Ein frischer Wind weht durch die Meere von Hyrule! Wir brechen auf in ein neues Abenteuer auf dem Meer und setzen anschließend keine Segel mehr, sondern steigen am Bahnsteig in den nächsten Zug und das ganz ohne Verspätungen!

Konsole: Nintendo DS

Autor: Phil-kun

Inhaltsverzeichnis:

Thema: Witzige Winde!

Nach Ocarina of Time haben wir nun endlich wieder eine echte Fortsetzung eines The Legend of Zelda-Abenteuers!

Normalerweise haben Zelda-Spiele keinerlei Zusammenhang untereinander, oder zumindest ist dies bei dem Großteil der Zelda-Spiel der Fall. Man kann alle direkten Fortsetzungen an einer Hand abzählen.

Konkret wurde hier die Geschichte des Helden des Windes fortgesetzt und damit auch die Geschichte des Cartoon-ähnlichen Helden. Sein Cel-Shading-Look fand anfangs zwar nicht direkt viele Fans, aber über die Jahre ist er eine der beliebteren Versionen von Link geworden. Persönlich bin ja nach wie vor der Meinung, dass das Aussehen des Toon Links dem Aussehen der ersten Versionen von Link am nächsten kommt, und somit sicherlich auch irgendwo am nächsten an der Vision von Shigeru Miyamoto ist.

Auch in den weiteren Spielen, die wir uns noch in diesem Spezial ansehen werden, merkt man, dass der Einfluss des Designs des Toon-Links immer wieder sichtbar ist. Insbesondere die besonders markanten Gesten und Mimen des Protagonisten und der Charaktere in seinen Spielen ist etwas, was wir wiederkehrend erleben werden. Etwas kindisch ja, aber unglaublich charmant und liebenswert in meinen Augen; Authentisch.

The Legend of Zelda: Phantom Hourglass: Ahoy!

Die Abenteuer des Helden des Windes gehen endlich weiter! Und natürlich sticht der Held zusammen mit Tetra, bzw. Zelda, und ihrer Piratencrew in die See. Ziel der Mission?

Vermutlich neue Länder finden, aber auch ein mysteriöses Geisterschiff ausfindig machen.

2007, drei Jahre nach Veröffentlichung des Nintendo DS, konnte man erstmalig ein The Legend of Zelda-Abenteuer auf dem neuen Handheld genießen.

Grund für die Verzögerung könnte die Entwicklung des eingestellten Four Swords Adventures für den Nintendo DS sein, da das gleiche Entwicklerteam dieses Spiels anschließend Phantom Hourglass entwickelte.

In dem etwas verspäten Abenteuer von Toon-Link wird großer Wert auf die Verwendung des Touchpen gelegt. Das gesamte Spiel lässt sich ausschließlich mit dem Touchscreen spielen.

Motiv: Befreie den Meereskönig!

Kaum in See gestochen und schon schiffsbrüchig geworden! Oder zumindest wäre das der erste Gedanke gewesen nur wenige Momente, nachdem der Held des Windes das Geisterschiff mit Tetra betrat. Wo war das Schiff abgeblieben und wo ist Tetra und ihre Piratencrew?!

Der Held wachte inmitten eines Strandes einer idyllischen Insel auf. Das Meer schien dem Held fremd, wohl klar, da es das Meer des Meereskönig war und nicht Hyrules‘. Mit noch wackeligen Beinen begann der Held sein Abenteuer, um Tetra zu finden.

Eine helfende Fee namens Ciela, einen alten komischen Kauz namens Siwan und einen schatzgierigen Schiffskapitän später ist der Held des Windes bereits aufgebrochen, um das Meer des Meereskönig zu erkunden und ihm bei seinem Problem zu helfen, schließlich soll Link so mehr über das mysteriöse Geisterschiff erfahren.

Das Schiff ist seetauglich und die Route auf der Seekarte eingezeichnet; Anker lichten und auf ins Abenteuer!#

Look and Feel: Klein aber oho!

