Mehr Farbe und nicht nur eine DX-Version?! Jetzt wird es bunt bei der Triforce-Trilogie…warte…es sind nur 2-Spiele? Im heutigen Artikel scheint einiges aus dem Ruder zu laufen, oder ist das Chaos doch ordentlich geplant gewesen?
So wie wir Nintendo mittlerweile kennen bei Zelda: Sicherlich nicht!
Konsole: Nintendo Classics Game Boy (Nintendo Switch)
Autor: Phil-kun
Inhaltsverzeichnis:
- Thema
- The Legend of Zelda: Oracle of Seasons
- The Legend of Zelda: Oracle of Ages (Linked)
- Schlusswort
- Vorschau

Thema: Farbige Orakel!
Einst, so der Legende nach, soll es drei mächtige Samen gegeben haben:
- Mystical Seed of Power
- Mystical Seed of Wisdom
- Mystical Seed of Courage
Diese wundersamen Samen waren die Lebensbringenden für die Welt, in der das Land Hyrule existiert. Drei mächtige Göttinnen repräsentieren diese Mächte:
- Din, die Göttin der Kraft
- Nayru, die Göttin der Weisheit
- Farore, die Göttin des Mutes
Zusammen sollen die drei Göttinnen geführt von Hylia, der höchsten Göttin, die Welt erschaffen haben. Din erschuf die Erde und den Boden selbst. Sie gab der Welt die Kraft Gefahren zu trotzen und Rückschläge wegstecken zu können. Nayru ließ Wissen über die Welt regnen. Mit ihrem Segen bildeten sich zahlreiche Meere und Flüsse. Die Welt lernte und wusste nun, wie sie leben kann. Farore bot der Welt das Geschenk des Lebens selbst. Aus Wissen und Kraft allein kann nichts entstehen. Die Welt benötigte den Mut ihren aktuellen Zustand zu ändern. Nur durch Mut kann sich die Welt bewegen und kann Geschichte wissend aufgeschrieben werden und Hindernisse kraftstrotzend beseitigt werden.
Aus dieser Ur-Legende des Franchise The Legend of Zelda sollte die dreiteilige Trilogie namens Triforce-Trilogie oder „Mystical Seed“-Trilogie entstehen. Capcoms ehemaliges Studio Flagship sollte sogar insgesamt sechs Titel für den Game Boy Color entwickeln. Daraus wurden jedoch nach Entwicklungsschwierigkeiten und Hardwarelimitationen signifikant weniger Titel. Nach Absprache mit Nintendo, allen voran natürlich Miyamoto, sollten die eben angesprochene Trilogie entwickelt werden, welche je eines der Mächte des Triforce und die dazugehörige Göttin näher beschreiben soll.
Aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten, welche drei Spiele und das angestrebte Passwortsystem zum Austauschen zusätzlicher Inhalte in dem Spiel boten, wurde die Entwicklung wieder erschwert und schließlich wurde der einst als Remake des originalem The Legend of Zelda (NES) konzipierte Teil der Trilogie (Mystical Seed of Courage) gestrichen, um sich auf zwei Spiele zu konzentrieren, nur um abermals durch den bevorstehenden Release des Game Boy Advance wieder während der Entwicklung gestört zu werden; Wäre es nicht toll wenn das Spiel besondere Funktionen hätte, wenn man es auf einem Game Boy Advance spielt?
Trotz des von außen betrachtet vorherrschendem Chaos konnten beide Spiele dennoch veröffentlicht werden und waren somit die ersten ernstzunehmenden Zelda-Spiele, welche nicht von Nintendo entwickelt wurden (jedoch offensichtlich stark von Nintendo beeinflusst).

The Legend of Zelda: Oracle of Seasons: Verrückte Jahreszeiten!
2001 ist eines der bis dato vermutlich komplexesten Zelda-Spiele auf den Markt gekommen. Beziehungsweise waren es sogar zwei Titel: Oracle of Seasons und Oracle of Ages.
Aus dem ursprünglich angekündigten drei-teiligen Triforce-Spiel „Mystical Seed of Power” wurde das heutige Oracle of Seasons für den Nintendo Game Boy Color.
Nebst Oracle of Ages war auch Oracle of Seasons gleichermaßen erfolgreich und beliebt. Das Passwortsystem, mit welchem sich beide Spiele sogenannte Geheimnisse teilen, ist eines der Gameplay-Elemente, die beide Spiele so wiederspielwert machen.
Für ein vollständiges Durchspielen beider Geschichten müssen demnach beide Spiele je zweimal durchgespielt werden.
Ich habe für das Spezial mit Oracle of Seasons begonnen. Mit Oracle of Ages habe ich anschließend das „True Ending“ erlebt.
Oracle of Seasons ist im Übrigen der actionreichere Titel von beiden Spielen.

