Zugegeben es hat ein paar Jahre gedauert, ehe wir einmal wieder einen komplett neuen Eintrag in der mittlerweile nicht nur langen, sondern auch geschichtsträchtigen, Reihe an „Donkey Kong“-Spielen erhalten haben. Dass „Bananza“ jetzt auch für eine möglichen Weichenstellung der Zukunft von gleich zwei großen Namen bei Nintendo stehen könnte, werde ich hier später noch kurz anreißen. Doch im Vordergrund stehen natürlich zwei Fragen: Wie wird das jüngste Abenteuer von Donkey Kong funktionieren und vor allem wie gut passen die Zerstörungs- und Plattformer-Elemente zusammen? Klammert euch an die Review wie Pauline an Donkey Kong und findet es heraus!

Konsole: Nintendo Switch 2

Autor: Alex

Inhaltsverzeichnis

Gameplay: Wreck it, DK! Sing it, Pauline

Vor 1981 erschien das erste vollwertige „Donkey Kong“-Spiel für Arcade-Automaten. Vor 1994 Jahren erschien der erste Teil der heute kultisch gefeierten „Country“-Reihe. 1999 erschien mit „Donkey Kong 64“ ein erster 3D-Ausflug inklusive recht offener Spielwelt (vergleichbar mit „Super Mario 64“). 2014 erscheint mit „Donkey Kong Country: Tropical Freeze“ der letzte vollwertige Titel der Hauptreihe des Kultmaskottchens. Blickt man auf diese Eckpunkte der langen Zeit von Donkey Kongs Gaming-Reise, dann überkommt einen doch eine Schwermut und gleichzeitig keimt die Nostalgie sofort auf.

Während des Spielens von „Donkey Kong Bananza“ spielten die Verantwortlichen von Nintendo ganz offensichtlich und bewusst mit genau diesem Nostalgiegefühl, denn wer sich etwas besser mit den Spielen des Affen auskennt, wird ein paar herrliche Überraschungen und Referenzen finden können. Doch selbstverständlich ist die Nostalgie nicht DER Aspekt an „Bananza“, denn dort stehen zwei Dinge ganz klar im Vordergrund: Zerstörung und Pauline!

Motivation: Banatastische Klopperei

Alleine mit einem Blick auf das Cover des Spiels, weiß man eigentlich schon, was Donkey Kong die meiste Zeit über machen wird: Sachen und Gegner verkloppen. Und ich bin ganz ehrlich, dass ich zu Beginn des Spiels tatsächlich meine Zweifel hatte, ob mich diese Kernmechanik über einen längeren Zeitraum (am Ende dann knapp 30 Stunden) würde binden können, oder ob sich das ständige Zerbröseln von Gegner und Umland nicht irgendwann abstumpft. Meine überraschte Antwort hatte ich bereits bei einer Hands-On-Gelegenheit auf der „Level Up“ in Salzburg: Nein. Und tatsächlich, selbst nach mehreren Stunden macht es immer noch Spaß wie in den ersten Minuten, wenn man eine Landschaft mal komplett auf links dreht. Unterstützt wird dieser Spaßfaktor nicht nur von der wirklich gut umgesetzten Zerstörungsmechanik, sondern auch von den Welten, den Gegnern und Charakteren.

Man muss für das Gesamtbild aber auch erwähnen, dass „Bananza“ nicht komplett ohne Dämpfer daherkommt. Neben der teilweise etwas fummeligen Kamera ist es vor allem die Anzahl der Welten, die man während seines Abenteuers besuchen muss in Kombination mit der Story. Denn wenn einen die Story mehr oder weniger einen Abschluss in den Mund legt, dann erwartet man diesen auch zu sehen. Die Tatsache, dass man nochmal mehrere Welten besuchen muss, ist da tatsächlich ein Stimmungskiller und leider zieht sich dann diese gefühlte Nachspielzeit auch noch extrem lange. Ich weiß, dass das gerade bei japanischem Storytelling ein oft verwendeter Kniff ist und ich habe selbst schon oft genug Spiele mit dieser Art von Dramaturgie gespielt. Aber als so elendig lange und am Ende tatsächlich fast schon störend habe ich es bisher noch nie empfunden.