Zusammen mit dem kurzgewachsenen Helden betreten wir ebenso kleine, aber feine Level und Dungeons, die erstmal per Schiffsfahrt (in Wind Waker war es ein Boot) gefunden werden möchten.

Um das zu bewerkstelligen, muss man als Spieler zuerst auf der über den Touchscreen dargestellten Seekarte die gewünschte Route mit dem Touchpen einzeichnen und anschließend ähnlich zu Wind Waker hinfahren, doch um den Wind muss man sich dieses Mal nicht kümmern, das Schiff hat einen Motor!

Sobald man am Zielort angekommen ist, gilt es diesen zu erkunden und dabei keinen Stein zu übersehen. Hinweise wie man voranschreitet im aktuellen Level gibt es an allerlei Orte und von allerlei Bewohnern. Gut, dass das Spiel hierbei auch einen Notizzettel mitbringt. Kritzle einfach auf der Karte der Insel die ergatterten Hinweise ein, wie zum Beispiel die Reihenfolge eines weiteren Schalterrätsels, und schon wird’s schwieriger mit dem Vergessen, wo es lang geht.

Das ganze Spiel hat dabei eine hybride Darstellung zwischen Third Person und Vogelperspektive. Auf dem Schiff wechselt die Perspektive zu Third Person, sodass man mehr von der Spielwelt vor dem Schiff sehen kann. Und auf den Inseln oder in Dungeons nimmt das Spiel die bekannte Vogelperspektive von 2D-Zelda-Spielen ein, wenn auch ein wenig tiefer und näher als gewohnt, um die 3D-Spielwelt nicht komplett flach wirken zu lassen.

Während der Schiffsfahrt wie auch beim Erkunden von allermöglichen Höhlen und Tempeln, an jedem Ort gibt es einen meist fröhlich klingenden Soundtrack, welcher für gewöhnlich zu einem Zelda-Abenteuer von Toon-Link dazugehört.

Fazit: Die volle Piratenaction!

Auch wenn das Spiel zu der damaligen Zeit eine echte Innovation war und mich auch als Kind im höchsten Maß begeistert hatte, so ist das Spielerlebnis einige Jahre später etwas eingerostet, was ich so bei Zelda-Spielen eher seltener erlebe.

Nichtsdestotrotz macht es weiterhin immer noch Spaß auf dem Meer zu schippern und die einzelnen Tempel zu erkunden, auch wenn ich mir doch eine bessere Schnellreise-Option oder einen Turbo-Modus für das Schiff wünschen würde. Die Online-Features sind seit 2014 nicht mehr verfügbar.

Spezial-Score:

KategoriePunkte
Motiv9
Steuerung7
Präsentation8
GESAMT80 %

The Legend of Zelda: Spirit Tracks: Land in Sicht!

Gerade eben waren wir noch auf hoher See und nun bewegen wir uns auf trockenem Boden. Aber keine Sorge, man muss das Land nicht gänzlich zu Fuß erkunden: Es gibt Züge!

In der Fortsetzung zu Phantom Hourglass bekommt man einen Zug als seinen neuen fahrbaren Untersatz. Im Gegenzug zu seinem Vorgänger ist bei Spirit Tracks auch wieder Musik im Vordergrund, wie bei den meisten Zelda-Spielen.

Das hier genutzte Instrument namens Flöte des Landes, oder Spirit Flute, ist eine Panflöte, welche sich das Mikro des Nintendo DS zunutze macht. Aber keine Sorge, auch der Touchscreen wird hier wieder fleißig als Eingabemöglichkeit genutzt; Link wird weiterhin komplett mit dem Touchscreen gesteuert.

Also: Anker licht…Moment…Ähm…Alle einsteigen, bitte!

Motiv: Rette Zeldas Körper!

Viele Jahre sind seit dem Abenteuer mit dem Meereskönig vergangen. Die Suche nach Land, um ein neues Hyrule zu erbauen kam zu seinem erfolgreichen Ende. Link und Zelda sowie die Piraten ließen sich im neu gefundenen Land nieder.

