Eine geheimnisvolle Reise durch ein brüchiges und düsteres Tal erwartet uns. Sind die Fragmente dieser Welt die Seele der Spielfigur oder stecken hinter diesen Ruinen die Geschichten vergangener Zivilisationen?
Plattform: PlayStation 5
Autor: Phil-kun
Inhaltsverzeichnis

Gameplay: Zerbrochene Reise!
Ich denke, dass ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehne, wenn ich behaupte, dass Plattformer wohl eines meiner meistgespielten Genres ist und ich vermutlich sogar wesentlich mehr Plattformer Reviews hier auf Game-Kritik.net veröffentlicht habe als Reviews von anderen Genres. (RPGs sind vermutlich ähnlich oft vertreten)
Zudem bin ich auch ein großer Fan von Spielen, die mit weniger mehr machen. Insbesondere wenn es sich dabei um Spiele mit einer interessanten Atmosphäre handelt. Spiele wie Journey und Gris sind zwar bis dato immer noch von mir ungespielte Perlen, aber gute Beispiele für eine Kombination aus Atmosphäre und Plattformer. AER – Memories of Old und GOODBYE WORLD sind jetzt meine beiden Beispiele dieser Kombination, die mir direkt einfallen.
Bei Day of Light handelt es sich um einen minimalistischen stilvollen Plattformer, der wirklich mit weniger mehr macht. Mit etwas über einer Stunde Spieldauer für den ersten Durchlauf – eine Spielmechanik wollte wirklich wissen, ob mein Controller fliegen kann – habe ich hier ein erstmal dünn klingendes Spiel gespielt, jedoch konnte ich trotzdem spüren, dass hinter der einfach aussehenden Fassade mehr steckt.
Day of Light ist ein Erstlingswerk des Entwicklers und ist überwiegend, als Solo-Dev Projekt entwickelt worden. Haben wir schon einmal die La-Play! erwähnt? Dort war das Spiel öffentlich spielbar!

Motivation: Heile es!
Eine Statue, Silhouette oder gar Gottheit betrachtet ein kleines fast schon belangloses Wesen. Ist sie es? Oder ist es sie? Wird hier die Zerbrechlichkeit der kleinen Schwertkämpferin gezeigt oder ihre gebrochene Seele? Soll das zerbrochene Gesicht ihr zerstörtes gebrochenes Selbst widerspiegeln?
Und: Symbolisieren die Ketten einen Drang aus diesem Gefängnis zerstörter Hoffnungen ausbrechen zu wollen, welcher aber durch das Selbst angekettet ist?
Auch die weiteren Szenen und Ausschnitte, die wir als Spieler durch die Spielfigur erleben, zeigen keine ganzen Bilder, sondern Fragmente. Fragmente, welche von bösartigen Wesen infiltriert wurden. Deine Mission? Zerstöre die Wesen und führe die Spielfigur zum Licht.

Steuerung: Masken sind notwendig!
In Day of Light steuerst du eine Schwertkämpferin. Du kannst sie selbst nur nach links und rechts steuern, sowie sie springen lassen. Nebst der Bewegung verfügt sie noch über zwei Aktionen. Falls nicht besonderes ausgerüstet ist, verfügt sie über einen kurzen und langen Hieb. Beide können genutzt werden, um bestimmte schwarze Monster zu besiegen.
Die Spielwelt ist komplett 2D und führt uns als Spieler in klassischer Side-Scroller-Manier von links nach rechts durch das Level. Auf dem Weg zum Ziel des Levels können Masken ausgerüstet werden, welche je nach Typ von Maske die beiden verfügbaren Aktionen überschreiben. Insgesamt gibt es vier verschiedene Masken mit unterschiedlichen Fähigkeiten:
- Hirsch: Doppelsprung und Pistole
- Ziegenbock: Dash und Pfeile
- Gazelle: Wandsprung
- Triceratops: Granate
Außer bei der Pistole und den Pfeilen können die einzelnen Aktionen nur einmal ausgeführt werden pro Maske. Nach Ausführung der Aktion verschwindet die angelegte Maske.
Tipp: Die Granate kann die Spielfigur selbst nicht verletzen.

Inhalt: In der Kürze liegt die Würze!
Insgesamt gibt es vier Levels in dem Spiel. Beim erstmaligen Beginn des Spiels kann man noch ein Tutorial-Level spielen, indem man alle Masken einmal kennenlernen kann.
Das Ziel der vier Level ist jeweils, dass du alle schwarzen Monster beseitigst. Dazu zählen die seltsamen fliegenden runden Monster nicht, obwohl diese ebenfalls schwarz sind. Ein Zähler oberhalb deiner Lebenspunkte zeigt an wie viele Monster noch besiegt werden müssen, damit man zum nächsten Level gelangt. Pro Level hat man drei Lebenspunkte, die bei Berührung mit Gegnern oder deren Angriffe jeweils um einen reduziert werden. Wenn man alle Lebenspunkte verliert oder in den Abgrund fällt gilt man als besiegt und man muss das aktuelle Level wieder von vorne starten.