Zur Ehrrettung des Spiels sollte man dann aber auch erwähnen, dass diese Verlängerung zum Ende hin dann auch nochmal vollgepackt ist mit Nostalgie-Fluten, die man dann halt doch auch wieder nicht missen möchte.

Steuerung: Button-Smasher trifft Plattformer

Wenn ihr mit den Begriffen aus der Überschrift bereits etwas anfangen könnt, dann ist die restliche Steuerung von „Donkey Kong Bananza“ eigentlich auch schon erklärt. Denn wenn ihr gerade einmal nicht die gesamte Gegend zu Kleinholz verarbeitet, dann erhüpft oder erklettert ihr euch euren Weg zum Ziel. Natürlich gibt es noch das ein oder andere kleine Gimmick und auch so manche Sonderbarkeit, aber im Kern ist das die Hauptbeschäftigung der Steuerung. Mit ein paar freigeschalteten Fähigkeiten könnt ihr euren Bewegungsablauf noch etwas „abstimmen“ und beispielsweise eine Art Doppelsprung ausführen, oder auf Erden „surfen“ und euch so schneller fortbewegen.

In Sachen Combat oder Zerstörung gibt es tatsächlich drei Tasten, die entscheidend sind, denn mit der „Y“-Taste schlagt ihr geradeaus, mit „B“ auf den Boden (eignet sich also zum „Graben“) und mit „X“ nach oben. Natürlich könnt ihr auch Gegenstände packen und werfen („ZR“-Taste). Richtig Schwung und Würze in Spiel bringen dann aber erst die sogenannten „Bananza-Fähigkeiten“. Sie werden euch im Laufe des Spiels verliehen und verwandeln euch für eine begrenzte Zeit nicht nur in eine seltsame Tiermischung, sondern verleihen euch auch nochmal eigene Fähigkeiten. Hier beginnt dann die Steuerung verhältnismäßig komplex zu werden, sollte aber weder die erfahrenen noch unerfahrenen „Donkey Kong“-Fans wirklich vor Probleme stellen. Ausgelöst wird die „Bananza“ durch das gleichzeitige Drücken von „L“- und „R“-Taste bei voller „Bananza“-Leiste. Diese füllt sich durch das Sammeln von Gold.

Jeder der insgesamt fünf Bananza-Fähigkeiten bringt auch nochmal eigene Fertigkeiten mit sich. Diese könnt ihr wie die Kong-eigenen Bewegungserweiterungen durch Fähigkeitenpunkte freischalten. Ihr bekommt einen für fünf gesammelte Banandium-Kristalle. Die Fähigkeiten erfordern eine unterschiedliche Anzahl an Punkten (variiert meist zwischen einem und fünf Punkte); manche können auch „aufgelevelt“ werden, dies wird immer durch einen kleinen Rand bei der Fähigkeit angezeigt. Habt ihr das Spiel abgeschlossen, könnt ihr euch einer besonderen Herausforderung stellen. Ihr besucht nochmal alle Charaktere, die euch die Bananza-Fähigkeiten verliehen haben und könnt dort an einer Spezialherausforderung teilnehmen. Schließt ihr diese habt, erhaltet ihr nochmal eine besondere Fähigkeit pro „Bananza“. Für diese Spezialherausforderung solltet ihr aber viele der Banandium-Kristalle gesammelt haben – ihr braucht nämlich 600 davon. Dazu aber jetzt gleich mehr, wenn wir uns um den Inhalt kümmern.

Inhalt: Wie tief muss man sinken, um ganz hoch hinauszukommen?

Donkey Kong arbeitet, wie viele anderen Affen auch, in einer Mine bei Ingot City, doch eines Tages scheint hier etwas seltsam zu sein. Drei Affen von VoidCo.– einem anderen Minengeschäft – tauchen auf und stürzen nicht nur Ingot City in ein Chaos: All die schönen Banandium-Diamanten, die wie der Name verrät in Bananenform auftauchen, werden von den drei gestohlen. Wenn Donkey Kong eine Sache nicht leiden kann, dann wenn jemand es wagt seine geliebten Bananen zu stehlen – ganz egal ob echte Früchte oder Edelsteine. Bei dem Angriff wird DK in den Untergrund gezogen und trifft dort schnell auf einen seltsamen Klumpen aus einem steinähnlichen Material. Er scheint fast reden zu können und trällert eine fröhliche Musik vor sich hin. Mit dieser scheint Kong sogar ein paar der Void-Absperrungen durchbrechen zu können.