Motiv: Rette die Jahreszeiten!
Einige Zeit nach seinem letzten Abenteuer wurde der Held von Hyrule von dem Triforce gerufen. Dort teilte ihm eine mysteriöse Stimme mit, dass sein Heldenmut anderswo gebraucht wird und er eine Heldenprüfung absolvieren soll. Alsbald wurde er in ein mysteriöses Land namens Holodrum teleportiert, wo er auch gleich auf eine fahrende Tänzerin namens Din traf.
Es dauerte nicht lang und die Aufgabe, die dem Helden aufgetragen wurde, tat sich auf; Ein böser General namens Onox entführte die Tänzerin Din, welche auch das Orakel der Jahreszeiten war. Ebenso verbannte er den Tempel der Jahreszeiten in eine dämonische Welt.
Impa, die Begleiterin des Orakels, sah das Link vom Triforce auserkoren ist und teilte ihm mit, den mächtigen Maku-Baum aufzusuchen. Dieser hat ebenso durch die Machenschaften des Bösen gelitten. Insbesondere darunter, dass die Jahreszeiten in Holodrum seit dem Verschwinden des Tempels komplett ins Chaos gestürzt wurden. Der mutige Held soll seine Stärke beweisen und acht Essenzen der Natur finden, um so den Maku-Baum zu stärken, welcher den Weg zu dem bösen General Onox ebnen kann.

Look and Feel: Bäumchen wechsle dich!
In diesem 2D-Topdown-Zelda-Abenteuer offenbart sich die gleiche Steuerung wie aus Link’s Awakening, auch inklusive der beiden variablen Itemslots. So müssen auch hier laufend die aktuell verwendeten Items im Menü gewechselt werden, um den aktuellen Umständen in der Spielwelt gerecht zu werden. Zum Glück ist das Spiel hier aber recht linear gesteuert, sodass man nur bei erneutem Erkunden von bereits besuchten Gebieten großartig in das Wechselfieber verfällt.
Am häufigsten wechselt man hier vermutlich eher die Jahreszeiten mit dem Stab der Jahreszeiten. An richtigen Orten, seltsamerweise nur bei Baumstümpfen, kann man den Stab der Jahreszeiten einsetzen, um die aktuelle Jahreszeit im Gebiet zu ändern. Die gewählte Jahreszeit bleibt dabei so lange aktiv, bis ein Gebiet betreten wird, welches selbst mit einer anderen Jahreszeit startet, so wird das Spiel auch in grobe Bereiche eingeteilt, welche aber mehrere Bildschirme/Gebiete umfasst. Einzig das Dorf im Spiel wechselt ständig selbst die Jahreszeiten; Hier hat man als Held keinen Einfluss.
Neben dem magischen Stab gibt es auch noch eine gute Auswahl aus Items, die zusätzlich zum Schwert und Schild innerhalb der Dungeons benötigt werden, manche von ihnen lassen sich sogar im Laufe des Spiels verbessern.
Grafisch präsentiert sich das Spiel im Vergleich zu Link’s Awakening deutlich verspielter. Ebenso hat Oracle of Seasons auch mehr neue Gegner und generelle Designs gegenüber dem Vorgänger auf dem Game Boy Color. Insbesondere der farbliche Wechsel zwischen den einzelnen Jahreszeiten macht das Spiel in meinen Augen besonders lebendig und beeindruckend.

Fazit: Voller Charme und Rätsel!
Ich bin noch immer kein Fan vom Itemwechseln, auch wenn das etwas ist, was sehr viele Zelda-Spiele innehaben. Am meisten irritiert mich daran wohl die Tatsache, dass auch das Schwert als normales Item gilt. Wobei man hier schon sagen muss das Oracle of Seasons in dieser Hinsicht besser designet ist als Link’s Awakening, da man tatsächlich nicht gar so oft die Items wechseln muss und sogar mehrere Abschnitte komplett, ohne kämpfen zu müssen klarkommt. Paradoxerweise soll Oracle of Seasons actionreicher sein als Oracle of Ages, dementsprechend bin ich schon gespannt, wie sich beide Spiele voneinander unterscheiden werden.
Am Rande noch erwähnt: Die Endbosse sind genauso kinderleicht wie in Link’s Awakening, aber in ihrer Gestalt deutlich grandioser.
Spezial-Score:
| Kategorie | Punkte |
| Motiv | 8 |
| Steuerung | 7 |
| Präsentation | 9 |
| GESAMT | 80 % |