Präsentation: Neblige Erinnerungen!
Der Präsentationsstil des Spiels wirkt, als betrachte man die verdrängten Erinnerungen eines Menschen beziehungsweise konkret einer Abenteuerin. Überall werden schemenhafte Ruinen angedeutet, Monster treiben ihr Unwesen, Statuen von Rittern sind überall und schließlich zeigt sich auch die Klaue einer massiven Bestie.
Oder handelt es sich bei den Szenen wirklich um das Selbst, welches durch traumatische Erlebnisse vernebelt ist und deshalb nur noch Fragmente zu sehen sind?
Fernab davon ist der handgezeichnete Grafikstil gut anzusehen, auch wenn manche der nebligeren Passagen und die Grau auf Grau platzierten Plattformen das Durchqueren der Levels erschweren.
Persönlich hätte ich noch eine farbliche Distanzierung der fliegenden „Monster“ von den zu besiegenden Monstern gut gefunden, damit man nicht erstmal fruchtlos versucht die Monster auszuschalten. (Spieler von Super Mario-Spielen würden aber sowieso erstmal versuchen drauf zu springen und somit sofort den Sinn hinter den Monstern verstehen)
Der gewählte atmosphärische, ja fast schon zurückhaltende, Soundtrack fügt sich gut in das Bild des Spiels ein. Währenddessen die Soundeffekte diesem beinahe schon die Show stehlen mit ihrer Lautstärke. Gerade deswegen hätte ich gerne eine Option gesehen, wo man den Sound individuell anpassen kann, um die Soundeffekte mehr in den Hintergrund zu bekommen.

Fazit: Ein geheimnisvoller Auftakt!
Für ein Erstlingswerk eines Schülers (ja, der erwähnte Solo-Dev dieses Spiels ist unter 18 Jahre alt gewesen, als er das Spiel entwickelte), welcher sich die Spieleentwicklung mehr oder weniger selbst beigebracht hat, ist das schon ein beachtliches Werk, insbesondere da auch kein Game Design-Studium oder ähnliches vorliegt.
Technisch hakt es manchmal im Spiel. Die gegnerischen Hitboxen wirken etwas zu groß oder werden ggf. auch etwas ungenau ausgewertet, was jedoch nichts wäre, was man als Spieler in wenigen Versuchen kontrollieren kann. Auch sind die Kollisionsbereiche der Plattformen nicht immer 1:1 passend ausgelegt auf die gezeigte Form des Bodens, was manchmal zu ungewollten Abstürzen führt. Auch erfolgt das Erkennen des Landens der Spielfigur nach einem Sprung manchmal etwas verzögert, was zu einer unbeweglichen Spielfigur führt, die nicht mehr springen kann.
Nichtsdestotrotz ist Day of Light ein spielbares und genießbares Spiel, das technisch etwas rau ist. Hingegen ist jedoch die Atmosphäre des Spiels und die Präsentation so poliert, dass ich mir nur wünschen kann, dass wir in der Zukunft noch mehr von dieser interessanten melancholisch wirkenden Spielwelt sehen oder lesen werden.
Viel Spaß beim Zocken!
Wertung
Pro und Contra
| Pro | Contra |
| Gute Führung durch die Levels | Etwas schwer zu erkennende Plattformen |
| Abwechslung durch verschiedene Power Ups (Masken) | Fehlende Optionen den Sound einzustellen (Soundeffekte teils sehr laut) |
Score
| Kategorie | Punkte | Begründung |
| Motivation | 7 | Auch wenn die Leere in dem Spiel zur Atmosphäre beiträgt, so hätte ich mir schon noch ein paar mehr Zeilen Handlung gewünscht. Die Welt ist zu interessant für ein beinahe geschichtsloses Spiel. |
| Steuerung | 6 | Die Kollisionen sind etwas kantig geraten und die Handhabung der Masken ist gewöhnungsbedürftig, aber durchaus spielbar und recht schnell lernbar. |
| Inhalt | 5 | Die Level sind etwas ungleich in ihrer Komplexität und ihrer Länge. Dennoch ist die Levelführung gut gelungen. Mit der Spielwelt wünscht man sich mehr Level. |
| Präsentation | 7 | Ein gutes Zusammenspiel von Atmosphäre und Sound. Abzüge wegen der fehlenden Soundoptionen und den teilweisen schon recht schwierig zu erkennenden Plattformen. |
| Gesamt | 63 % | Day of Light ist ein gelungenes Erstlingswerk, dass durchaus Potential für Verbesserungen mitbringt. |
Infos
| Publisher | vicinity Games |
| Entwickler | vicinity Games, WizardHatDice |
| Plattform | PC (Steam) |
| Genres | Plattformer |
| Release | 6. Februar 2026 |
| Website | Steam |
| Preis | 4,99 € |
| Altersfreigabe | Ab 6 Jahren empfohlen |
| Spielzeit | 1-2 Stunden |