Er gelangt mit dem Klumpen immer tiefer unter die Erde, als er auf einen der Kong-Ältesten trifft. Dieser kann den Stein erlösen und aus dem seltsamen Klumpen wird ein kleines Mädchen – gut eigentlich eine Teenagerin von 13 Jahren, aber das sieht man nur bedingt. Sie stellt sich als Pauline vor, die unglaublich gerne singt, nur bekommt sie es vor großem Publikum immer mit der Panik zu tun. Sie muss so schnell wie möglich wieder zurück nach Hause, denn ihre Großmutter in New Donk City macht sich bestimmt schon Sorgen. Doch so einfach an die Oberfläche gelangen geht leider nicht. Aber sie bekommen einen wertvollen Tipp: Im tiefsten Kern der Erde gibt es den sogenannten Planetenkern und dieser soll Wünsche erfüllen. So könnte es Pauline wieder an die Oberfläche schaffen und DK kann sich seine Bananen zurückholen.

So macht sich dieses ungleiche Paar also auf zu einer Mission mit gleichem Ziel. Doch DK muss unterwegs immer wieder feststellen, dass Paulines Fähigkeiten besondere sind und auch das die drei Affen von VoidCo. scheinbar eine gemeinsame Vergangenheit mit Pauline haben… Nicht nur das, denn sie scheinen ebenfalls das gleiche Ziel zu haben: Der Planetenkern – nicht auszumalen was sich der verrückte Präsident von VoidCo. wohl wünschen würde… Welchem Team gelingt es zuerst den Planetenkern zu erreichen und seinen Wunsch zu äußern?

Insgesamt werden wir Pauline und Donkey Kong durch 17 verschiedene Welten (oder „Schichten“) begleiten und diese erkunden. Entscheidend ist das Auffinden und musikalische Unterhalten der fünf „Kong-Ältesten“, die euch auch immer mit deren ganz eigenen „Bananza-Fähigkeit“ ausstatten. Kombiniert wird diese Suche mit der leichten wie seichten Handlung rund um die Rivalität zur VoidCo. und ihren verrückten Angestellten, die man irgendwie aber auch ins Herz schließt.

Um in der Welt voranzukommen ist es tatsächlich gar nicht mal nötig besonders vieler dieser Banandium-Juwelen zu sammeln oder generell irgendwas zu sammeln. Aus meiner Sicht kann man das Spiel unglaublich linear halten, sofern man die Selbstbeherrschung dazu hat. Mir hat sie gefehlt. Ich habe am Ende über 700 dieser Banandium-Juwelen gesammelt (im Spiel gibt es übrigens allein knapp 800 Fundorte solcher Juwelen, ihr könnt aber auch noch welche eintauschen) und über 470 der insgesamt knapp 700 Fossilien gesammelt. Und weil wir schon bei Zahlen sind: Ich habe 3.981.260 m3 Fläche an Erden/Böden abgebaut – um das für euch zu bebildern: Ich könnte damit weit über 120.000 dieser großen Schiffscontainer voll machen.

In „Donkey Kong Bananza“ kann man auch ein bisschen shoppen. Besonders interessant hier sind für mich der Banandium-Chipwechsler und das Klamottengeschäft. Im ersteren könnt ihr unterwegs gesammelte Banandium-Chips gegen ein Banandium-Juwel eintauschen. Zunächst steigert sich die benötigte Anzahl an Chips pro Durchgang im späteren Spielverlauf einigen sich die Wechsler aber auf einen „Standard-Wechselkurs“ von 100 Chips für ein Juwel. Zusätzlich erheben sie pro Wechselvorgang eine Gebühr von 300 Gold. Im Klamottenladen zahlt ihr weder mit Chips noch Gold, sondern mit Fossilien. Die in den jeweiligen Schichten gesammelten Urzeitandenken tauscht ihr in den lokalen Shops (Schichten-übergreifend eintauschen geht nicht) gegen neue Kleidung für euch oder Pauline bzw. eine neue Fellfarbe. Während letztere rein ästhetischen Mehrwert liefert, bringen Kleidungsstücke immer einen passiven Effekt mit. In der Regel bezieht sich der irgendwie auf Bananza-Kräfte oder Donkey Kongs Standardfähigkeiten. Die in den Shops ausgegebenen Fossilien könnt ihr gegen Ende des Spiels in einem eigenen Museum bestaunen.