Auch dieses neue Land erlitt seine Tragödien und so blieb auch ein Angriff eines neuen Dämonenkönigs nicht aus. Doch das Volk konnte sich wacker verteidigen und schloss die böse Macht tief in einen mit mächtigen Ketten versiegelten Turm ein, sodass sie nimmermehr über das Land herrschen würde.

Eine Ewigkeit verging und ein Lokführer im Training machte sich auf in die Hauptstadt des Landes. Heute sollte er als Lokführer offiziell anerkannt werden, doch ein Brief der Prinzessin Zelda veränderte sein Schicksal.

Als sie sich trafen bemerkte Zelda, dass die magischen Schienen der Götter, die das ganze Land durchzogen, und auf dem dessen Züge fuhren, langsam verschwanden. Schon kurze Zeit später ereilte den beiden etwas Schreckliches. Böse Mächte versuchen den Dämonenkönig wiederzubeleben und dafür stahlen sie den Körper der Prinzessin! Obwohl die Prinzessin nun für die meisten Menschen unsichtbar war, konnte der junge Lokführer sie problemlos wahrnehmen. Ohne große Chance einen anderen Weg eingehen zu können, wurde der junge Lokführer fortan der Retter für die Prinzessin, schließlich möchte sie ihren Körper wiederhaben!

Ach ja, und natürlich auch den Dämonenkönig stoppen, der ihren Körper als Gefäß nutzen möchte, um wiederaufstehen zu können.

Look and Feel: Mit Geist und Zug!

Ähnlich zu Phantom Hourglass gilt es hier wieder vier Abschnitte einer Weltkarte zu besorgen, indem man einen Tempel findet, einen Boss besiegt, in den zentralen Ort geht, wo der nächste Abschnitt ist, diesen besorgt und schließlich wieder zum nächsten Tempel geht. Solange bis alle Abschnitte gefunden wurden und die Bastion des Bösen endlich besucht, werden kann. Klassisch Zelda eben; oder besser: Klassisch DS-Zelda eben

Genauso wie bei Phantom Hourglass herrschen auch wieder die gleichen Gameplay-Elemente. Du hast einen fahrbaren Untersatz, dieses Mal einen Zug, und steuerst diesen auf der Weltkarte, um neue Orte zu entdecken. Auf der Strecke zwischen A und B gibt es dann noch diverses zu entdecken und der Zug lässt sich auch anpassen/verbessern mit neuen Teilen, doch anders als bei dem Schiff, ist hier die Besorgung der Teile etwas mühseliger, da man diese hier nur herstellen kann, wenn man Materialien gesammelt hat, und nicht einfach kaufen kann.

Eine neue Mechanik in dem Spiel ist das Steuern des Phantoms. Zelda kann Phantomkrieger einnehmen, wenn diese geschwächt wurden. Sobald ein Phantom eingenommen ist, kannst du als Spieler nun Zelda sowie Link steuern. Bereits in Phantom Hourglass gab es schon Abschnitte mit einem zweiten Charakter, doch hier ist dieses Spielelement deutlich prominenter. Jedes Mal, wenn man erfolgreich zum Turm der Götter zurückkommt, muss dieser um ein weiteres Stockwerk vollständig erkundet werden. Dabei kommt dann Zeldas Phantom zum Einsatz. Anders als bei Phantom Hourglass, sind hier diese Dungeon-Levels nicht zeitlich gebunden, sondern bieten deutlich komplexere Level mit mehr Rätsel und Level-Design. In Summe wirkt das gesamte Spiel deutlich detailreicher gestaltet in den einzelnen Levels/Höhlen/Dungeons/Tempel, wenn auch die Oberwelt durch die Limitierung an ein Schienennetz und der langsamen Fahrweise deines Zugs etwas darunter leidet. (Zum Teil auch wegen der Performance, hier ist teilweise zu viel los für einen Nintendo DS)

In Sachen Präsentation ist das Spiel wie schon beschrieben deutlich detailreicher geworden. Die Gebiete wie auch die Oberwelt sind abwechslungsreicher gestaltet und bieten mehr Spielraum für Erkundungen, auch wenn das bei der Oberwelt durch die Schienen eingeschränkt wird. Der Soundtrack ist erwartungsgemäß super und legt nochmal eine Schippe obendrauf im Vergleich zum Vorgänger.

