item ausrüsten, sofern man nicht auf das Schwert verzichten möchte.
Abgesehen von dieser Limitation, ist das Spiel überraschend dicht bepackt mit Inhalten. Die Weltkarte ist in einzelne Quadrate aufgeteilt. Diese sind für den Spieler als einzelne Bildschirme sichtbar. Sobald man am Rande des Bildschirms ankommt, wird der nächste Bildschirm angezeigt. In Dungeons läuft das durch die kompakten Räume meist nahtlos mit dem Betreten einer Tür ab.
Obwohl Link’s Awakening das erste Handheld-Zeldaspiel ist, blieben die Puzzles nicht auf der Strecke; Ganz im Gegenteil sogar: Die Puzzles sind mindestens ebenbürtig mit A Link to the Past, wenn sie nicht sogar manchmal etwas kniffliger sind.
Die DX-Version des Spiels bietet nebst abgestimmten Farben auch einen zusätzlichen Dungeon und die Möglichkeit Foto-Punkte im Spiel zu entdecken. Diese Fotos können sogar mit dem Game Boy Printer ausgedruckt werden.
Grafisch ist sowohl das Original wie auch diese Version beeindruckend, da trotz der Limitationen des Game Boys viele Details in die Gestaltung der einzelnen Sprites der Charaktere und in das Leveldesign geflossen ist.
Der Soundtrack unterstreicht die Szenerie, wie man es nun schon von der Zelda-Reihe gewohnt ist, immer passend je nach Atmosphäre.

Fazit: Ein Träumchen (außer das Menü)!
Die Limitationen der Knöpfe haben hier bei mir sicherlich nicht für Freude gesorgt, denn dadurch musste ich mich hier mit dem Menü durchschlagen. Leider wurde es bei mir keine Sekunde lang beliebter, aber man könnte vermutlich von einer Gewöhnung reden.
Nichtsdestotrotz ist Link’s Awakening für mich echt zu einem meiner liebsten Zelda-Titel geworden. Zumal er nicht nur eine angenehme Schwierigkeit hat, sondern er mich auch in Sachen Leveldesign wirklich überzeugen konnte.
Da bin ich auf die beiden nächsten Game Boy Color-Spiele gespannt, insbesondere auch darauf, ob dort die Menüsteuerung anders gelöst wurde!
Spezial-Score:
| Kategorie | Punkte |
| Motiv | 9 |
| Steuerung | 7 |
| Präsentation | 9 |
| GESAMT | 83 % |

Schlusswort: Der Traum ist wahr!
Egal ob 16-Bit oder 8-Bit oder sogar moderne Technologien. Mittlerweile ist klar, dass ein 2D-Zelda Spaß macht, egal mit welcher Technologie die Spiele dargestellt werden und welchen Fokus das Gameplay hat.
Modernste Vertreter der Reihe sind wohl auch am nächsten dran, wie sich Shigeru Miyamoto damals schon die Spielwelten vorgestellt hatte und was er alles in ihnen realisieren wollte. Gerade Breath of the Wild, obwohl es ein 3D-Zeldaspiel ist, entspricht den damaligen Ansprüchen von Miyamoto-san an das Abenteuergefühl, welches er schon mit dem ersten Teil der Reihe ausdrücken wollte.
Doch zwischen Breath of the Wild und den Spielen im nächsten Spezial liegen noch knapp 20 Jahre. Zuerst muss die nächste Dimension durchbrochen werden!

Vorschau: 3D Wahnsinn!
Die Technologie entwickelt sich rasend weiter. Bereits 1996, nur knapp sechs Jahre nach der Veröffentlichung der Super Famicom, wurde nach langen technischen und unternehmerischen Konflikten die Nintendo 64 auf den Markt gebracht. Zwei Jahre nachdem der neue und selbstgeschaffene Rivale Sony und deren PlayStation auf dem Markt kam.
Keine guten Bedingungen eine Konsole herauszubringen; und dann auch noch eine 64-bit-Konsole, welche vorrangig für die Entwicklung für 3D-Spiele konzipiert wurde?
Nun: Es reichte für das beste Videospiel der Welt, laut Metacritic.
#Zelda40th
Viel Spaß beim Zocken!