Und wofür dann das ganze Gold, wenn man das nur für ein paar kleine Gebühren braucht? Nun so ganz nutzlos ist das Gold freilich nicht. Es gibt zum Beispiel große und gefräßige „Ananas“-Wesen, die ihr mit Gold füttern müsst. Je mehr Gold sie inhalieren desto größer wachsen sie und eine Pflanze, die wächst, wirft Früchte ab – Banandium-Juwelen in diesem Fall (maximal drei). Am Ende des Spiels könnt ihr für relativ kleines Geld einen Gegner- und Boss-Rush bauen (insgesamt 15.000 Gold – sollte kein Problem sein zu diesem Zeitpunkt). Ihr könnt aber auch noch mehr Geld an gleicher Stelle ausgeben, denn für weitere 120.000 wird ein ganz besonderes Andenken geschaffen, das ich jetzt aber mal nicht verraten möchte.

Ansonsten gibt es vor dem Endgame auch noch einige Stellen Geld auszugeben. So könnt ihr euch in jeder Schicht mehrere Unterkünfte bauen lassen. Je mehr ihr baut, desto teurer werden sie (aber immer im Bereich von einigen Hundert Gold – nichts, was euch Geldsorgen bereitet). Andere Wesen unterstützen euch durch Konstrukte oder gezielte Sprengungen. Diese sind aufwändig und daher nicht kostenlos. Aber auch hier gilt: Die Kosten habt ihr immer locker in der Portokasse.

Präsentation: Die Geschichte im Blick, die Zukunft in der Hand

Ich habe mir ehrlich gesagt lange überlegt, wo ich denn auf diese Nostalgie-Aspekte von „Donkey Kong Bananza“ eingehen möchte. Es hätte nämlich auch irgendwie zur Motivation und zum Inhalt gepasst. Ich habe mich hier für die Präsentation entschieden, weil es mir wichtig ist, den Bereich ein wenig gesondert und damit auch größer aufzuziehen, als eine kleine Erwähnung per Halbsatz. Denn für mich macht der Fakt „Nostalgie“ einen großen Teil des Spiels aus. Immer wieder und in den unterschiedlichsten Arten und Weisen wird Nostalgisches mit dem tatsächlichen Gameplay verbunden. Das sind mal tatsächlich Charaktere, die auftauchen (Cranky, Dixie und Diddy Kong). Dann nur akustische Hinweise auf Themes und Stücke vergangener Spiele oder achtet mal auf die Fossilien – alle davon sind mit den Spielen aus der Vergangenheit verbunden. Selbst eure Bananza-Fähigkeiten sind bis auf zwei Ausnahmen an tierische Kumpel vergangener Tage angelehnt (Schlange, Elefant, Strauß). Und dann gibt es da noch diese besonderen Level… Nostalgia-Level oder Retro-Level werden sie in der Community bereits gefeiert. In ihnen könnt ihr bestimmte Elemente aus den Donkey-Kong-Country-Spielen noch einmal erleben. Von Lorenfahrten, über Kanonenfass-Passagen, zum ersten DK-Country-Level Und natürlich dem Arcade selbst. Alles wird herrlich liebevoll in das neue 3D-Antlitz überführt.