Fazit: Das nervigste Instrument bei Zelda!

Auch wenn die Handlung, Motivation und Präsentation des Spiels super sind, das Gameplay hat mich hier überhaupt nicht überzeugt. Die Touchscreen-Steuerung ist kein Favorit von mir, aber im Zeitgeist des Nintendo DS absolut vertretbar. Was mich persönlich am meisten an der Steuerung störte, war die Wechselsteuerung zwischen Link und dem Phantom, die sehr träge Schienensteuerung und vor allem die für mich sehr nervigen Flötenabschnitte. Aus meiner Sicht keine gute Idee, das billige Mikrofon des Nintendo DS als Hauptelement in einem Rhythmus-Minispiel einzubauen und dazu Touchscreen-Steuerung, um die Panflöte zu bewegen, um die Töne richtig zu treffen…

Aber abgesehen von meinem persönlichen Problem mit dem Spiel und den anderen objektiven Kritikpunkten, ist Spirit Tracks ein wunderbar gelungener Nintendo DS-Titel, der es zumindest bei mir etwas schwer hat an Wiederspielwert zu gewinnen.

Spezial-Score:

KategoriePunkte
Motiv9
Steuerung5
Präsentation9
GESAMT76 %

Schlusswort: Es lebe das Erkunden!

The Legend of Zelda ist ein Franchise, dass durch die Idee des Erkundens entstanden ist. Shigeru Miyamoto soll ja selbst einmal gesagt haben, dass seine eigene Liebe zum Erkunden seine größte Inspiration gewesen ist für diese Spielereihe. Und das Zelda-Spiele Anti-Mario-Spiele sein sollen.

Erkunden ist also ein wichtiger Teil des Spiels. In den heutigen Spielen ist das tatsächlich auch ein Großteil des Spiels, ähnlich wie das auch schon in deren Vorgänger Wind Waker war. Jedes Zelda-Spiel lebt von dem Spaß des Erkundens, aber auch von der Möglichkeit, dass man als Link seinen Mut beweisen kann, und gefährliche Orte bereist, um so das Böse zu vertreiben.

Die beiden Spiele hier zeigen auch noch etwas anderes, was sehr wichtig ist bei Zelda: Humor und Kameradschaft

Gerade bei Spirit Tracks bin ich ein echter Fan der Geschichte und der Charaktere geworden. Sie waren allesamt liebenswert und authentisch. Man konnte sie verstehen, auch wenn das Spiel nicht jedem Charakter lange Zeit dafür gelassen hat.

Dazu kommt noch das die meisten Interaktionen mit den Charakteren humorvoll und fast schon etwas kindisch sind. Der Held der Winde ist somit einer der fröhlichsten Links und die Welt, in der er lebt, repräsentiert dies auch.

Vorschau: Bewegende Anfänge!

Im kommenden Artikel des Spezial lernen wir die Vorgeschichte von Hyrule kennen und erfahren, wie alles anfing. Wie kam es zu den Hylianern und ihren Traditionen? Wieso sieht das Gewand von Link so aus wie es aussieht? Und was genau ist diese Göttin Hylia nun in der Geschichte von The Legend of Zelda?

Ebenso wird die Frage geklärt, wie das Masterschwert entstanden ist und ob Link einen freien Fall aus höchster Höhe überlebt!

Mit von der Partie ist auch ein Jubiläum: 25 Jahre The Legend of Zelda!

Viel Spaß beim Zocken!