The Legend of Zelda: Oracle of Ages (linked): Verrückte Zeiten!
2001 ist eines der bis dato vermutlich komplexesten Zelda-Spiele auf den Markt gekommen. Beziehungsweise waren es sogar zwei Titel: Oracle of Seasons und Oracle of Ages.
Aus dem ursprünglich angekündigten drei-teiligen Triforce-Spiel „Mystical Seed of Wisdom” wurde das heutige Oracle of Ages für den Nintendo Game Boy Color.
Nebst Oracle of Seasons war auch Oracle of Ages gleichermaß…Moment Mal…Habe ich das nicht gerade schon geschrieben? Sind wir etwa in der Zeit zurückgereist?
Also nochmal von vorn:
Im zweiten Spiel der ursprünglichen Trilogie ist gerade die Manipulation der Zeit das wichtigste Element des Spiels. Im Vergleich zu Oracle of Seasons soll Oracle of Ages das puzzlereichere Gameplay besitzen und somit die Weisheit der Spieler auf die Probe stellen.
Ich habe das Spiel hier als „Linked“-Spiel durchgespielt, soll heißen, ich habe nach Beenden von Oracle of Seasons das dortige Passwort für das „Linked“-Spiel aufgeschrieben und anschließend bei Oracle of Ages beim Erstellen des Spielstandes eingegeben. So startet das Spiel als Fortsetzung zur Geschichte von Oracle of Seasons. Damit ist es mir möglich das echte Ende nach dem Durchspielen der Haupthandlung von Oracle of Ages zu erleben.
Da endete dann auch meine Odyssey. Ein erneutes Durchspielen beider Spiele, um die Spiele je einmal in Linked- und Unlinked-Modus durchzuspielen, habe ich mir gespart, ebenso habe ich auch keinerlei Geheimnisse der Charaktere ausgetauscht, um etwaige zusätzliche Szenen und Spielinhalte anzusehen.

Motiv: Rette die Zeit!
Abermals wurde der Held von Hyrule und Holodrum von dem Triforce gerufen. Dort teilte ihm eine mysteriöse Stimme mit, dass sein Heldenmut anderswo gebraucht wird und er eine Heldenprüfung absolvieren soll. Alsbald wurde er in ein mysteriöses Land namens Labrynna teleportiert, wo er auch gleich auf eine liebliche Sängerin namens Nayru traf.
Es dauerte nicht lang und die Aufgabe, die dem Helden aufgetragen wurde, tat sich auf; Eine böse Zauberin namens Veran entführte die Sängerin Nayru, welche auch das Orakel der Zeit war. Daraufhin reiste Veran mit der Macht von Nayru, die Macht die Zeit zu beherrschen, in die Vergangenheit, um dort den schwarzen Turm zu erbauen, um das Land Qualen auszusetzen.
Impa, die Begleiterin des Orakels, sah Link und erkannte ihn sofort; Sie teilte ihm mit, den mächtigen weiblichen Maku-Baum aufzusuchen. Sie wird von Veran in der Vergangenheit bedroht. Der mutige Held soll seine Weisheit beweisen und acht Essenzen der Zeit finden, um so den weiblichen Maku-Baum zu stärken, welche den Weg zu der bösen Zauberin Veran ebnen kann.
Baldigst soll auch die Prinzessin Zelda nach Labrynna aufbrechen, doch davon weiß Link noch nichts. Ob er in der Lage ist, ebenso dieses Reich zu retten?

Look and Feel: Zurück in die …!
Oracle of Seasons ist linearer als Link’s Awakening; zumindest war das meine Aussage weiter oben. Hier definitiv nicht der Fall; Das Wechselchaos ist hier deutlich stärker als bei Oracle of Seasons.
Spielerisch ist Oracle of Ages identisch mit seinem Namensvetter, jedoch ist das Spiel in seinem Aufbau anders gestaltet und fordert vom Spieler eine ständige Wiederholung ein. Sei es das ständige Hin- und Herwechseln zwischen gerade genutzten Items, oder auch das Hin und Her zwischen den Zeiten. Anders als bei Oracle of Seasons wechselt man hier nicht die Jahreszeiten, sondern die Zeit selbst. Man reist also abwechselnd zur Gegenwart und Vergangenheit. Dabei können Handlungen in der Vergangenheit die Gegenwart manipulieren, was sich natürlich auf die Story und das Gameplay massiv auswirkt.
Im Gegensatz zu Oracle of Seasons gibt es bei Oracle of Ages auch öfter die Situation, dass die Spielwelt abgeändert wird, eben durch Taten aus der Vergangenheit. Diese Entwicklung der Spielwelt gibt es so nicht in Oracle of Seasons, da hier die Jahreszeiten ständig für Abwechslung sorgen.
In Sachen Präsentation gibt es in Oracle of Ages nur minimale Unterschiede im Farbton, dafür sehen aber die Landschaften meist grundverschieden zwischen den beiden Zeiten aus. Dabei entsteht eine dynamischere, wenn auch etwas chaotischere Führung durch das Spiel, wodurch der lineare Fortschritt deutlich organischer wirkt.
Die zusätzlichen Inhalte aufgrund meines Linked-Spielstandes haben die Geschichte schön abgerundet und boten kleine, aber feine Szenen. Ich bin mir sicher, dass dies noch interessanter ist, wenn man auch die austauschbaren Geheimnisse zwischen den beiden Spielen auch wirklich nutzt.

