Es lebe 3D! Der Nintendo 3DS ist erschienen und die neuen Abenteuer auf der Konsole warten, wobei diese tatsächlich eher Neuauflagen (Reimaginations) von bekannten Spielen sind. Aber sind aufgewärmte Speisen genauso gut wie am Vortag, oder verdirbt man sich hier vielleicht doch den Magen?
Konsole: Nintendo 3DS
Autor: Phil-kun
Inhaltsverzeichnis:
- Thema
- The Legend of Zelda: A Link Between Worlds
- The Legend of Zelda: Tri Force Heroes
- Schlusswort
- Vorschau

Thema: Neue Perspektive!
2011 erschien der Nintendo 3DS und mit ihm wurde eine neue Ära für Zelda-Spiele eingeläutet: Remakes!
Bisher wurden alte Zelda-Titel immer nur auf eine neue Konsole neu veröffentlicht; Im Fachjargon also: portiert
So kam es schon zur Zeit des Gameboy Advance zu solchen Neuveröffentlichungen. NES-Spiele sowie teilweise auch SNES-Spiele wurden so auf den Gameboy Advance portiert. Teilweise sogar komplett als 1:1-Port, manchmal jedoch auch mit leichten Anpassungen (so wie bei The Legend of Zelda: A Link to the Past)
Das erste echte Remake oder Remaster war The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D (2011). Das Spiel war kein einfacher Port des Originals, sondern kam mit notwendigen Anpassungen und Verbesserungen sowie neuen Steuerungsmöglichkeiten, um den Nintendo 3DS optimal unterstützen zu können.
Und darauf folgten dann immer wieder Remaster oder Remakes. Bei Zelda-Spielen wird für Remaster gerne der Zusatz „HD“ oder „3D“ genutzt:
- The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D
- The Legend of Zelda: Wind Waker HD
- The Legend of Zelda: Majora’s Mask 3D
- The Legend of Zelda: Twilight Princess HD
- The Legend of Zelda: Skyward Sword HD

The Legend of Zelda: A Link Between Worlds: Durch die Wand!
Eine Legende neu erzählt; A Link Between Worlds ist eine Neuerzählung, ja ein echtes Remake, der Geschichte von A Link to the Past. Beide Spiele haben viele Ähnlichkeiten in den Ortschaften, Dungeons und Charakteren, jedoch bieten sie beide unterschiedlich präsentierte und ausgeprägte Spielwelten, wobei hier insbesondere die Dungeons anders sind und die Bewohner der „Schattenwelt“ beinahe komplett ausgetauscht sind.
In beiden Spielen gilt es mittels drei Amuletten an das Masterschwert zu gelangen, um schließlich von einem mächtigen Zauberer trotzdem noch auf den Deckel zu bekommen. Anschließend sollen die sieben verschleppten Nachfahren der sieben Weisen befreit werden, um schließlich darauffolgend den Endboss herausfordern zu können.
Der Weg zu diesem Ziel ist jedoch vollkommen unterschiedlich, ähnlich wie auch die Spielwelt im „Original“ 2D ist und im „Remake“ 3D ist.
2013 erschien diese neue Legende auf dem Nintendo 3DS. Was 2010 noch ein Prototyp für den Nintendo DS war, profitierte Jahre später von der neu entwickelten Hardware.

Motiv: Rette HyLorule!
Einst gab es eine mächtige Macht in unserem Reich. Mit ihr konnten alle Wünsche erfüllt werden. Sie war geschützt von der Königsfamilie und nur auserwählte Personen durften von der Macht Gebrauch machen, wenn es notwendig war für das Wohl des Reichs. Über die Jahre stieg der Unmut im Reich an und der Drang und die Gier nach dieser Macht stieg. Kriege brachen aus und drohten das Reich gänzlich in den Untergang zu zwingen. Entschlossen das Reich nicht wegen dieser Macht zu verlieren wurde diese von der Königsfamilie zerstört, was jedoch alsbald dazu führte, dass das Reich in Schatten gehüllt wurde.
Hyrule, das Land, in dem es das Triforce gibt, fiel ins Chaos als ein mächtiger Magier auftauchte und die sieben Nachfahren der Weisen in Gemälde verwandelte. Auch den mutigen Helden, der dies aufzuhalten versuchte entkam diesem Schicksal nicht. Durch ein magisches Artefakt, welches er von einem mysteriösen Reisenden erhielt, erhielt er jedoch die Fähigkeit als Graffito entlang der Wände zu wandern und ebenso die Fähigkeit sich wieder in einen Menschen verwandeln zu können. Auf seiner Reise, um den Magier aufzuhalten, gelangt der Held mittels eines Risses in einer Wand in eine parallele Schattenwelt. War der Magier aus dieser Welt entsprungen?