Ich will mich an der Stelle schon festlegen: Das Spiel ist für Nostalgiker gemacht. Wer mit dem Spiel in die Welt von „Donkey Kong“ aufbricht macht sicherlich nichts falsch – im Gegenteil. Aber wer mit dem Spiel in diese Welt zurückkehrt, der wird Herzensmoment nach Herzensmoment haben. Ich habe überlegt wie stark und emotional ich diesen Part gewichten möchte – gerade zu Beginn des Spiels. Am Ende des Titels war für mich klar, dass die Nostalgie ein ganz eigenes Argument ist, diesen Titel zu spielen. Und dabei gelingt es den Verantwortlichen so herrlich die Vergangenheit mit der Gegenwart zu kombinieren. Denn die optische und akustische Inszenierung ist eine große Freude. Optisch erinnert der Titel nicht von ungefähr an Marios Ausflug in „Odyssey“, denn Optik und Engine sind tatsächlich die Gleiche und die Tatsache, dass wir New Donk City immer wieder genannt bekommen und mit Pauline auch eine Bewohnerin der Stadt durch die Schichten tragen, zeigt dass sich die beiden Titel definitiv im gleichen Universum abspielen.

Die Welten sind immer farbenfroh und unglaublich kontrastreich dargestellt. Gerade der hohe Kontrast ist am Anfang durchaus etwas gewöhnungsbedürftig, zumal man keine Bildeinstellungen vornehmen kann. Doch nach einer gewissen Zeit gewöhnt man sich daran und er fällt nicht mehr so störend ins Gewicht. Der hohe Detail- und Abwechslungsgrad bei den unterschiedlichen Schichten ist bemerkenswert. 17 so verschiedene Welten zu erschaffen ist ein gigantischer Qualitätsnachweis für die Verantwortlichen von Nintendo und einmal mehr der Beweis, dass man es hier mit absoluten Branchenprofis zu tun hat.

Nicht nur in der Optik haben „Donkey Kong Bananza“ und „Super Mario Odyssey“ Gemeinsamkeiten, sie teilen sich mehr oder weniger auch den Sound. Denn mit Naoto Kubo ist der führende Komponist aus „Odyssey“ jetzt in der Sound-Regie angekommen. Kubo und seinem Team ist es gelungen hier einen überraschend umfangreichen Soundtrack zu erschaffen. Gerade während der „Bananza“-Fähigkeiten dreht der Sound so richtig auf und passt sich optimal den Fähigkeiten an. Aber auch der Klang der verschiedenen Schichten ist herrlich – niemals vordergründig oder aufdringlich. Gleichzeitig aber auch immer so präsent, dass man ihn nie überhört. Und natürlich darf das Thema der Nostalgie auch hier beim Sound nicht fehlen. Gleich mehrere ikonische Themes und Stücke aus den „DK“-Spielen haben es in veränderten Arrangements in „Bananza“ geschafft. Hört mal genau hin.

Fazit: Das lange Warten hat sich…

gelohnt! Im Eingangstext zum Gameplay habe ich die lange Zeitreise von „Donkey Kong“ versucht mit ein paar Eckpfeilern einzufangen, die mal mehr und mal weniger direkten Einfluss auf „Donkey Kong Bananza“ haben. Dabei ist mir dann die Frage gekommen, ob das Spiel jetzt dieser Erwartungshaltung gerecht werden kann, als erster eigener Titel auf der Nintendo Switch (2). Für mich war die Frage schnell mit einem „Ja“ beantwortet und nicht nur das, ich bin auch der Meinung, dass wir jetzt mit „Bananza“ einen Aufschlag erlebt haben. Denn im Spiel finden sich einige Mechaniken nicht wieder, die wir aus vergangenen Titeln bereits bestens kennen (Unterwasser schwimmen, Raketenfässer, …) und auch die Geschichte mit Pauline wirkt selbst nach dem nochmals verlängerten Ende noch immer nicht auserzählt.

„Donkey Kong Bananza“ ist nicht nur der erste „DK“-Titel seit über zehn Jahren, er könnte auch der Weichensteller für die Zukunft seines, aber auch des Franchise von Mario sein. Denn die beiden Marken wurden jetzt mit diesem Titel miteinander verbunden und sowohl die Entscheidung dazu wie auch die Umsetzung war ein Erfolg. Ich bin gespannt, was uns die Zukunft in diesem neuen Universum bringen kann.