Fazit: Mehr fürs Hirn!
Im Vergleich zu Oracle of Seasons sind wie bereits erwähnt die Dungeons deutlich komplexer in den Puzzles gestaltet, dafür jedoch wurden Geschicklichkeits-Puzzles reduziert. Hinzukamen mehr verbundene und abgekapselte Räume und Rätsel. So ist es aber auch oft notwendig gewesen, dass man einzelne Levelabschnitte viel öfter wieder besuchen musste, als es vielleicht auf den ersten Blick als notwendig erscheint. Ebenso sind manche Aufgaben, um einen Dungeon freizuschalten deutlich in die Länge gezogen im Vergleich zu Oracle of Seasons. Auch dauert die Animation zum Wechsel der Zeit länger als die von Oracle of Seasons beim Jahreszeitenwechsel.
Oracle of Ages verlangt wirklich mehr Köpfchen und gleichzeitig auch mehr Geduld. So gesehen ist Oracle of Ages also auch kein ideales Spiel, um in die Geschichte einzusteigen, da mich hier Oracle of Seasons in seiner Gestaltung und Aufmachung besser gepackt hat, ebenso war das Gameplay dort für mich ansprechender.
Auf der anderen Seite war das World Building eventreicher in Oracle of Ages und die Dungeons in ihrem Aufbau interessanter, wenn auch wiederholender, gestaltet.
Würde ich mich freuen, wenn beide Spiele von Grezzo ein Remake erhalten? Oh ja, und wie!
Spezial-Score:
| Kategorie | Punkte |
| Motiv | 8 |
| Steuerung | 7 |
| Präsentation | 8 |
| GESAMT | 77 % |

Schlusswort: Wird es nochmal so bunt werden?
So, und wo ist jetzt Farore (siehe Bild über Überschrift) verblieben? Die „grüne“ Göttin des Mutes? Was war ihre Rolle in den beiden Spielen?
Nun, zynisch betrachtet war sie eine Rezeptionistin, welche nichts anderes zu tun hatte, als Passwörter entgegenzunehmen und Sachen dafür auszuhändigen; Nicht gerade eine sonderliche mutige Tätigkeit, aber hey, irgendwie muss sie ihre göttlichen Rechnungen bezahlen, oder?
Man kann es aber auch philosophisch betrachten: Da sie die Göttin des Mutes ist und Link der Träger des Triforce des Mutes ist, war sie stets an seiner Seite und musste ihn nicht wie die beiden anderen Göttinnen testen, ob er wirklich dem kompletten Triforce würdig ist. Seinen Mut hatte Link schon mit Ganon oder dem Windfisch bewiesen.
Nichtsdestotrotz wäre es schon nicht schlecht gewesen, wenn man mehr von der bunten grünen Göttin gesehen hätte…hm…Wieso ist das Spiel The Legend of Zelda: The Minish Cap eigentlich so stark auf Natur und der Farbe Grün fixiert? Ach,…bestimmt nur Zufall.

Vorschau: Toon Link’s Auftritt!
Jetzt wo es schon so schön bunt war, können wir auch noch ein bisschen mehr Farbe vertragen, oder?
Und ist der Handheld-Link nicht einfach knuffig? Wie wäre es also, wenn man diesen Charakter noch stärker cartoonisiert, oder toonifiziert?
Daraus könnte durchaus etwas Interessantes und sicherlich Buntes entstehen; Im nächsten Spezial tauchen wir also ein in die ersten Abenteuer von „Toonlink“ und erleben dabei nicht nur den Triumpf von Hyrule, sondern auch dessen Untergang (im Meer)!
Ahoi und
Viel Spaß beim Zocken!