Look and Feel: Vollgepackt mit 3D!
Im Grunde herrschen hier die gleichen Gameplay-Aspekte wie aus A Link to the Past, jedoch bietet die 3D-Umgebung deutlich mehr Tiefe.
Mal den schlechten Wortwitz beiseitegelegt; Du kannst hier den Helden in alle möglichen Richtungen aus einer leicht geneigten Vogelperspektive, ja fast schon Third Person, auf einer trotzdem noch 2D-gestalteten Spielwelt bewegen. Anders als im Vorgänger gibt es keine Raster oder echte harte Übergänge. Trotzdem wird die Spielwelt weiterhin wie ein 2D-Zeldaspiel präsentiert, sodass man gewohnte Strukturen und Designs aus den vergangenen Spielen entdecken kann. Neu ist, dass man hier beinahe von einem Open-World-Spiel sprechen kann, da man die Gegenstände in diesem Spiel tatsächlich nicht in den Dungeons findet, sondern von einem mysteriösen Händler erstmal nur ausleiht. Später lassen sich diese auch von ihm kaufen.
Dies führt dazu, dass man ab einem bestimmten Punkt im Spiel vollkommen frei entscheiden kann in welcher Reihenfolge man nun die einzelnen Dungeons meistert. Freilich gibt es bestimmte Orte, die sich weniger gut eignen mit weniger Lebenspunkte/Herzen zu bereisen, aber man hat im Umkehrschluss auch keine großen Barrieren erstmal alles in Ruhe zu erkunden und die Herzteile im Spiel aufzusammeln. Neu sind auch die sammelbaren „Tintenfischmonster“, welche im Design stark an die blauen Zaubermuscheln aus Link’s Awakening erinnern, nur das hier noch was in den Muscheln steckt.
Schließlich ist auch noch das An-Der-Wand-Laufen eine Kernmechanik, die gerade im Design der Dungeons und Puzzles stark genutzt wird und hervorragend von dem 3D-Effekt des Nintendo 3DS profitiert.

Fazit: Das perfekte Remake?
Laut den Verkaufszahlen leider nicht – das Spiel wurde etwas über die Hälfte so oft verkauft wie das „Original“ –, jedoch ist es sehr beliebt bei Fans. Ich persönlich sehe das „Original“ trotz der pixeligen Grafik in Summe als runderes Produkt. Between Worlds bot zwar komplett neue Mechaniken, jedoch lehnte es sich für meinen Geschmack schon etwas zu sehr an den Erfolg und Welt des „Originals“. Ich bin der Meinung, dass Between Worlds mit einer eigenen Spielwelt und Handlung deutlich mehr Interesse bekommen hätte als mit der Spielwelt von A Link to the Past, da dieses Spiel ein Meisterwerk ist und es sich nur schlecht kopieren/verbessern lässt.
Nichtsdestotrotz ist Between Worlds ein sehr schönes Spiel und spielerisch auch mein absoluter Favorit von allen Zelda-Spielen auf dem Nintendo 3DS.
Spezial-Score:
| Kategorie | Punkte |
| Motiv | 8 |
| Steuerung | 9 |
| Präsentation | 10 |
| GESAMT | 90 % |