Auf den Titel alleine geblickt, ist es den Verantwortlichen gelungen mit einem überraschend übersichtlichen Gameplay eine mehrtägige Unterhaltung zu erschaffen, die gleichzeitig auch noch eine liebenswürdige Story über Mut und das „über sich hinauswachsen“ beschreibt. Neben ein paar kleinen Macken und Kanten, reiht sich der Titel zu den besten Inhouse-Produktionen Nintendos für die aktuelle Konsolengeneration ein.

Keep on Gaming!

Wertung

Pro und Contra

ProContra
Simples aber unterhaltsames GameplayKamera manchmal etwas störrisch
Donkey Kong & PaulineDas Ende wird viel zu lange hinausgezögert
SammelwahnSammelwahn
Viele EntdeckungsmöglichkeitenKarte leider etwas kompliziert
Sehr hoher Nostalgiefaktor 

Score

KategoriePunkteBegründung
Motivation8Meine Zweifel waren groß, ob das ständige Zerstören und Wüten in den Welten nicht irgendwann seinen Charme verliert und dann nur noch die Plattformer-Elemente übrig bleiben, um den Karren aus dem Dreck ziehen zu müssen. NEIN, es wird nicht langweilig. Bis auf die Tatsache, dass das Ende viel zu lange hinausgezögert wurde und meine Motivation dadurch echt vor eine harte Geduldsprobe gestellt wurde, macht das Spiel alles richtig um einen so lange wie möglich an sich zu binden.
Steuerung8Man kombiniere die Fingerfertigkeit und Einfachheit eines Button-Smasher mit der Agilität und Flexibilität eines Plattformers. Heraus kommt eine herrlich eingängige und niemals zu komplex werdende Steuerung, mit dieser durch die verschiedenen Schichten wetzen, um Donkey Kong und Pauline an ihr Ziel zu bringen.
Inhalt9Die Geschichte rund um Paulines Ängste und Sorgen ist angenehm einfach gehalten und in ganz niedrig dosierten Zügen übermittelt. Dazukommt die Verrücktheit eines „Donkey Kong“-Titels und die unglaubliche Masse von 17 zu entdeckenden Welten. Fertig ist das Machtwerk eines der Platzhirsche im Plattformer-Genre.
Präsentation10 (15)Selbst wenn ich die Nostalgie-Aspekte des Spiels ausblenden würde, würde die gleiche Zahl links stehen. Die optische und akustische Präsentation von „Bananza“ ist (bis auf den etwas hohen Kontrast bzw. die Farbintensität) rundum gelungen. Die 17 Welten sind unglaublich individuell und das Re-Design von Donkey Kong gefällt mir persönlich auch richtig gut. Musikalisch knüpft das Team von „Super Mario Odyssey“ an deren Brillanz nahtlos an. Und dann kommt noch der Nostalgie-Faktor, den die Verantwortlichen an so vielen und unterschiedlichen Stellen zu platzieren und inszenieren gewusst haben… Schaut mal auf Klammern links. Das ist der Nostalgie-Bonus – ich hab´s nicht übers Herz gebracht.
Gesamt88 % (100 %)„Donkey Kong Bananza“ ist eine großartige Spieleerfahrung und macht „Astro Bot“ gehörig Konkurrenz. Gemeinsam mit Donkey Kong und Pauline durch diese zahlreichen Welten zu pflügen ist von der ersten bis zur letzten Minute große Unterhaltung. Und wer die so vielen nostalgischen kleinen und großen Referenzen, Andeutungen, Hinweise und Easter-Eggs zu schätzen weiß, wird hier die bisher beste „Donkey Kong“-Erfahrung machen!

Infos

PublisherNintendo
Entwickler Nintendo EPD
PlattformNintendo Switch 2
Genres3D-Plattformer, Action-Adventure
Release17. Juli 2025
Websitehttps://www.nintendo.com/us/gaming-systems/switch-2/featured-games/donkey-kong-bananza/
Preis (Stand August 2025)79,99 € (physisch) 69,99 € (digital)
AltersfreigabeUSK 6 Jahre
SpielzeitCa. 30 Stunden

Trailer zu Donkey Kong Bananza