The Legend of Zelda: Tri Force Heroes: Dreimal mehr Spaß?
In meinen Augen auf jeden Fall nicht, aber da kommen wir nochmal im Fazit darauf zurück.
Tri Force Heroes ist 2015 für den Nintendo 3DS erschienen und wird als geistiger Nachfolger des Spiels „Marvelous: Mōhitotsu no Takarajima“ betrachtet. Eiji Aonuma war als Direktor an der Entwicklung von Marvelous beteiligt und nutzte ebenfalls ein ähnliches Gameplay mit drei steuerbaren Charakteren, die gemeinsam Puzzles lösen müssen.
Erstmalig in Zelda-Spielen kann man als Link verschiedene Kostüme tragen, darunter natürlich auch Kleider, um verschiedene Boni zu bekommen; Die gleichen Kostüme müssen aber davor erst mit Sammelgegenständen hergestellt werden.
Ähnlich zu Four Swords Adventure ist das Spiel in einzelne Welten und Level eingeteilt, die man nur von einem Auswahlbildschirm aus erreichen kann. (8 Welten und 4 Level pro Welt)
Der Mehrspielermodus des Spiels ist hier stark im Fokus, wobei hier der Online-Modus heutzutage nicht mehr funktioniert aufgrund der Einstellung der Online-Server im April 2024. Der lokale Multiplayer funktioniert jedoch und unterstützt Download Play, d. h. nur ein Spieler benötigt das Spiel, aber jeder Mitspieler benötigt ein Nintendo 3DS.
Trotz des starken Fokus auf einen Mehrspielermodus gibt es auch einen Einzelspielermodus, in welchem ich ausschließlich das Spiel gespielt habe.

Motiv: Rette Rüschlinde!
Der Held von Hyrule machte sich auf eine Reise durch die Welt. Während seiner Reise bekam er Wind von einer Tragödie. Im Königreich Textilia ist die Prinzessin Rüschlinde von der Hexe des Lumpenlands namens Lady Maude verflucht worden. Vor ihrem Fluch war Rüschlinde die Mode in Person, doch nun kann sie aufgrund des Fluches keine schönen Kleider mehr tragen und verkroch sich schließlich tagein tagaus in ihrem Zimmer.
Der Held machte sich auf, um die Prinzessin aus ihrer Not zu retten!
Doch nicht nur er brach auf; Zwei weitere mutige Abenteurer haben dasselbige Ziel und schon bald soll das Schicksal die drei Helden zusammenbringen. Ob es ihnen gemeinsam gelingt die Prinzessin von ihrem Fluch zu befreien?

Look and Feel: Die Kleider des kleinen Mannes!
Oder vielleicht macht sich der Held auch mit 2 Doppelgänger-Puppen allein auf den Weg des Helden/Totems?
So oder so sind wir bei Tri Force Heroes zu dritt unterwegs mit einer mehr oder weniger freien Steuerung so wie man sie aus Four Swords mittlerweile kennt. Die neue 3D-Umgebung gibt dem Spiel in Sachen Steuerung mehr Möglichkeiten, ähnlich zu der Steuerung von A Link Between Worlds.
Dennoch spielen sich die Levels ähnlich zu Four Swords. Ein Level besteht aus vier Abschnitten, wobei der letzte Abschnitt meist ein abschließender Kampf gegen eine Gruppe von Gegnern oder einen Bossgegner ist. Bei letzterem gilt dieser als der Abschluss der aktuellen Welt.
In den Abschnitten müssen Rätsel mit Items gelöst werden, welche man meist schon im ersten Abschnitt erhält. Dementsprechend sind die Level so aufgebaut, dass man im ersten Abschnitt den Gegenstand oder die Kombination der Gegenstände kennenlernt und spätestens zum vierten Abschnitt abschließend gemeistert haben sollte, da die Puzzles von Abschnitt zu Abschnitt immer komplexer, aber nie wirklich schwerer, werden. (außer man spielt das Spiel im Einzelspielermodus; Der Wechsel zwischen den Charakteren ist mühselig)
Die Hauptmechanik des Spiels beruht auf dem Totem. So lassen sich die Helden vertikal aufeinander stapeln, wie ein Totem eben. Als Totem/Säule kann man so höhere Orte mit dem Item des obigen Helden erreichen und so auch höher gelegene Gegner oder deren Schwachstellen treffen. Wichtig dabei ist, dass in einem Totem nur der obere Held seine Items einsetzen und angreifen kann. Die unteren Helden können entweder den/die jeweiligen Helden über ihnen werfen oder als unterster Held bestimmen wohin gegangen wird.
In Sachen Grafik sind wir bei dem Spiel auch irgendwo bei A Link Between Worlds unterwegs, wobei die einzelnen Charaktere und Teile der Spielwelt hier bewusst bunter und spielerischer wirken.

Fazit: Modische Verblendung!
Von allen Zelda-Spielen der Hauptreihe beziehungsweisen allen Zelda-Spielen, die ich hier für diese Artikelserie gespielt habe, ist dies das schlechteste und spielerisch langweiligste sowie auch nervigste Spiel. (für einen Einzelspieler)
Ja es ist spielbar, und ja es möge sogar einen Reiz im Mehrspieler haben, wobei dies wohlmöglich auch nur lokal Sinn macht, denn online (selbst als es noch funktionierte) muss das ein echtes Chaos gewesen sein ohne in-game Chatsysteme.
Der Einzelspieler war für mich eine Geduldsprobe, da man alle drei Charaktere jederzeit einzeln steuern muss. Die Kameraden laufen nicht wie in Four Swords mit dem Einzelspieler mit, sondern bleiben an Ort und Stelle stehen, sobald man sie nicht mehr steuert. Einzig als Totem, also wenn man die Charaktere aufeinander hochspringen lässt, kann man sie gleichzeitig bewegen, doch das ist im Großteil des Spiels nicht hilfreich, da das Spiel darauf ausgelegt ist, dass die Charaktere meist unterschiedliche Orte im Level aufsuchen müssen, für des Rätsels Lösung.
Jedoch das Feature, dass mich als Spieler am meisten enttäuschte, war das Überspringen der einzelnen Level. Im Einzelspieler hat man drei „Skips“ pro Level frei. Ein Level besteht aus vier Abschnitten. Drei Abschnitte davon sind Passagen mit Rätsel und Dungeon-Elemente und der letzte Abschnitt meist ein größerer Kampf oder Bosskampf. Und ja, auch der letzte Abschnitt, also der Abschluss-/Bosskampf, kann übersprungen werden mit diesen Skips. Um also zum letzten Endboss zu gelangen, müssen jeweils nur der erste Abschnitt der einzelnen Levels gespielt werden und die drei übrigen können einfach übersprungen werden inklusive dem Bossgegner. Und ja: Auch den Endboss kann man auf diese Weise überspringen und das Spiel ohne jegliche Schwierigkeit „Durchspielen“.
Neben dem nervigen Gameplay war diese Mechanik die größte Enttäuschung des Spiels, da sie mir jeglichen Spaß und Motivation nahm mich überhaupt in dem Spiel anstrengen zu müssen.
Spezial-Score:
| Kategorie | Punkte |
| Motiv | 6 |
| Steuerung | 4 |
| Präsentation | 8 |
| GESAMT | 60 % |

Schlusswort: Altes neu erleben!
Manchmal ist ein Perspektivenwechsel wichtig, um Dinge neu erleben zu können oder neue Gedanken und Meinungen zu etwas zu bekommen.
Genauso ist das in meinen Augen auch bei Remakes und Remasters. Beides gehört zu der Videospielindustrie dazu. Spiele dürfen gerne und manchmal müssen sie auch neu erlebt werden können, damit neue Spieler sie ebenfalls erfahren können und die Spielwelten nicht in Obskurität verschwinden.
Im Vergleich zu anderen Nintendo-Franchises ist die schiere Dichte an solchen Titeln bei dem Zelda-Franchise interessant. Man könnte meinen auch die anderen Franchises würden von mehreren moderneren Versionen ihrer Spiele profitieren, doch scheinbar ist dies nur wirklich bei The Legend of Zelda etwas, was Nintendo gerne macht. (Super Mario kommt dann direkt danach; Pokémon auch)
Wie schon erwähnt, ich bin kein Gegner von neuen Interpretationen oder auch einfach einem schlichten Port von Videospielen. Sie sind notwendig damit die Spiele nicht in Vergessenheit geraten, auch wenn es dadurch manchmal leider so wirkt, dass wir ständig nur alte Geschichten (neu) erzählt bekommen, anstelle neue Abenteuer erleben zu können.

Vorschau: Mut beweisen!
Mit den beiden Spielen des nächsten Artikels wagte Nintendo wieder den Schritt, um uns neue Abenteuer aus dem Kosmos von The Legend of Zelda zu geben.
Ein völlig neuer Abschnitt der Zelda-Geschichte erwartet uns. Fernab der Timeline und fernab der üblichen Spielweise, wobei wir in der Vergangenheit schon erste Eindrücke in diese Spielprinzipien erhielten. Insbesondere The Legend of Zelda: A Link Between Worlds zeigte uns gut, wie man dieses Spielprinzip in ein „2D-Zelda“ packen kann. Und nun? Jetzt wird es Zeit, dass die nächsten großen Abenteuer auf dem Fernseher enthüllt werden! (oder jetzt dann auch sogar auf dem Fernseher und unterwegs, verrückt!)
Viel Spaß beim Zocken!